butterfly2god

Gedanken
Glauben

I am blessed

18. Juli 2020

Wie war das noch vor langer Zeit? Beim Laufen kommen mir die besten Gedanken? In den letzten Wochen waren meine einzigen Gedanken beim Laufen: „Wie kann sowas nur Spaß machen? Noch 3 km. Noch 2. Gleich geschafft. Ich. Kann. Nicht. Mehr!“ Mal ehrlich. Warum tut man sich das an? Nur um der Figur Willen? Naja, ehrlich gesagt geht es mir hinterher meistens gut. Ich fühle mich erfrischt und gestärkt für den Tag. Und ich bin zufrieden mit mir. Dass ich meinen inneren Schweinehund überwunden habe und für den Rest des Tages wieder Süßigkeiten futtern darf.

Heute hatte ich endlich mal wieder einen produktiven Gedankengang. Ganz plötzlich kam mir der Gedanke in den Sinn (und ja, er kam mir tatsächlich auf englisch) „In all my circumstances, I’m blessed.“ Heute Nacht lag ich wach, weil ich über Dinge nachgedacht, die ich falsch gemacht habe und zu recht kritisiert wurde. Das auszuhalten fällt mir schwer. Sehr schwer. Ich mache nicht gerne Fehler. Aber noch weniger gerne werde ich darauf festgenagelt. Da bin ich sicher nicht alleine. Das ist klar. Für mich bricht an dieser Stelle jedoch schnell die Welt zusammen und ich werfe mich mit allem in einen Topf. Ich habe eine Sache nicht richtig gemacht, heißt auf „astridisch“ : „Du bist ein Fehler.“

Dann kommt noch mein Verfolgungswahn hinzu, dass ich denke, gewisse Leute reden andauernd über mich. Und zwar schlecht. Das ist Quatsch. Passt aber in meine Denkweise hervorragend hinein:“Ich bin ein Fehler.“

Dann kommt so ein Gedanke, dass ich in all meinen Umständen gesegnet bin doch irgendwie seltsam daher, oder?

Ich bin gesegnet, wenn ich einen Fehler mache. Ich bin gesegnet, wenn ich darauf angesprochen werde und der andere sauer auf mich ist. Ich bin gesegnet, wenn andere über mich klatschen und tratschen. Ich bin gesegnet, wenn ich versage. In allen Bereichen. Unglaublich, oder ?

In den letzten Monaten habe ich mich emotional von Gott entfernt. Ich habe versucht, ihn mit Aufgaben zufrieden zu stellen. Ich habe vergessen, dass Gott mit mir eine Beziehung haben möchte. Dass ihm nicht daran gelegen ist, dass ich in Aktivität versinke. Ich lese die Bibel immer gerne mit dem Appell-Ohr. Ist dir dieses Ohr bekannt? Alles höre ich damit verstärkt. Wenn mein Mann anfängt mit „… wir müssten mal…“, gerate ich sofort in Panik, was ich nun schon wieder tun „soll“. Das ist auf Dauer anstrengend und laugt aus. Und genau mit diesem Ohr lese ich die Bibel. (Haha. Meine Ohren lesen. Bei anderen sind das die Augen.) Der Auftrag, den wir haben (das Evangelium zu verbreiten) ist ja nun mal da. Ständig frage ich mich, warum ich nicht aktiv genug bin, es zu verbreiten. Der Schlüssel liegt wohl in der Sache selbst.

Der Mensch bringt täglich sein Haar in Ordnung. Warum nicht auch sein Herz?

Dieser Spruch steht auf einer Karte, die ich mir schon vor langer Zeit gekauft habe. Ich glaube, dass darin genau der Punkt liegt, den ich übersehen habe. Ich habe nach außen alles richtig machen wollen, ohne zu erkennen, dass Gott mein Herz will. Er braucht auch meine Hände und Füße. Aber als allererstes will er mein Herz. Das habe ich ihm gegenüber mal wieder gründlich verschlossen. Schon lange habe ich nicht mehr richtig gebetet. Also für mich und meine Bedürfnisse. Für meine Wunden und Schwächen. Für seinen Segen in meinem Leben.

Gerade wenn ich an eine bestimmte Situation denke, merke ich, dass die Wunden immer noch nicht verheilt sind. Das Ganze ist nun 4 Jahre her und dennoch ist die Wunde nicht verschlossen. Ich habe einen Pflaster darauf geklebt. Mit den Worten „Vergebung muss sein. Du bist Christ, da ist es deine Pflicht zu vergeben. Du musst sanftmütig und geduldig sein.“ Und ja, das ist prinzipiell richtig. Doch das Pflaster heilt nicht die Wunde. Ich habe Gott keine Chance gegeben, in dieser Wunde die Medizin zu sein. Ich wollte sie selbst verpflegen. Und habe immer wieder Dinge gemacht, die dazu geführt haben, dass die Wunde nicht heilen kann. Und das in Christi Namen.

Wie falsch ich da lag habe ich heute morgen so deutlich gespürt. Denn ich bin trotzdem gesegnet. Selbst wenn ich noch wütend, traurig oder sonst  was bin. Nein. Ich will nicht darin stehen bleiben. Aber ich will weiter spüren, dass Gott da ist, dass er mir seinen Segen gibt in allen meinen Umständen. In allen meinen Gefühlen der Unzulänglichkeit. In allem, was andere über mich denken und sagen. ER ist die Autorität in meinen Leben und ER hat das Sagen über mich und mein Leben. Das möchte ich wieder an die erste Stelle setzen. Ich möchte in meiner Jesus Zeit mein Herz in Ordnung bringen und nicht darüber nachdenken, was ich tun sollte. Das kommt von selbst, wenn mein Herz wieder bereit ist: aufgefüllt und überließt mit Liebe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.