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Gedanken
Glauben | Jesus

Gott redet!

20. November 2018

Das ist doch eine steile Aussage, die ich da treffe. Oder was denkst du, wenn du hörst, dass Gott auch heute noch redet?

Die Bibel ist ein Buch aus gesammelten Schriftstücken, die vor ungefähr 2000 Jahren zusammengeschrieben wurde. Ja, ich gebe es zu. Ich bin kein Bibelspezialist was die Umstände dieses Schriftstückes betrifft. Ich weiß nichts darüber, wie sie gefunden wurden, wer sie zusammengestellt hat und so weiter. Das zu recherchieren habe ich auch momentan keine Lust. Denn mir geht es nicht darum zu beweisen, dass Gottes Wort nicht verfremdet wurde. Das überlasse ich anderen. Worum geht es mir dann? Darum, dass ich einfach daran glaube, dass es so ist! Glaube ist ja nun nicht immer so einfach. Ich kenne Menschen, für die ist es extrem wichtig, wissenschaftlich fundierte Aussagen zu kennen und diese zu prüfen. Für mich ist der Glaube keine Wissenschaft. Religion mag es sein. Doch Glaube ist keine Wissenschaft. Ich kann Glauben nicht beweisen. Zum Glück glaube ich sogar, dass ich meinen Glauben nicht beweisen muss! Ich darf darüber Zeugnis ablegen und dann kann der Heilige Geist eingreifen und meinem Gegenüber den Glauben bezeugen. Da darf ich mich entspannen. Und ich liebe es mich zu entspannen! Vor allem in Glaubensfragen.

Ehrlich gesagt haben Menschen, denen es schwer fällt zu glauben, mein Mitgefühl. Denn ihnen geht einiges verloren. Sie sind so damit beschäftigt zu beweisen, dass es Gott gibt oder nicht. Somit verpassen sie das wesentliche oft. Gott selbst! Und dass er redet kann ich bezeugen. Dafür habe ich inzwischen einige Beispiele gesammelt. Gerade heute war ich so beeindruckt über Gottes Wort, dass ich das Bedürfnis dazu habe, es aufzuschreiben, um es selbst nicht zu vergessen!

Die Bibel also, das Wort Gottes, welches es seit etlichen Jahren für uns alle zu lesen gibt, ist für mich ein Wegweiser und ein Kompass. Es ist wahr. Nicht immer sehe ich das so. Manches Mal habe ich das Gefühl, eine Pflichtlektüre zu lesen. Doch wenn es mich so umhaut wie heute, freue ich mich, dass ich dieses Wort habe. Und dass Gott sein Wort nutzt um mit mir zu reden!

Doch langsam. Denn sein Wort heute war gar nicht für mich gedacht. Ich möchte aber anfangen mit 2 Beispielen, die für mich gedacht waren.

Seit 2 Wochen nun bin ich aus der Reha wieder zu Hause. Als ich vor genau 14 Tagen aufwachte, nach einer recht unruhigen Nacht, wusste ich, dass dies der Zeitpunkt war, nach Hause zu fahren. Meine Gefühle waren sehr ambivalent. Einerseits freute ich mich auf meine Familie. Doch andererseits hatte ich immensen Respekt vor dem, was mich erwarten würde. 4 Wochen war ich im Off. 4 Wochen habe ich nicht wirklich realisiert, was in der Welt draußen vor sich ging. 4 Wochen war ich in einem Schutzraum, in dem ich nichts musste, aber (fast) alles durfte. 4 Wochen war ich von Menschen umgeben, die mir Wertschätzung entgegenbrachten. 4 Wochen war ich.. ok. Du merkst, es war alles anders. Und nun sollte also der Alltag wieder beginnen. Seit dem Wochenende machte ich mir schon Gedanken, was ich mittags auf den Tisch stellen würde, damit ich nicht gleich Motzereien ernten würde.

