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Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Großartige Erlebnisse

19. Dezember 2018

Das Jahr 2018 geht nun wirklich langsam zu Ende. Die Zeit vor Weihnachten ist meist recht hektisch, weil viele Besorgungen gemacht werden müssen. Die Arbeit nimmt in diesen Tagen gefühlt mehr Raum ein als sonst. Somit scheint alles noch hektischer und betriebsamer. Zum Bilanz ziehen komme ich persönlich immer erst richtig in den Tagen nach Weihnachten, vor dem Jahreswechsel. Diese Zeit ist eine stillstehende Zeit. Es passiert nicht viel. Ich bin. Das ist nicht schlecht. Denn dabei komme ich zur Ruhe und zum Nachsinnen über das, was gut war. Was schlecht war. Was bleiben soll. Und was gehen darf.

Diesmal werde ich früher aufgefordert:

Schreibe all die großartigen Momente des vergangenen Jahres auf.

Joa, klingt ja nicht schlecht, oder? Aber ups… da spielt leider mein Gedächtnis nicht mit. Ich vergesse so leicht. Wie gut, dass ich mir zur Gewohnheit gemacht habe, Dinge aufzuschreiben. Das ist meist nichts Großartiges. Eher ein paar Gedanken die mir so gekommen sind. Doch hilft es mir, wenn ich durch die Seiten blättere, mich daran zu erinnern, was ich im letzten Jahr alles erlebt habe. Manche Erinnerung kommt wieder hervor. Manche wird vergessen.

Eine Sache kam mir in den letzten Tagen wieder vermehrt in den Sinn. Und das war so großartig, dass ich es hier aufschreiben möchte, damit es nicht in Vergessenheit gerät. Die beste Sache, die mir im Jahr 2018 passieren konnte war tatsächlich meine Reha. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich diese Zeit hatte. Ich habe dort viel erfahren und gelernt. Manches merke ich erst jetzt, 6 Wochen später, was sich tatsächlich in mir geändert hat. Darüber freue ich mich wie ein Kind, das die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum entdeckt. Selbst in Tagen, die nicht so rund laufen, verzweifle ich nicht. Sondern ich denke aktiv darüber nach, was ich anders machen kann. Das kenne ich gar nicht von mir. Während meiner depressiven Zeit war ich einfach nur passiv und wollte, dass alles vorüber ist. Nun kann ich wieder aktiv sein und vorwärts denken. Das mag dir absolut banal erscheinen, wenn du die Krankheit „Depression“ nicht selbst erlebst. Doch dieses Gefängnis, in dem ich vor mich hinrottete, scheint nun aufgegangen zu sein und ich darf saubere, frische und befreiende Luft atmen! Wie herrlich!!!!

Doch das ist gar nicht das, was ich mit dir teilen wollte. Die Geschichte, die ich in der Reha erlebt habe, möchte ich hier aufschreiben. Eine großartige Geschichte von sehr, sehr vielen.

Es gibt Dinge, die mich besonders ansprechen. Dazu gehört Musik ganz besonders. Ich liebe Klavierspiel. Die Musik trägt mich davon. Sie berührt mich ganz tief und bringt dort etwas zum Schwingen. Ich selbst kann kein Klavier spielen. Doch wenn jemand am Klavier sitzt, werde ich ruhig und lasse mich von den Klängen davon tragen. Ganz extrem ist es, wenn es Lobpreismusik ist. Kommt der Text zu einem Lied dazu, habe ich oft das Gefühl, dass ich schon wahrhaftig vor dem Thron Gottes stehe und in den Gesang der Engel mit einstimmen darf. Das sind heilige Momente für mich.

Eines Abends hatten wir einen Lobpreisabend und die Therapeutin, die ihn geleitet hat, war meine Lieblingstherapeutin. Sie hat eine so sanfte und feinfühlige Art und ist dabei so lebensfroh, sanft, zart und doch auch klar in ihrer Art. Sie hat mich einfach jedes Mal angesprochen. An diesem Abend hatte sie Lieder ausgesucht, die mit Licht zu tun hatten. Eines davon war „Gnade und Wahrheit“

Dieses Licht kenne ich schon lange doch hat es etwas in mir ausgelöst, was ich selten so erlebt habe. Mir liefen die Tränen, weil ich erkannte, dass ich nur durch Gnade in Jesu Licht stehen kann und darf. Er kennt alle meine dunklen Flecken und dennoch möchte er in diese Dunkelheit hineinkommen. Meine Dunkelheit war mein fehlendes Vertrauen in Jesus. Meine Schuld. Und mein Ungehorsam ihm gegenüber. Ich hatte mich die letzten Monate mehr und mehr von ihm abgewandt. Habe gezweifelt an seiner Liebe zu mir. Daran, dass er es gut mit mir meint und mein Leben mit seiner Liebe füllen will und auch kann. Das alles, dieser ganze Schmutz kam auf einmal aus mir heraus und ich weinte über mein Versagen. Über meine Unfähigkeit ihm zu vertrauen. Und auf einmal hatte ich ein Bild. Es kam mir in den Sinn und schenkte mir den Trost, den ich brauchte. Ich sah ein großes Feuer. Dieses Feuer war Gott. Er brannte hell, schenkte Licht in absoluter Dunkelheit und Wärme. (Wer mich kennt, weiß, dass ich immer friere, daher ist die Wärme ein unglaublich wichtiger Faktor für mich!) Doch es verbrannte mich nicht. Es war kein bedrohliches Feuer. Und es war es ein Feuer, von dem ich wusste, dass es ewig weiter brennen würde. Auf einmal hatte ich eine Fackel in der Hand. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich sie selbst in die Hand genommen habe, oder ob sie mir hineingelegt wurde. Doch ich wusste, dass diese Fackel Jesus symbolisierte. Mit ihr konnte ich einen Weg gehen, der noch in absoluter Dunkelheit lag. Ich sah nicht viel, doch das, was genau vor mir war, konnte ich erkennen, so dass ich gehen konnte ohne zu fallen, zu stolpern oder ähnliches. Ich wusste, ich kann mit der Fackel genau das beleuchten was vor mir war. Mehr musste ich nicht sehen, um zu gehen. Und ich wusste ebenso, dass ich der Fackel, also Jesus, vertrauen konnte. Sie würde mich führen und mir helfen, wenn nötig. Denn Feuer vertreibt wilde Tiere. Sie haben Angst vor der Hitze und dem verzehrenden Licht. Sie flüchten. Mit der Fackel in der Hand war ich sicher.

Und meine Tränen liefen immer mehr. Denn ich erlebte gerade vollkommene Liebe, wo ich doch nur Dunkelheit in mir hatte. Ich erlebte Vergebung, wo ich das Gefühl hatte, sie nicht verdient zu haben. Ich erlebte, dass ich vertrauen konnte, denn es gibt einen, der immer da ist. Der mit seinem Licht für mich leuchtet.

Ich war so dermaßen tief berührt und weinte alles heraus, was in mir war. Es war alles gleichzeitig. Es war Trauer, Schmerz, Hoffnung, Freude, Liebe, Vergebung, Wut. Nie zuvor habe ich erlebt, dass die Tränen so viel reinigen können in mir. Und das tat so unglaublich gut.

Ich kann nicht sagen, dass danach alles super war. Nein, sicherlich braucht es noch viele Kämpfe bis ich das alles so richtig verinnerlicht habe. Aber es hat sich ab dem Zeitpunkt wirklich etwas verschoben und gelöst. Und ich kann dir nicht sagen, wie dankbar ich dafür bin!!!

Natürlich vergesse ich im Alltag auch gerne, was ich erlebt habe. Natürlich bin ich auch noch in alten Mustern unterwegs und gehe nicht immer nur die neuen Wege. Doch ich werde manchmal an dieses Erlebnis erinnert und dann muss ich staunen. Ich habe eine Erinnerung erhalten: Jesus ist bei mir. Er vergibt mir alles, was in mir ist. Und er leitet mich durch alles hindurch. Er ist meine Sonne und mein Schild. Er ist das Licht, das meine Dunkelheit durchdringt und ist mein Schild mit dem Licht, dass das Böse fliehen muss.

Dies ist mein wertvollstes Erlebnis im letzten Jahr. Ich hoffe, dass du auch einige wertvolle Erlebnisse sammeln durftest. Und vielleicht ermutigt dich diese Aufgabe, innezuhalten und aufzuschreiben, was im letzten für großartige Erlebnisse für dich bereit standen?!?

Und weißt du was richtig schön ist? Sie hören nicht auf, weil 2018 zu Ende geht. Nein, sie gehen auch 2019 noch weiter. Also warten wir gespannt darauf, mit was Gott uns noch beschenken möchte.

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