butterfly2god

Gedanken
Leben

Sanftes Weiß

31. Januar 2019

Heute hat es geschneit. Endlich, könnte man da sagen. Während im Allgäu soviel Schnee lag, dass sie schon gar nicht mehr wussten, wohin mit all der weißen Masse, haben wir hier im Kraichgau sehnlichst auf weiße Flocken gewartet!

Leider habe ich nicht mehr präsent gehabt, dass Schnee auf der Straße wenig prickelnd ist… Vor allem dann nicht, wenn ich raus muss. Dann macht Schnee plötzlich nicht mehr soooo viel Spaß. Als ich in meinem Autos saß, bangte ich förmlich um mein Leben. Zuerst dachte ich noch, dass mein Städtchen es doch super hinbekommt und die Straßen flott geräumt und gestreut sind. Pustekuchen. Heute ausnahmsweise mal nicht. War ja klar. Ich war eh schon spät dran. Also konnte ich auch langsam den Berg hinab zockeln und beten. Oja, das tat ich. Ich betete dass Gott mich beschützen möge, dass er für guten Griff meiner Reifen auf rutschigen Straßen sorgen möge und dass ich konzentriert und mit genügend Abstand zum Vordermann sein möge.

So kam ich dann sogar heil an. Das hat du dir natürlich schon gedacht, lieber Leser, oder? Ich stieg aus meinem Auto aus und dankte Gott, dass er mich so bewahrt hatte.

Mit sicherem Boden unter den Füßen gelang es mir dann auch endlich, den Schnee zu bewundern und zu würdigen. Ich liebe es, wenn es schneit. Gerade auch wenn ich im Auto sitze und mir die Flocken entgegen fliegen, bin ich fasziniert von dieser Invasion an weißem Nass. Jedesmal stelle ich mir vor, dass es damals in Ägypten ähnlich ausgesehen haben muss als die Fliegen- bzw. Mückenplage über sie hereinbrach. Denn mir kommt diese Flockenfülle auch oft vor wie ein riesiger Mückenschwarm gegen den grauen Himmel. Dennoch liebe ich diesen Anblick.

Was ich ebenso liebe ist die Stille im Schnee. Ist das nicht etwas ganz besonderes? Selbst die Autos sind viel leiser. Alles wird zugedeckt. Die Hektik ist sicher immer noch da, aber die Geräusche werden gedämpft, vom Schnee verschluckt. Meine Ohren hören… Fast nichts. Regen prasselt. Schnee dagegen ist sanft, leise, selbst die dicksten Flocken im stärksten Sturm machen nicht ein Geräusch.

Wie war das damals noch mit Elia, als er Gott auf dem Berg Horeb begnetete? Er erwartete ihn im Erdbeben, im Sturm, in irgendetwas Pompösem und Lautem. Doch Gott war in einem sanften Säuseln zu hören. Ganz sanft und leise, so dass Elia ihn fast verpasst hätte. Nachlesen kannst du das hier: http://www.bibleserver.com/text?translation=42

Ich habe es gerade auch nachgelesen und muss sagen, in der NeÜ klingt das wunderschön! „Der Ton eines dahinschwebendes Schweigens.“ Klingt das nicht auch in deinen Ohren absolut schön??? Und genauso ist Schnee, oder, nicht? Ein sanft dahinschwebendes Schweigen.

In dem Schnee musste ich Gott einfach wieder einmal mehr für die ganze Faszination der Schöpfung danken! Manche vergleichen die Dreieinigkeit Gottes mit den Aggregatzuständen des Wassers. Gott ist der Dreieinige Vater, Sohn und heiliger Geist. Er ist Eins! Das ist manchmal echt schwer zu verstehen. Aber mit dem Vergleich der Zustände des Wassers wird es logischer. Wasser ist auch Eins. Kann aber in fester, flüssiger und gasförmiger Form daherkommen. Schnee ist nichts anderes als gefrorenes Wasser. Lebensnotwendig für uns. Ebenso wie Gott! Auch er ist lebensnotwendig für uns. Ohne ihn kann unser Leben nicht gelingen. Und ohne ihn gibt es nur den Tod.

Menschen versuchen zum Mars zu kommen. Sie wollen das Weltall erforschen. Sie hinterfragen alles und wollen hinter jedes Geheimnis schauen. Doch woher Wasser kommt, wie es passiert, dass wir die unterschiedlichen Zustände haben, darüber wundert sich keiner. So kommt es mir zumindest vor. Ich bin dankbar, dass ich den kennen darf, der mir dieses Wunder vor Augen führt. Und den hinterfrage ich nicht! Ich freue mich einfach nur daran, dass Gott mir heute in einem dahinschwebenden Schweigen begegnet ist!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere