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Gedanken
Leben

Warum blogge ich eigentlich?

17. August 2020

Ist doch eine wirklich gute und berechtigte Frage, oder?

Es gibt unglaublich viele Blogs, die ich auch wirklich gerne lese. Aus einigen ziehe ich großen Nutzen und lerne die Autoren dabei besser kennen. Ich mag es sehr, wenn ich persönliche Lebensberichte lese. Lieber als Reiseberichte zum Beispiel. Doch das schöne ist ja, dass sich jeder aus der Fülle der Themen das für sich passende aussuchen kann.

Warum ich angefangen habe zu schreiben ist ganz einfach erklärt. Ich wollte meine Zweifel und Fragen, die ich habe, mit Menschen teilen. Mir kam es oft so vor, als wäre ich (gerade was das Glaubensleben anbelangt) allein mit meinen Kämpfen und Zweifeln. Mit meinem ständigen Stolpern, hinfallen und wieder aufstehen. Eine zeitlang bin ich sogar einfach liegengeblieben. Das war meine ursprüngliche Intention.

Dann kam dazu, dass ich gemerkt habe, wie gut es mir tut, hier zu schreiben. Lustigerweise brauche ich nicht einmal Rückmeldung. Ich verarbeite einfach meinen Gedanken in schriftlicher Form. Wenn noch jemand seine Gedanken dazu gibt, ist das natürlich sehr schön. Aber allein der Prozess tut schon gut.

Jetzt geht es mir, Gott sei Dank, wieder viel besser und ich wage sogar manchmal zu behaupten, dass ich geheilt bin. Das ist ein super tolles Gefühl und daher ist es auch hier etwas ruhiger geworden. Nicht nur deswegen. Auch hat mein Kleinunternehmen mich in den letzten Monaten sehr gefordert. Ebenso wie die Gesamtsituation. Da blieb oft zu wenig Zeit zum schreiben.

Wir kommen gerade frisch aus dem Urlaub. Wir waren, wie so oft, in den Bergen. Jedesmal, wenn ich dort hin komme, ist es ein Gefühl von „nach Hause kommen“. Einerseits ist mir der Ort schon sehr vertraut. Andererseits liebe ich die Berge so dermaßen, dass es mir manchmal das Herz in der Brust zerspringen lässt.

Dieses Jahr musste ich daran denken, wie ich eines Abends im Bett lag und weinte, weil ich keine Heilsgewissheit hatte. Kennst du das Gefühl? Du liebst Jesus und hast ihm dein Leben anvertraut. Du lebst eine Beziehung mit ihm, indem du in der Bibel liest, betest, dich in der Gemeinde engagierst. Du tust so viel und hast dennoch das Gefühl, dass es nicht ausreicht, um die Ewigkeit bei Gott zu verbringen. Weil du dich für einen durch und durch schlechten Menschen hältst? Einen Dauervrrsager sozusagen? Wenn du das auch kennst, dann bin ich ein wenig beruhigt und fühle mich gleich weniger alleine. Wenn du das nicht kennst, dann bist du ein echt gesegneter Mensch. Ich kann mich noch so gut an die Situation von damals erinnern. Es war schlimm. Einfach kaum auszuhalten. Und ich wollte lieber tot sein, als das alles zu spüren.

Dann kam ich zur Reha. Das ist nun schon fast 2 Jahre her. Dort erlebte ich quasi eine Erneuerung meines Glaubens. Nicht nur das. Ich lernte Jesus irgendwie ganz neu kennen. Ich erfuhr, was Gnade heißt und das ich bedingungslos geliebt bin. Geholfen hat mir dabei ein ganz einfacher Satz aus dem 1.Johannesbrief:

Jeder, der bekennt, dass Jesus Christus wirklich als Mensch auf die Erde gekommen ist, hat den Geist Gottes.

1.Johannesbrief 4, 2 NLB

Klingt easy, oder? Ziemlich. Dieser Satz ist der einzige, den ich mir in meiner Bibel angestrichen habe. Sonst ist diese Bibel zwar mit diversen Karten gefüllt, aber nicht mit Strichen und Anmerkungen meinerseits verziert.

Dieses Jahr habe ich mich also unglaublich gefreut, dass ich das Gefühl von damals losgeworden bin und eine Heilsgewissheit in mir trage. Ich bin deswegen sicher kein besserer Mensch geworden! Ich versage immer noch jeden Tag. Ich falle , stehe auf und gehe weiter. Ich habe nicht immer das Gefühl, gut genug zu sein. Ich fühle mich nicht immer geliebt. Aber ich weiß inzwischen, dass ich geliebt bin! Und das ist der kleine, aber wichtige Unterschied.

Also kann ich jetzt aufhören, meinen Blog zu schreiben? Denn ich habe ja nun keine Zweifel mehr, oder? Fragen werde ich wohl mein Leben lang haben. Manche lassen sich klären. Andere nicht.

Aber ehrlich gesagt, habe ich keine große Lust, meinen Blog aufzugeben. Egal, ob er gelesen wird oder nicht. Das ist nur zweitrangig. Es wird weiter Dinge in meinem Leben geben, die nicht rund laufen. Und diese müssen und wollen verarbeitet werden. Das kann ich am besten in schriftlicher Form. Weil ich gerade dort nach Gott frage und seinen Willen für die Situation erkennen will. Es wird sicher auch weitere Phasen geben, in denen es eher still hier ist. Und dann boomt es fast wieder. Denn eines habe ich auch an mir entdeckt: ich bin ein Spontanschreiber. Langes darüber nachdenken, wie ich etwas ausdrücke, liegt mir überhaupt nicht. Was in meinem Kopf ist, will aufs Papier. Manchmal ist es vielleicht etwas voreilig. Doch meistens sortieren sich die Gedanken dabei am besten.

Ich bete einfach, dass ich mit mancher Geschichte oder Episode aus meinem Leben den einen oder die andere erreichen kann und Gott so in unser beider Leben wirkt.

Hast du auch so eine Geschichte mit Gott, wie ich mit meiner Heilsgewissheit? Wenn du magst, schreibe mir doch gerne.

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