butterfly2god

Gedanken
Jesus

Einsamkeit Teil 4

23. September 2018

Gestern Abend dachte ich darüber nach, in wie vielen unterschiedlichen Situationen wir uns einsam fühlen können. Immer wieder fasziniert es mich (auf eine seltsame Art der Faszination), wie wir in Gesellschaft einsam sein können. Wie geht das? Gibt es da nicht einen Menschen, der unser Herz berührt? Wie kann das sein, umgeben von Leuten, Einsamkeit zu spüren? Ich kenne das Gefühl leider gut. Wie sieht es bei dir aus? Kennst du das auch?

Man sagt, Jesus seien menschliche Gefühle nicht fremd. Er kenne sie alle und weiß daher genau, wie wir uns in der jeweiligen Situation fühlen. Also ging ich gedanklich durch die Szenen der Bibel und überlegte, ob Jesus auch einsam war. Nein. War er nicht. Er war ständig umgeben von Menschen. Von seinen Freunden. Er hatte immer was zu tun, suchte sogar diese Situationen. Bei der Speisung der 5000 wollte er die Menschen nicht wegschicken, da sie so einen weiten Weg nach Hause hatten. Er saß in engen Häusern, erzählte den Menschen von Gott. Diese Menge war so groß, dass man das Dach abnehmen musste um einen Freund zu Jesus zu bringen. Er war von Menschen umringt, als die Frau mit Blutfluss ihn berührte, damit sie gesund würde. Nein. Jesus suchte sogar ganz bewusst die Einsamkeit um der Menschenmenge zu entfliehen und dann in Gottes Nähe einzutauchen. Nein. Jesus war eins ganz sicher nicht – einsam!

Also kann er sich in dieses Gefühl von mir doch nicht hineinversetzen – war mein Gedanke. Doch da tauchte plötzlich folgende Szene vor meinem inneren Auge auf:

Jesus hängt am Kreuz. Ihm fließen Blut und Schweiß vom Körper. Vor ihm eine Menschenmenge. Die meisten sind spöttisch. Sie zeigen auf ihn:“Wo ist denn nun deine Supermacht? Wenn du Wunder tun kannst, warum steigst du dann nicht vom Kreuz?“ Sie würfeln um seine Kleider. Menschen schauen ihn an. Doch was sieht er in ihren Augen? Hass. Angst. Ablehnung. Sicher gibt es auch einige, die traurig sind. Die sich als seine Freunde bezeichnen. Auf der anderen Seite sind es genau die, die in dieser Situation geflohen sind. Er ist allein. Und was war noch mal der Grund, warum er am Kreuz hängt? Ach ja: es war seine Liebe zu den Menschen dort unten, die ihn nun verspotten, anspucken, verletzen. Er liebt sie. Lässt sich für sie wie ein Verbrecher ans Kreuz hängen und alles was er erntet ist Verachtung. Ich wette, dass sich Jesus in der Situation sehr einsam gefühlt hat!

Nun, er kann ja immer noch zu Gott flüchten. Der, der war, der ist und immer sein wird. Jesus kann seine Gedanken weg von der Menge richten hin zu Gott. Kannst du das auch? Wenn du spürst, dass du in einem Raum mit Menschen bist, der dir eher feindlich gesinnt ist, deine Gedanken ganz auf Gott richten? Ich bin sicher, mir gelingt das nicht. Doch Jesus kann. Jesus kann alles. Ja. Er kann. Doch alles, was er jetzt erlebt übersteigt das, was er bisher erlebt hat. Gott ist nicht da! Gott ist heilig und daher kann Jesus mit all der Schuld, die er in dem Moment am Kreuz auf sich geladen hat, nicht in Gottes Nähe kommen. Wohlgemerkt: Es ist nicht seine Schuld! Es ist meine und deine Schuld, die er da trägt! Er trägt fremde Schuld und kann sich nicht mehr an den wenden, der immer da war! Er macht das deutlich, indem er ruft:“Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Es ist vielleicht die größte Menschenmenge vor ihm versammelt und doch ist er nun wirklich absolut einsam und verlassen.

Also ist es klar: Jesus kennt das Gefühl sehr gut! Die Einsamkeit, die wir empfinden können, selbst wenn wir von Menschen (sogar von denen, die wir lieben) umgeben sind.

Doch wir wissen: es gibt ein Happy End! Jesus hat den Tod besiegt. Er hat die Einsamkeit des dunklen Grabes hinter sich gelassen und wurde auferweckt. Er ist auferstanden und darf nun wieder bei Gott sein. Wie ist das möglich mit all der Schuld, die er auf sich genommen hat?

Jesus Wunden sind wie ein Filter zu verstehen. Er nimmt unsere Schuld, unsere Verfehlungen auf sich, mit denen wir uns Gott einfach niemals nähern könnten, und durch die Wunden, die er bekommen hat, fließt unsere Schuld wieder heraus. Er reinigt uns durch seinen Körper, seine Mahle, sein Blut. Was wir dafür tun müssen? Wir müssen, können, dürfen annehmen, was Jesus damals auf Golgatha getan hat. Wir nehmen seine Einsamkeit an und erleben dadurch den größten Triumph der Weltgeschichte: Wir werden von den Toten auferstehen und mit Jesus und Gott zusammen sein! Bist du dabei?

Bild von Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere