butterfly2god

Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Offline

19. September 2018

„Offline“ lautet der Name eines Badeschaumes. Einfach mal abtauchen, verspricht der Badeschaumhersteller. Das klingt doch gut, oder nicht? Wie oft sind wir heutzutage online, checken noch mal unsere Social Media Accounts, bevor wir uns den wichtigen Dingen zuwenden. Manchmal artet es schon fast in Stress aus. Da hilft nur noch: Stecker ziehen.

Meine Aufgabe lautet daher diese Woche:

Schalte nach 20 Uhr dein Handy aus.

Das ist doch mehr als machbar. Nach 20 Uhr läuft doch wirklich nicht mehr viel, was wichtig ist. Ganz im Gegenteil habe ich schon öfter die Erfahrung gemacht, dass ich mich von Facebook und Co in den Bann nehmen lasse und dabei weniger auf das konzentriert bin, was im echten Leben passiert. Das ist schade. Traurig. Überflüssig.

Doch ich gebe zu: Es fiel mir nicht ganz leicht, das anfangs auch so zu sehen. Denn ich bekomme doch ganz gern Nachrichten und schreibe diese auch. Auf der anderen Seite ist es jedoch nicht schlimm, wenn ich sie morgens lese. Wichtige Informationen werden vermutlich nicht mehr nach 20 Uhr ausgetauscht. Oder siehst du das anders?

Momentan läuft auf einem Kinderkanal eine Serie, welche von 2 Generationen handelt. Teenager „reisen“ in die Zeit ihrer Großeltern und Großeltern müssen sich in einem absolut digitalisiertem Haus beweisen. Sie werden mit den Themen unserer Zeit konfrontiert, während die Teens keinen Fernseher haben, geschweige denn DVD´s oder streamen können. Sie müssen ihr Handy abgeben, haben keinen Zugang zum World Wide Web. Geht das überhaupt noch? