butterfly2god

Gedanken
Glauben

Wer ich bin

4. April 2019

In letzter Zeit bin ich doch tatsächlich auch bei dieser Frage angekommen, die sich jeder mal irgendwann auf seiner Lebensreise zu stellen scheint. Wer bin ich eigentlich? Und da halte ich es gerade mit dem Buchtitel und wage weiter zu fragen: und wenn ja, wieviele?

Ich habe das Buch nicht gelesen, doch der Titel spricht mich an. Denn in meinem Leben erfülle ich viele Rollen. Ich bin Tochter, Mutter, Ehefrau, Selbständige, Hausfrau, Schwester, Freundin, Christin, Gemeindemitarbeiterin, ich… Ach, sicher fallen mir noch andere Rollen ein. Und so nimmt jeder in seinem Leben, wo er sich auch gerade befindet, verschiedene Rollen ein. Und nicht immer gehen diese Rollen konform. Es kann sein, dass ich in meiner Rolle als Ehefrau gerade nicht so gut bin, weil mich die Rolle der Mutter nicht loslässt. Oder das ich als Tochter meine Rolle nicht so gut ausfüllen kann, weil da leider meine Rolle als Hausfrau im Weg steht. Somit kollidieren diese unterschiedlichen Seiten in meinem Leben manchmal und machen es mir nicht wirklich leichter.

Doch ich hänge momentan an einem Gedanken fest: wer definiert denn diese Rollen? Bin ich das? Oder sind es andere? Beuge ich mich dem Erwartungsdruck anderer und setze dann meine Prioritäten nach den Wünschen derer? Oder darf ich entscheiden, ob ich meine Prioritäten selbst setzen darf?

Sicher, manche Dinge lassen sich nicht aufschieben. Wenn ich eine Nachricht bekomme, die mich aus der Bahn wirft, sind meine Kinder (noch) zu jung um zu verstehen, dass es jetzt kein Mittagessen gibt und Mama erst mal and Meer fahren muss. Somit muss ich meine Bedürfnisse nach Ruhe und Gedankensortierung erst mal hintanstellen und dafür sorgen, dass meine Kinder Essen bekommen. Meine Rolle als Mutter steht somit im Vordergrund.

Manche Rollen lassen sich spielend leicht kombinieren.Wenn ich z. B. einen Durchhänger habe, ist es eine super Therapie für mich, wenn ich einen Auftrag bekomme. Denn darin kann ich mich so schön verlieren, auf eine gute Art und Weise, und wieder zur Ruhe kommen.

Seit einigen Tagen begleitet mich ein Text aus dem Lied You say von Lauren Daigle. Dort heißt es:

Am I more than just the sum of every high and every low

Und ich frage mich das tatsächlich auch: in meinem Leben gibt es viele Höhepunkte und es gibt genauso viele Tiefschläge. Ohne es bewerten zu wollen, bin ich ein Mensch der außergewöhnlich viel und stark fühlt. Das fordert mich in einem hohen Maß heraus, da es nicht immer auf Verständnis stößt, warum ich jetzt so euphorisch (obwohl die meisten mit diesem Gefühl umgehen können) oder eben auch so empfindlich (hier gibt es die größten Probleme) reagiere. Ha! Ich kann dir eins sagen! Ich selbst weiß es auch nicht. Es ist einfach so. Bin ich deswegen ein schlechter Mensch? Muss ich diese Eigenschaft von mir ändern? Muss ich das aufgeben? Manchmal würde ich es mir wünschen, dass ich anders wäre. Doch dann wird mir auch bewusst, dass ich dann niemals in der Lage sein würde, so auf meine Mitmenschen zu reagieren, wie ich es tu. Dann wäre mir vieles egal und das will ich auch nicht.

Dennoch bin ich mehr als die Summe meiner Höhen und Tiefen! Viel mehr!

In dem Lied geht es nämlich noch weiter:

In you I find my worth, in you I find my identity.


Und genau das ist es, was mich ausmacht. In allem, was ich an Ecken, Kanten, Liebenswerten habe, ist Gott derjenige, der meinen Wert und meine Identität bestimmt. In jeder einzelnen Rolle! Er hat mich geschaffen und er hat sich mit guten Grund überlegt, warum er mich so feinfühlig und sensibel gemacht hat. Er hat sich überlegt, warum ich lachen will und oft doch weine. Er hat sich genaustens meine Eigenschaften ausgesucht und mir dann meinen Namen gegeben „die göttlich Schöne“! Und das allein bestimmt mich, wenn ich bin. Und auch dann wenn ich sage: Ja, ich bin viele.

Bild Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.