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Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Über die Stränge schlagen?!

28. November 2018

Tja, Herausforderungen sind eben genau das: Dinge, die uns aus dem Gewohnten herausnehmen und unsere Füße  auf andere Wege stellen. Das fühlt sich oftmals ungewohnt an. Manchmal sehr ungemütlich. Und manchmal ist es auch dran, umzukehren und zurück auf bekannte Pfade zu gehen.

Doch wie kann ich feststellen, ob es sich nur ungemütlich, weil ungewohnt, anfühlt, oder ob es wirklich nicht auszuhalten ist? Ganz genau! Indem ich es teste. Indem ich mich traue, den Weg zu verlassen und etwas anderes zu probieren.

So wie diese Woche. Da ist meine Aufgabe, über die Stränge zu schlagen. Gut, ich konnte nicht viel mit der Aufforderung anfangen. Ich möchte es so formulieren: als ich die Aufgabe las, fühlte ich mich unwohl. Es war nicht das, was ich kenne. Oder es war zu sehr das, was ich kenne und ändern möchte? Ich kann es noch gar nicht genau beschreiben. Auf jeden Fall fühlten sich meine Füße auf dem Weg, der sich mir erschließen sollte, nicht wohl. Doch ich muss es testen, um zu sehen, ob ich diesen Weg weitergehen möchte, oder lieber umkehren mag.

Über die Stränge schlagen kann ich auf vielfältige Weise. Ich kann einen Sch…egal-Tag einlegen, an dem ich nichts tue, außer dem, wozu ich Lust habe. (Dieses Prinzip ist mir bekannt, weil meine Kinder mir das ziemlich häufig vor leben.) Oder ich bleibe lange auf und lese, schaue fern oder gehe sogar aus und feier eine wilde Party. Ich kann aber auch über die Stränge schlagen, was das Essen betrifft. Ich kann mich beim Sport mehr als verausgaben. Die Möglichkeiten sind in der Tat vielseitig.

Irgendwie wusste ich gar nicht, auf welche Weise ich nun ausbrechen sollte. Gestern war dann ein Tag zum davonlaufen. Mir fiel jede Tätigkeit unglaublich schwer. Ich konnte mich nicht motivieren, etwas zu tun. Wenn ich mich zu etwas aufraffte, hat es sich nur ganz kurz gut angefühlt, danach war wieder die Leere in mir. Und diese stopfte ich mit Süßigkeiten. Ständig ging ich in die Speisekammer, die leider auch gut gefüllt ist, und steckte mir irgendetwas in den Mund. Schokolade. Gummibärchen. Chips. Süßen Cappuccino und so weiter. So richtig bewusst war mir meine Handlung nicht. Das muss ich zugeben. Doch nachdem die Packung Gummibärchen zu 3/4 leer war, war mir ein wenig übel. Dennoch machte ich weiter. Ich aß noch leckeres Schokomüsli. Danach war mir mehr als nur ein wenig übel. Am Abend traf sich unser Stubenhocker(Haus)kreis noch bei mir und ich aß weiter Nüsse. Als ich im Bett lag, war mir richtig schlecht. Ich hatte dermaßen über die Stränge geschlagen, dass ich mich einfach nicht mehr wohl fühlte. Selbst jetzt spüre ich noch die Nachwirkungen des Ganzen. Mein Bauch ist rund und die Magensäure knapp vor der Speiseröhre. Ich glaube, ich muss das nicht weiter ausführen, oder?

Das Ganze lehrt mich eins: Über die Stränge schlagen ist selten gut. Im Gegenteil: Ich bin verzweifelt auf der Suche nach Balance! In jeder Beziehung. Im Bereich der Ernährung. In Freundschaften. In Aktion und Ruhe. Im müssen und dürfen. Naja, wie du siehst, wirklich überall. Genau da möchte ich nicht ausbrechen, sondern versuchen, einen Gleichklang zu finden. Und das ist so schwierig für mich. Ich bin wirklich so dankbar, dass ich Gott an meiner Seite habe und er immer derselbe ist. Er ist Balance pur. Schon alleine dadurch, dass sein Wort Beständigkeit hat.

Wenn mir also das Leben mal wieder so erscheint, dass ich die Balance verliere, dann wende ich mich an den, der die Waage gerade halten kann. Der für mich den richtigen Antrieb oder eben auch die passende Bremse hat. Und vor allem, der, der meinen Blick wieder auf das richtet, was wichtig, richtig und gut ist.

 

Bild von Pixabay

 

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