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Gedanken
Jesus | Leben

Zeugnistag

8. Juli 2019

Im Leben haben wir immer mal wieder Durststrecken. Manchmal können sie so lang werden, dass sie kaum noch auszuhalten sind. So eine Durststrecke habe ich erlebt. Vor über vier Jahren bekam ich eine schwere Depression, die es mir an manchen Tagen unmöglich machte, normal am Alltag teilzunehmen. Für meine Familie war das eine schwere Belastungsprobe. Für mich war das einfach nur ein schwarzes Loch, aus dem ich nicht herauskam.

Doch auch in dieser Zeit las ich fleißig in der Bibel, machte Kigo so gut ich konnte, versuchte zu beten und hielt mich irgendwie an Gott fest. So fühlte es sich an für mich. Das ich mich an ihm festhielt. Doch die Wahrheit ist wohl, dass ich gar keine Kraft hatte, mich weiter zu halten. In Wahrheit hielt Gott mich fest.

Das merkte ich ganz besonders daran, als endlich, nach drei Jahren schwerer depressiver Phasen die Weichen alle in Richtung Reha gingen. Lange schon hatte ich es mir gewünscht, doch irgendwie passte es nie. Dann auf einmal fiel ein Puzzelteil ins nächste und ich kam sogar in das Haus, das ich mir ausgesucht hatte. Es war eine christliche Klinik.

Mir war in all der Zeit immer bewusst, dass es Gott gibt und er einen Plan hat mit mir. Doch auf der anderen Seite hatte ich viele Fragen und Zweifel. Warum lässt Gott mich so lange in dem Loch sitzen? Für ihn ist es doch ein Leichtes mich da raus zu holen. Warum tut er es nicht? Warum schaffe ich es nicht, dem Leben positives abzugewinnen? Warum spüre ich so wenig davon geliebt zu sein.

All diese Fragen hatten in der Reha einen Raum und wurden in die Therapien einbezogen. Das war sehr befreiend, was ich da erlebte. Vor allem auch andere Christen mit ähnlicher Problematik und Fragestellung kennenzulernen. Und dennoch zu sehen, wie sehr sie Gott lieben und ihn anbeten, trotz manch schlimmer psychischer Krankheit.

An einem Tag hatten wir eine Lobpreiseinheit. Unsere Musiktherapeutin war einfach total klasse. Sie war eine leidenschaftliche Jesusnachfolgerin und sehr sensibel, was wohl den meisten Künstlern zuzusprechen ist. Für diesen Tag hatte sie den Lobpreis unter das Thema „Licht“ gestellt. Alle Lieder hatten damit zu tun. Jesus als Licht der Welt, Licht in der Dunkelheit, Licht als Hoffnung und so weiter. Während eines Liedes bekam ich ein Bild vor Augen.

Ich stand in absoluter Dunkelheit, die sich gut als Scham, Einsamkeit, Versagen bezeichnen lässt. Auf einmal stand ein Feuer vor mir. Ein helles, brennendes, großes Feuer, ähnlich einem Osterfeuer. Es erhellte die direkte Umgebung. In weiterer Umgebung war es weiterhin dunkel. Das Feuer war fix, also es ließ sich nicht bewegen, dafür war es einfach zu groß. Wie das bei Lagerfeuer nun mal typisch ist.

Es tat jedoch sehr gut, vor diesem Feuer zu stehen und mein Gesicht von dieser Helligkeit und Wärme anstrahlen zu lassen.

Dann bewegte sich aus dem Schatten heraus eine Person. Sie hielt etwas in der Hand und ging auf das Feuer zu. Sie entzündete an dem Feuer eine Fackel und ging mit dieser in die Dunkelheit.

Ich schaute der Person hinterher. Sie blieb stehen, drehte sich zu mir um und gab mir zu verstehen, dass ich ihr folgen soll. Ich ging hinter ihr her und stellte fest, dass in der Nähe der Fackel die Dunkelheit nicht mehr undurchdringlich war. Ich konnte den Weg sehen. Und konnte so den Weg besser gehen.

Mir wurde klar, dass das Feuer Gott symbolisiert. Er ist im Himmel und hat als Herrscher dort seinen Platz. Dennoch darf ich in seiner Gegenwart sein. Denn ich habe Jesus, der seine Fackel an Gottes Feuer entzündet hat und mein Wegbegleiter in den dunklen Stellen oder Momenten meines Lebens ist. Jesus geht mit mir den Weg. Er bleibt bei mir. Ich kann, darf, soll in seiner Gegenwart bleiben, denn er ist mein Licht und mein Wegweiser. Wenn er bei mir ist, muss ich weder Dunkelheit fürchten noch bin ich blind auf meinem Weg.

Diese Bild hat mir einiges klar gemacht. Keine Scham, kein Versäumnis und kein Misserfolg sind so groß, dass Gottes Liebe nicht noch größer und stärker ist.

Nun ist nicht immer alles super in meinem Leben und ich habe immer noch Durststrecken, die auch mal länger sind als gewöhnlich. Doch dieses Bild, das ich geschenkt bekommen habe, hilft mir immer wieder aufs Neue mich auszurichten und weiterzugehen.

Dieses Zeugnis gab ich am 7.7.19 in einem Gottesdienst zum Thema „Durststrecken“.

Bild von Pixabay

  1. Wow, es ist so schön, dass du diesen Lichtblick erlebt hast und dass dir dieses Bild auch jetzt noch durch weitere Durststrecken hilft. Dass Gott dir Licht schenkt, wenn die Dunkelheit undurchdringlich erscheint; dass Er immer da ist, aber auch immer wieder Menschen (wie die geniale Musiktherapeutin 😉 ) in unser Leben schickt, die solchen Erlebnissen den Weg bahnen. Und wenn ich das Bild jetzt noch weiter denke, bist du mit der Fackel von Jesus auch wiederum ein Lichtbringer für andere, ein Licht-Weiterträger sozusagen – zum Beispiel durch dieses Zeugnis, aber auch auf ganz viele andere Arten!

    1. Oh, vielen Dank, liebe Mirijam❤️
      Das mit dem weitertragen der Fackel habe ich so noch gar nicht gesehen. Und dennoch ist es Jesus, der durch mich scheint. Klasse, dass er mich gebrochenen Menschen immer noch gebrauchen will, oder?
      Danke auch für dein Licht!

      1. Ja, das ist wirklich klasse. So viel Licht… 😀
        Ich bin heute gerade mal wieder über Epheser 3,20 gestolpert – der Vers drückt es wunderbar aus: „Durch die mächtige Kraft, die in uns wirkt, kann Gott unendlich viel mehr tun, als wir je bitten oder auch nur hoffen würden.“

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