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Gedanken
Glauben | Jesus

Die Vergebung und ihr Weg

16. November 2018

Es ist doch nahezu unglaublich! Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Hat es nicht erst vor kurzem angefangen? Also, wenn ich an mein Jahreswort denke, dann ist das definitiv der Fall! Dort stehe ich immer noch Anfang. Oder immer wieder neu am Anfang?! Das ist eine interessante Frage. Du darfst dir aber selbst ein Bild davon machen, inwiefern ich in dem Wort gewachsen bin oder auch nicht.

Denn darum soll es heute gehen. Um mein Wort. Ich weiß nicht, ob du dich überhaupt noch daran erinnerst? Es gab soviel andere Themen zwischendrin, dass es fast ein wenig untergegangen ist. Doch für mich war es tagtäglich präsent. So soll es auch sein. Es ging um Vergebung. Es geht immer noch um Vergebung. Denn diese Challenge wird für mich wohl nie beendet sein. Es gibt jeden Tag neue Dinge, die ich vergeben muss, oder besser gesagt auch vergeben will. Es gibt auf der anderen Seite jedoch ebenso Dinge, für die ich um Vergebung bitten muss. Auch das passiert täglich. Somit begleitet mich mein Jahreswort jeden Tag.

Zudem habe ich mir vorgenommen, jeden Monat einen Vers aus der Bibel auszusuchen der mit Vergebung zu tun hat und diesen dann auswendig zu lernen. Wenn ich in diesem Tempo Bibelverse auswendig lerne, also im Schnitt 12 pro Jahr, dann komme ich in ungefähr … wieviel Jahren durch die Bibel? Ich habe gegoogelt und bei Digital Production folgende Zahl gefunden: Sie hat 31.171 Verse. Wer Lust hat und in Mathe gut ist, möge jetzt die Jahreszahl ausrechnen und mir gerne mitteilen. In Mathe war ich Deko, wisst ihr ja.

Nun, egal, kleiner Exkurs am Rande. Jedenfalls begleiten mich seit Januar schon 11 Bibelverse, die alle mit dem Thema Vergebung zu tun haben. Interessanterweise kommen sie fast alle aus dem 2. Buch der Bibel, dem neuen Testament. Wieso nur? Hast du schon eine Ahnung? Ich schon, aber ich möchte ja ungern vorweggreifen. Ich komme später darauf zurück.

Dem aufmerksamen Blogleser dürfte schon aufgefallen sein, dass ich beim Laufen im Wald die besten Ideen für meine Themen habe. Momentan bin ich leider so erkältet, dass Laufen ausfällt. Jedoch habe ich vorhin ein Päckchen auf die Reise geschickt und um ein wenig Bewegung zu bekommen, bin ich eine lange Runde um den Block gelaufen. Sogar dabei kommen mir anscheinend gute Ideen. Während ich nämlich gebetet habe, kam mir mein Wort in den Sinn, verbunden mit meinem Vers von November, der im 1. Johannes 2,12 zu finden ist und in der Übersetzung der Neues Leben Bibel so heißt:

Ich schreibe euch, meine Kinder, weil eure Sünden im Namen Jesus Christus vergeben sind

Neulich musste ich schon einmal über diese Aussage staunen. Da steht nicht, dass sie mir vergeben werden. Und erst recht steht dort nicht, dass er mir vielleicht vergibt. Nein. Meine Sünden sind vergeben. Punkt. Ganz einfach.

In einem Buch, welches ich zur Zeit lese (jetzt kommt wohl Werbung, die aber ganz freiwillig und unbezahlt ist) sind 4 Frauen gemeinsam auf einer Glaubensreise unterwegs. Die eine Protagonistin hat in ihrer Kindheit ein Trauma erlebt und möchte nun mit ihren Eltern darüber reden. Ihr Freund gibt ihr aus Prediger den Vers mit „Reden hat seine Zeit, Schweigen hat seine Zeit“. So wartet sie also auf den richtigen Zeitpunkt, um mit ihren Eltern zu sprechen. Doch der kommt einfach nicht. Dafür kommt der Heilige Geist, der ihr folgendes ins Herz spricht:

Lösche ihre Schuld aus deinem Gedächtnis.

Nicht klein machen. Nicht leugnen. Nicht ignorieren. Nicht entschuldigen. Nicht rechtfertigen. Benenne die Schuld. Und lösche sie aus deinem Gedächtnis.

aus: Du bleibst an meiner Seite, Seite 146

Sie denkt darüber nach und erkennt, warum sie ihre Eltern mit deren Schuld konfrontieren möchte. Weil sie möchte, dass sie dafür bezahlen, indem sie darüber reden. Und ich muss zugeben, dass mir das sehr bekannt vorkommt. Ich hätte es nicht so ausdrücken können. Doch als ich es las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich möchte auch, dass die anderen dafür bezahlen, indem ich sie mit ihrer Schuld konfrontiere.

Ja. Auch ich werde schuldig. Und ich habe auch schon große Schuld auf mich geladen. Meine Freundin hat es mir vergeben. Sie hat es genauso gemacht, wie es dort beschrieben ist. Sie hat die Schuld benannt und nicht ignoriert. Sie hat mir einfach vergeben. Sie hat die Schuld aus ihrem Gedächtnis gelöscht. Und das merke ich daran, dass sie es mir nicht mehr vorhält. Das muss sie auch nicht. Ich werfe es mir selbst noch oft genug vor! Sie liebt Jesus und weiß, was er für sie bezahlt hat. Nur aus diesem Grund ist es ihr möglich, mir auch meine Schuld zu vergeben. Und dafür bin ich ihr von Herzen dankbar!!!

Was aus menschlicher Sicht sehr schwierig ist, ist es aus göttlicher Sicht anscheinend nicht. Wenn ich meine drei Mädels sehe, dann reißt das jedesmal die Wunde wieder auf. Ich bekenne und ignoriere nicht. Aber ich lösche ihre Schuld auch nicht aus meinem Gedächtnis.

Anders ist es bei Gott. Er hat etwas zuwege gebracht, dessen Tiefe ich nur ansatzweise erfassen kann. Er kennt meine Schuld. Er ignoriert sie nicht. Er rechtfertigt sie nicht. Er benennt sie und dann löscht er sie aus seinem Gedächtnis! Und das tut er nicht nur mit der Schuld, die ich schon begangen habe. Sondern er tut das selbst mit der Schuld, die ich noch begehen werde.

Durch Jesus sind wir wieder rein vor Gott. Er hat die Schuld gelöscht. Mehr brauchen wir nicht. Ist das nicht absolut unfassbar????

Bild von Pixabay

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