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Gedanken
Wednesday Challenge 2019

Und tschüsssssss….

19. Februar 2019

Meinen Kindern versuche ich krampfhaft beizubringen, dass sie nicht beliebig viel kaufen können, sondern sich zuerst von etwas trennen sollten. Sonst wird ihr Zimmer so voll, dass sie selbst keinen Platz mehr darin haben. Doch natürlich bin ich ihr Vorbild. Vielleicht ist das ja der Grund, warum ich das immer und immer wiederholen muss?!?

So ist das auch mit Gewohnheiten. Wir sollten eine ablegen, damit eine neue Platz bekommen kann. Denn wo soll denn die neue Gewohnheit hin, wenn der ganze Körper schon in Beschlag genommen wurde von allerlei Gewohnheiten. Ich weiß ja nicht, wie das bei dir ist. Aber ich lebe schon einige Jahre auf dieser Welt und hatte jede Menge Zeit, mir die ein oder andere Gewohnheit anzueignen. Nicht alle sind gut. Das muss ich einsehen. Zum Beispiel mein übermäßiger Süßigkeitenkonsum. Der ist eher schädlich als nützlich. Oder meine mangelnde Begeisterung für regelmäßige Bewegung. Das sind jedoch Eigenheiten, die letztendlich mir selbst schaden. Gibt es da vielleicht auch manche Angewohnheit, die anderen schadet? Oh, bestimmt.

Mein netter Challenge-Kalender erinnert mich diese Woche daran, dass ich mit einer alten Gewohnheit brechen soll. Ok, da steht jetzt nicht explizit, dass ich eine neue annehmen muss. Doch ich interpretiere es jetzt mal so, dass ich einen Tausch vollziehen kann.

Neulich fiel mir nämlich auf, dass es mir sehr schwer fällt, Nettigkeiten anzunehmen. Jaaaa, das „Problem“ ist mir schon eine Weile bekannt. Ich gebe es zu. Doch haben sich in den letzten Tagen diese Schwierigkeiten wieder mehr sehen gelassen. Mir ist jedoch aufgefallen, dass nicht nur ich mit der Schwierigkeit befreundet bin. Warum fällt es uns so schwer, Nettigkeiten anzunehmen? Vor allem solche, die wir nicht unbedingt mit einer guten Tat oder sonstigem verbinden können.

Wie ist das bei dir? Machst du manchmal Komplimente einfach so? Sagst du deinem Mann, dass du dich morgens freust, ihn zu sehen? Sagst du deinen Kindern, dass sie deine Welt so viel heller machen? Sagst du deiner Freundin, dass sie eine tolle Frau ist? Einfach nur so, weil sie sind, wer sie sind? Sicher fällt es mir viel leichter, meinem Mann zu sagen, dass ich es toll finde, dass er mir Arbeit abnimmt, wenn er den Wäschekorb hoch trägt. Oder meinen Kindern, wie sehr ich mich an ihnen freue, weil sie nicht gemotzt haben, als sie lernen sollten. Oder meiner Freundin zu sagen, wie gern ich sie habe, wenn ich eine Karte von ihr bekommen habe. Überall, wo eine Leistung voraus geht, fällt es mir leicht Liebe und Wertschätzung zu zeigen.

Manchmal überkommt es mich und dann muss meine Liebesüberzeugung auch grundlos benannt werden. Nicht selten ernte ich dafür erstaunte Blicke oder ein „Wofür ist das jetzt?“ Jetzt hoffe ich doch mal, dass es dir ähnlich geht. Denn wenn nicht, würde es ja bedeuten, dass ich ein sehr holzköpfiger Mensch wäre….

Gerade in den letzten Tagen habe ich mich ertappt, dass es mir mit anderen ebenso erging. Wenn sie nett zu mir waren habe ich mich gefragt:“Hä?Für was war das denn jetzt? Oder warum soll ich toll sein?“ Muss ich das hinterfragen? Kann ich nicht einfach sagen:“Oh, vielen Dank!“? Muss mein Gehirn gleich anfangen zu überlegen, wie ich mich revanchieren kann? Eigentlich nicht, oder?

Wem von euch es leicht fällt, eine „unverdiente“ Liebesbekundung anzunehmen, der darf hier seine Hände hochreißen. Wem es schwer fällt darf mit mir die Challenge eingehen, die ich mir vorgenommen habe.

Öfters mal einfach so jemanden zu sagen, wie toll er ist. Einfach, weil er ist. Das kann mein (oder dein) Mann sein, Kind, Eltern, Freund, Freundin, Nachbarn, Kassiererin, Bäcker, Briefträger, oder wer dir sonst noch so in deinem Umfeld begegnet. Nicht nur ein Kompliment über eine schöne Frisur zu machen, oder das Outfit zu loben. Sondern einfach nur den Menschen, den wir vor uns sehen, und bei dessen Produktion Gott sich so viel Mühe gegeben hat.

Und als nächstes, einfach anzunehmen, wenn jemand mir (oder dir) etwas Nettes sagt. Ohne es zu hinterfragen oder gar zu negieren oder mich (oder dich) zu revanchieren. Ich bin schon gespannt, ob sich diese Angewohnheit festigen wird und sich austauschen lässt.

Bild von Pixabay

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