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Demut

6. Februar 2022

Zu Anfang des Jahres habe ich mir ein Wort überlegt, welches mich auf meiner Jahresreise begleiten soll. Ehrlich gesagt, habe ich die ersten 6 Tage noch intensiv über dieses Wort nachgedacht und dann ist es ein wenig in meinen Hirnwindungen verschwunden. Es wurde überlagert von anderen Aktivitäten, Erlebnissen, Gedanken.

Bestimmt hast du schon erraten, um welches Wort es sich handeln könnte, oder? Klar. Ganz so schwierig ist es ja nicht.

Demut ist ein Wort, mit dem manche wohl nicht mehr ganz so viel anfangen können. Daher kommt hier eine Defintion des Wortes:

Demut, die

Substantiv, feminin

In der Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten begründete Ergebenheit

der Duden


Irgendwie sperrig, oder? Finde ich auch. Wikipedia beschreibt es etwas besser:

Demut bedeutet das Anerkennen der Allmacht Gottes. Demut beschreibt demnach die innere Einstellung eines Menschen zu Gott.

wikipedia

Damit kann ich schon mehr anfangen. Zumindest in der Theorie. Die ist mir durchaus klar. In der Praxis ist das alles nicht so einfach.

Heute Morgen haben wir den Videogottesdienst aus dem ICF München geschaut, mit dem Thema „Worship“. Falls du nicht weißt, was das bedeutet: die Anbetung Gottes. Wir können Gott auf verschiedene Weise anbeten. Eine davon ist die Musik. Und genau hier erlebe ich Gottes Allmacht ganz deutlich. Ja, ich gebe zu, ich bin ein sehr fantasiebehafteter Mensch. Mir fällt es unglaublich leicht, mich in Situationen hineinzudenken und mich an Orte zu versetzten, so dass ich das Gefühl habe, tatsächlich dort zu sein. Das kann nicht jeder. Und was ebenso zweifelhaft ist: ist solch eine Fantasie immer gut? Klar, diese Fragen kannst du dir stellen (und glaube mir, auch ich stelle mir die Frage sehr oft!), aber darum soll es nicht gehen. Ich möchte dir einfach meine ganz persönliche Erfahrung mitteilen und persönliche Erfahrungen und Erlebnisse sind bekanntlich absolut subjektiv.

Demut war in der Predigt ein kleiner Aspekt und mir fiel wieder ein: ach ja, dieses Wort habe ich doch zu meinem Jahreswort auserkoren. Warum? Das ist relativ einfach und hier nur kurz erklärt: ich erlebe immer öfter, dass es in unserer Gesellschaft zunehmend schick wird, sich selbst an die erste Stelle zu setzen. Wir dürfen uns selbstoptimieren, Me-Time einrichten, nicht vergessen an uns zu denken. Und ja, das ist zu einem gewissen Grad auch alles wichtig und richtig. Aber wir sollen uns nicht zu sehr ins Zentrum unseres Lebens stellen. Wir sollen vielmehr Gott dieses Zentrum zugestehen. Denn er füllt uns mit allem, was uns fehlt. Wenn du dafür Beweise oder Bestätigungen brauchst, dann brauchst du nur die Bibel aufzuschlagen, sie ist voll mit diesen Geschichten. Eine Stelle fällt mir spontan ein: www.bibleserver.com/NGÜ/Psalm23

Wir rücken uns inzwischen so oft an die erste Stelle, dass wir unseren Nächsten übersehen. Und was noch schlimmer ist: wir übersehen Gott. Ok. Ich will dich nicht ungefragt mit in dieses Boot nehmen. Rede ich also nur von mir. Ich übersehe so oft meinen Nächsten. Und Gott übersehe ich auch. Daher möchte ich wieder demütig anerkennen, dass nicht ich alles in der Hand habe, sondern dass es einen Gott gibt, der die ganze Welt in seiner Hand hält!

Der Pastor Tobias Teichen hat dazu ein paar sehr treffende Dinge für mich gesagt. Er hat uns außerdem dazu aufgefordert an einem „Experiment“ teilzunehmen. Auch wenn wir nur im Wohnzimmer saßen vor einer Leinwand, habe ich mich entschieden, dieses einmal mitzumachen. Wenn unser Geist sagt: gehe auf die Knie, dann sagt unser Körper nicht: ach nee, ich fühle mich nicht danach. Er macht das, was unser Gehirn ihm aufträgt. Und wenn wir wollen, dass wir auf die Knie gehen, dann gehen wir auf die Knie. Daher können wir nicht sagen: ich fühle mich heute nicht so Anbetung (oder Demut), also mache ich nicht mit. Wir können uns quasi befehlen, dass wir die nötigen Schritte dafür gehen. Also bin ich im Wohnzimmer umher gehüpft und habe Gott mit meinem ganzen Sein geworshipt. Danach ging es allerdings wieder in den Anbetungsteil. Die Musiker kamen, begannen mit ihrer Musik und ich stand dort und sagte mir: also, probiere doch mal aus mit deinem Körper Gott auch tatsächlich zu ehren.

Jetzt kommt der interessante Teil meiner lehrreichen Erfahrung heute morgen: schon sehr sehr oft hatte ich beim Lobpreis den Impuls, dass ich mich hinknien soll. Jedesmal widerstand ich diesem Impuls. Weil es zu peinlich ist. Oder ich an meine Knie dachte. Oder weil ich mich doch nicht hinknien muss, nur weil ich da einen Impuls bekomme. Ich kann doch trotzdem Gott nahe sein. So fand mein Verstand ständig neue Ausreden. Auch heute gab es nach einer kurzen Zeit den Impuls: Knie dich hin. Auch diesmal wollte ich Ausreden finden. Doch die Worte vorher waren noch sehr präsent. Dein Körper tut, aus dein Verstand sagt. Und wenn ich meinem Körper nun einfach sage, er soll sich hinknien, dann tut er es auch.

Also kniete ich mich hin. Und durfte diese wunderbare Erfahrung machen: kniend kann Jesus seine Hände über mir ausstrecken und mich segnen. Nein, noch viel mehr. Ich kann voll und ganz unter dem Schutz seiner Hände sein. Und ich kann tatsächlich erkennen, dass eine große Portion Demut nötig ist, dass ich mich klein mache, um ihn groß zu machen. In dieser knienden Position konnte ich erkennen, dass ER der Herr über alles ist. Und ich konnte auch erkennen, dass ich mich oft zum Herrn über meine kleine Welt mache. Die habe ich ja so was von in meiner Hand. Oder nicht? Nein. Ich habe gar nichts in der Hand. Aber ich kann alles von SEINER Hand empfangen, wenn ich mich vor ihm beuge und mich klein mache.

Mein Fazit daraus: ich möchte so viel öfter dem Impuls nachgeben, mich vor meinem Gott zu beugen. Mich vor ihm klein zu machen und so zu erkennen, wer ich bin und wer Gott ist.

Ich bin klein und unbedeutend im großen Ganzen. Aber vor Jesus bin ich so bedeutend, dass ER sich über mich stellt, mich beschützt und mir zeigt: hey Astrid, du bist mir unendlich wichtig und ich kümmere mich um das Weltgeschehen auf der ganzen Welt und in deiner kleinen Welt gleichermaßen.

Ich wünsche auch dir den Mut, diese Art der Demut einmal auszuprobieren und freue mich total, wenn du mir in einem Kommentar erzählen magst, wie es dir damit ergangen ist.

Bild von Pixabay

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