Meine Zimmernachbarin las an diesem Morgen die Losung laut vor. Kennst du die Losung? Die Herrnhuter Brüdergemeinde erstellt für jeden Tag im Jahr einen Vers aus dem ersten Teil der Bibel und einen Vers aus dem 2. Teil der Bibel. Als einzige Nahrungsquelle und Bibelleseersatz ist sie nicht wirklich geeignet. Doch als kleiner „Müsliriegel“ vor dem Aufstehen ist sie hervorragend geeignet. Die Losung vom 6.11.18 klang so:

Herr, was du tust, macht mich froh, und ich juble über deine großen Taten.

Psalm 92,5 Hfa

„Und ja“, dachte ich! „Ich kann wirklich jubeln über deine großen Taten! Denn was du in den letzten 4 Wochen an mir getan hast, wo ich dich überall entdecken durfte, wo ich dein Wirken erkennen konnte, war einfach nur genial und ich bin dankbar und so froh, dass ich nur jubeln kann.“ Aber der 2. Teil war noch wirksamer:

Jesus sprach zum Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Und sogleich stand er auf vor ihren Augen und nahm das Bett, auf dem er gelegen hatte, und ging heim und pries Gott.

Lukas 5, 24-25

Als meine Zimmernachbarin mir diesen Vers vorlas war ich absolut geflasht. Mir fällt kein besserer Ausdruck ein als dieser. Mit ihr hat mich unglaublich viel verbunden und unter uns ist eine besondere Freundschaft entstanden. Es fiel uns beiden schwer, dass mein Abschied bevorstand. Wir mussten ein wenig darüber lachen, dass ich mein Bett nehmen soll und heim gehen soll. Denn genau dieses Bett wurde noch am selben Tag neu belegt. Und wenn du 4 Wochen auf so engem Raum Zeit verbringst, dann ist da schon echt eine gewisse Intimität gewachsen. Es fiel ihr schwer, sich vorzustellen, dass am Abend jemand anderes in eben diesem Bett liegen sollte. Daher scherzten wir, dass ich es mitnehme und sie das kleine Zimmer dann für sich haben kann. Nach dem Scherzen ging mir jedoch die Bedeutung des ganzen Verses auf. In den letzten Monaten kam ich mir immer mehr wie ein Gelähmter vor. Ich war handlungsunfähig. Unfähig mich zu freuen, mich zu entscheiden, sogar Jesus zu lieben. In vielen Punkten war ich völlig gelähmt. Dann sprach Jesus zu mir: Steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Ich solle also nicht länger passiv liegen bleiben. Er hatte mich so heil gemacht, dass ich in der Lage war aufzustehen, aktiv zu werden, Kraft hatte und heim gehen konnte. Doch der Gelähmte blieb nicht dabei, dass er nach Hause ging. Nein, er pries dabei Gott! Und sogar dieser Teil des Verses ist mir gelungen. Denn bei all dem, was ich in der Zeit der Reha erleben durfte, war Gott am Werk, so dass ich einfach nicht anders kann als ihn zu preisen!

Wenn Gott da nicht mit mir gesprochen hat, was denkst du, war das? Zufall? Kann ja mal vorkommen, dass ein Vers zu deiner Situation passt? Sicher kann es das. Das ist nicht auszuschließen. Doch waren es hier 2 Verse, die passten. Ok. Ich sehe schon. Überzeugt, dass Gott heute noch spricht, bist du noch nicht.

Dann versuche ich es mit Beispiel Nr. 2:

Neulich bekam ich eine Nachricht, die mich wirklich ärgerlich machte. Um was es da genau ging, muss ich nicht weiter ausführen. Das ist nicht weiter wichtig. Es geht um meinen Umgang mit ihr. Ich war echt ungehalten und antwortete darauf, so gut es eben gerade ging, sachlich. Doch es trieb mich weiter um. Ich sprach mit meinen Mann darüber und er meinte nur, dass er sich so etwas schon gedacht hätte. Ich hätte mich jetzt weiter daran hochziehen und meinen Unmut wachsen lassen können. Oja, das kann ich wirklich gut. Das habe ich lange schon perfektioniert, dieses Verhalten. Doch in der Reha hatte ich etwas anderes gelernt. Dort hatte ich gelernt, dass ich meinen Raum habe und diesen auch verteidigen darf. Ich fühlte mich so, dass massiv in meinen Raum eingeschritten wurde und betete: „Jesus“, betete ich, „du siehst, dass jemand versucht in meinen Raum einzudringen. Doch das ist mein Raum. Und du hast mir erlaubt, dass ich diesen haben darf. Ich darf meinen Raum verteidigen, nicht mit vielen Worten, sondern einfach, indem ich fest und standhaft über meine Meinung und meine Entscheidung bleibe. Amen“ Und weißt du, was dann passierte? Ich bekam einen tiefen Frieden und es erfüllte sich das Wort aus dem Buch des ersten Teils der Bibel:

Er wird wieder Erbarmen mit uns haben, er wird niedertreten unsere Schuld! Ja, du wirfst all unsere Sünden in die Tiefen des Meeres hinab.

Micha, 7,19 NeÜ

Mit meiner Wut und meinem Zorn hatte ich gesündigt. Doch ich habe es bei Jesus abgelegt.

Kurze Zeit später kam mein Mann und sagte: „Ich ärgere mich immer noch.“ Ich sah ihn verständnislos an und fragte, worüber er noch verärgert sei. Ich muss gestehen, ich hatte die Situation komplett vergessen! Sie war aus meinem Gedächtnis gelöscht und ich feierte diesen Sieg gegen die Pfeile des Widersachers! Mit Gottes Schutz und seiner Zusage konnte ich diese abwehren und erlebte die totale Befreiung durch Vergessen. Und du kannst mir eines glauben: Das ist mir noch nie vorher passiert! Normalerweise denke ich stundenlang über solche Dinge nach und fühle mich als schlechter Mensch. Diesmal war ich jedoch frei.

Heute schlug ich mein Losungsbuch auf und las dort folgendes:

Der Herr behüte deinen Ausgang und deinen Eingang von nun bis in Ewigkeit!

Psalm 121,8

Auf dieser Erde gibt es keine Stadt, in der wir für immer zu Hause sein können. Sehnsüchtig warten wir auf die Stadt, die im Himmel für uns erbaut ist.

Hebräer 13, 14 Hfa

Nein. Diese Zeilen passen nicht zu 100% zu mir. Sicher gibt es auch dort etwas, was mich anspricht. Doch habe ich für einen Menschen gebetet, zu dem diese Zeilen zu 100% (mehr gibt es ja nicht. Sonst würde ich 1000% sagen…) passen. Ich bin fast vom Sessel gefallen, als ich diese Losung für heute las und an diesen Menschen dachte. Ich war so gerührt von Gottes Wort und wie es heute noch spricht. Wie es tröstet und genau in die Situation spricht, die wir erleben. Wie es nicht verurteilt, sondern wie es auffängt. Wie es uns sachte in seinen Mantel hüllt und genau das gibt, was wir brauchen.

Wer noch behaupten mag, dass die Bibel aus toten Worten besteht die Menschen niedergeschrieben haben, die sich etwas eingebildet haben, dem kann ich leider nicht helfen. Ich spüre heute wieder einmal ganz intensiv, wie wahr Gottes Wort ist. Wie lebendig und kraftgebend. SEIN Wort wird niemals sterben! Und das ist sehr gut so. Denn woher sollte ich sonst meine Kraft und Wahrheit holen? Von irgendwelchen Steinen? Motivationsrednern? Oder sogar aus mir selbst? Niemand kann das so gut, wie Gott es kann und ich kann dir nur einmal empfehlen dich auf das Experiment „Gott redet!“ einzulassen. Ich bin sicher, du wirst erstaunt sein!

Bild von Pixabay

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