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Gedanken
Wednesday Challenge 2019

Pilze sammeln

23. Oktober 2019

Oh wei, ist das schon lang her, dass ich etwas zu meiner Wednesday Challenge geschrieben habe. Entweder ist mein Leben tatsächlich etwas turbulenter geworden, so dass ich keine wöchentlichen Herausforderungen mehr benötige, oder ich bin einfach lustlos geworden, was es bedeutet, sich diesen zu stellen. Darüber müsste ich nachdenken. Wenn ich Lust habe.

Die letzte Woche zeigte mein Kalender jedoch etwas an, was mich irgendwie triggerte. „Sammle Pilze, Kräuter und Beeren und koche etwas Leckeres daraus“. Kochen. Tjaja, das Thema könnte dir hier schon diverse Male begegnet sein. Ein leidiges…

Das Wort „Pilze“ überlagerte meine visuelle Wahrnehmung. Ich habe keine Ahnung, ob es sich tatsächlich im Format von den anderen Wörtern abhob, oder ob ich spontan dachte: „Pilze sammeln? Da trau ich mich nie im Leben heran.“ Witziger weise lief ich das Wochenende vorher durch den Wald in Begleitung einer Ernährungsfachfrau, die ebenfalls der Meinung war, dass ihr das Thema Pilze sammeln zu gefährlich sein. Es würde zu jedem Pilz nämlich das giftige Pendant geben. Ich mag Pilze. Gerne esse ich Champignons, Pfifferlinge, chinesische Pilze etc. Die schmecken mir. Jedoch würde ich mich wirklich nicht trauen, diese im Wald sicher zu erkennen und danach auch noch genüsslich zu verspeisen.

Jedoch sammel ich auf eine andere Art und Weise Pilze. Bei haben sie die Form von Worten. Ich sammle diese Worte in meinem Herzen und koche mir daraus ein eigenes Süppchen. Und auch hier geht es darum zu erkennen, welche Pilzworte gesund sind und welche mir Bauchschmerzen machen.

Das ist nicht immer eindeutig zu erkennen. Ich spüre immer wieder, wie mich manche Worte ärgern. Wie sich Äußerungen (die sicher nicht einmal so gemeint sind, wie sie bei mir ankommen) ihren Weg in mir bahnen. Wie sie durch meinen Blutkreislauf fließen und dort alles verunreinigen bis sie sich im Herzen festsetzen. Leider ist dort nicht Schluss. Das Herz als Zentrum des Körpers pumpt jedes bisschen Gift weiter durch meine Venen, bis es mich komplett durchdrungen hat.

Gestern haben mich Worte so sehr verletzt, die nicht einmal mir golten. Eins meiner Kinder bekam sie voll ab und ich spürte, wie ich wütend wurde. Wie ich ganz Löwenmama mein Junges verteidigen wollte, musste! Zum Glück war jemand da, der die guten Pilze von den weniger bekömmlichen trennen kann und mir erst einmal zu verstehen gab, dass ich mich beruhigen soll. Mein Mann ist vielen Dingen so viel gelassener. Bodenständiger. Dort, wo ich sofort abhebe und knapp vorm durchdrehen bin, kann er Abstand wahren, hinschauen, überlegen und dann überlegt handeln. Eine Eigenschaft, die mir total abgeht. Eine der vielen Eigenschaften, die mir abgeht. (Ist das jetzt ein Champignon? Ich glaube schon, oder? Urgs, nein, das war ein Knollenblätterpilz!) Denn genau das ist es, was wirklich gefährlich ist. Ich sage es so leicht dahin, dass es eine der vielen Eigenschaften ist, die mir abgeht. Aber diese Worte werden durch mich hindurchgehen und zu einer Wahrheit werden. Ich glaube diese Worte. Nicht nur die, die ich mir selbst sage, auch die, die andere sagen. Sie ähneln guten Worten. Doch zu unterscheiden, ob sie tatsächlich gut sind, oder nicht, fällt mir unglaublich schwer.

Ich war froh, dass mein Mann den ersten Versuch, die giftigen Worte zu verdauen, unterbunden hat. Danach war ich in der Lage, den nächsten Schritt zu Jesus zu gehen und ihm meinen ganzen Sack Pilze vor die Füße zu werfen. Und siehe da, er kennt sich aus! Er weiß genau, welche Pilzworte ich essen kann, welche ich verdauen kann und welche mir schaden. Ich wurde ruhiger. Bekam einen anderen Blick auf die ganze Situation. Wo ich schon die Polizei einschalten wollte, zeigte mir Jesus, dass alles nicht so dramatisch sei, wenn ich den Weg mit ihm gehe und den Weg der Liebe wähle. So haben wir die Situation erst einmal zusammen gemeistert. Ich spüre zwar noch die giftigen Worte in mir. Sie ballen sich in meinem Magen zusammen und sind dort schon ganz klumpig. Ich bin skeptisch. Waren das doch zu viele Pilze, die ich zu mir genommen habe? Oder war mein Weg zu Jesus rechtzeitig?

Heute morgen hörten wir das Lied „Who you say I am“ von Hillsong. Ein wunderbares Lied über Pilze, die garantiert nicht giftig sind! Denn Gott sagt zu mir und zu dir, dass er uns liebt. Das er uns so geschaffen hat, wie wir heute sind. Bedingungslos. Wir sind angenommen und sind seine ganz besonders geliebten Flickenteddies. Bedingungslos! Und das sagt er am Anfang unseres Entstehens und am Ende unserer Tage. Er setzt den Rahmen um das, was andere, oder wir selbst, über uns sagen. Er hat das erste Wort der Liebe für uns und er hat ganz sicher das letzte Wort der Liebe. Wir sollten auf das hören, was am Anfang und am Ende steht und uns das immer wieder bewusst machen. Was andere uns für giftige Pilze geben, die wir dann lustig weitergeben, oder selbst zu uns nehmen, hat keine Bedeutung! Denn Gott sagt, wer ich bin. Ich bin die, von der ER sagt, die ich bin. Und das ist das, was ich heute sammeln will. Aus diesen Pilzen will ich mir und meinen Kindern eine köstliche Suppe kochen, die wir gemeinsam essen.

„I am who you say I am“ – Durch dich weiß ich wer ich bin!

  1. Was für kraftvolle Erkenntnisse! Der Vergleich mit der Wort-Pilz-Suppe ist einfach genial. Ich hoffe, du kannst heute noch ein paar weitere leckere und gesunde Pilze aus Gottes Küche zu dir nehmen (und gleich an deine Familie mit verteilen) und daraus Kraft schöpfen… du ganz besonders geliebter Flickenteddy 😉

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