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Gedanken
Leben

Mein Wundertag

11. Januar 2020

Ihr wisst von meinen Challenges, oder? Ich liebe Herausforderungen, wenn mir das Leben zu langweilig scheint. Dann schaue ich mich gerne nach etwas Besonderem um.

Zur Zeit schaue ich gern in das Buch Mal dir einen Sonnentag. Dort gibt es für jeden Tag im Jahr eine kleine Herausforderung. Manchmal auch eine etwas Größere. Heute jedenfalls sollte ich die Augen offen halten für Wunder. Jedes noch so kleine Miniwunder durfte meiner Aufmerksamkeit nicht entgehen. Ich sollte sogar Fotos machen, um sie nicht zu vergessen.

Also ging es los. Ich ging in den Keller und roch wunderbaren Tannenduft. Gerade so, als ob wir den Weihnachtsbaum gestern nicht nach draußen, sondern in den selbigen getragen hätten. Das war schon ein kleines Wunder. Leider keins, welches fotografierbar wäre.

Mein Sohn strahlte mich auf der Treppe an, weil ihm etwas gelungen ist und der Stolz spricht aus seinen Augen. Ein Wunder? Vielleicht nicht unbedingt. Aber dass ich hinsehe, es wahrnehme, nicht selbstverständlich erachte, dass wir diesen kleinen Moment miteinander teilen ist zumindest wundervoll.

Der nächste Gang in den Keller ist geprägt von einem neuen Geruch. Waschpulver und Frische schlägt mir entgegen. Ich freue mich daran, dass ich das riechen darf und mich an etwas so einfachem freuen kann.

Nach dem Bügeln (Nein, kein Wunder nur schnöde Alltagspflicht), klingelt mein Telefon. Meine Kollegin ist daran und macht mich darauf aufmerksam, dass ich heute Dienst habe, den ich komplett vergessen hatte und der schon vor 1,5 Stunden hätte beginnen sollen. Zack. Da hört sie ganz plötzlich auf, die Suche nach den Wundern. Schlechtes Gewissen ist angesagt. Ärger. Auch Unverständnis über meine Unaufmerksamkeit. Gerade heute morgen noch hatte ich mit meinem Mann darüber gesprochen, dass ich mir langsam Sorgen mache über meine geistig abnehmende Aktivität. Wie schwer es mir fällt, an Dinge zu denken. Oder dass ich mich schlecht auf Gespräche und Geschichten konzentrieren kann. Dass ich Zusammenhänge nicht mehr so schnell erfasse. Ist das beginnende Alzheimer? Oder einfach nur die Nebenwirkungen meiner Depression? Ich weiß es nicht. Aber das Erlebnis von heute morgen scheint zu bestätigen, dass ich nicht mehr auf der Höhe bin und etwas ändern muss.

Nun sitze ich im Auto. Meine Pläne waren andere. Ich bin ärgerlich, gereizt, gehetzt. Ich denke an das, was ich heute morgen lieber machen wollte. Doch in mir ist die Stimme, die mich erinnert, dass ich nach Wundern ausschau halten soll. Pffff. Schau mal nach Wundern, wärend du fieberhaft nach einem Parkplatz suchst, weil du weißt, dass die Kollegin auf dich wartet. Nein. Es wurde kein Parkplatz auf wundersame Weise frei. Ich musste umkehren und weit weg parken und den Weg laufen. Nix Wunder. Nur doof.

Im Laden an sich war dann auch nicht viel los. Es kamen ein paar wenige Kunden und die meiste Zeit hatte ich Gelegenheit nachzudenken. Nicht immer das Beste, was ich tun kann.

Auf dem Rückweg fiel mir leider überhaupt kein Wunder auf. Ein Blümchen im Januar hätte ich sehr wundersam gefunden. Doch da war nichts, außer Müll am Wegesrand. Am Auto angekommen habe ich entdeckt, dass mir jemand auf meine Tür ein Herz gemalt hat. Wunderbarerweise muss mein Auto mal wieder gewaschen werden und somit bietet es sich als Leinwand hervorragend an. Als ich es fotografieren wollte (da es mir als einzigstes Wunder auf dem Weg vorkam), stellte ich fest, dass nur ich auf dem Foto zu sehen sein würde.

So überlegte ich, ob ich vielleicht das Wunder bei dem ganzen sein soll? Das klingt ja sehr überheblich. Aber wir wissen aus der Bibel, aus meinem Lieblingspsalm, dass Gottes Werke Wunder sind.

Ich preise dich, dass ich auf erstaunliche Weise wunderbar geworden bin. Wunderbar sind deine Werke, das erkenne ich sehr wohl.

Psalm 139, 14 NBH

Warum also sollte nicht ich mich und das, was mich ausmacht, als Wunder bezeichnen dürfen. Viel zu oft mache ich mich klein. Ich möchte nicht überheblich sein! Sondern nur anerkennen, dass Gott mich so gemacht hat wie ich bin. Und das es gut ist. Das ich es annehmen kann. Mich annehmen. Mit allen Macken, Kanten aber auch Vorzügen. Und vor allem darf ich wissen, dass ich geliebt bin. Ich weiß nicht, wer der Herz auf meine Tür gemalt hat. Und ob es nur dem Dreck geschuldet ist, oder ob es eine Botschaft für mich sein sollte. Jedenfalls nehme ich es heute als Gottes Botschaft für mich an. Er hat mich wunderbar gemacht.

Was für ein wundervoller Tag!

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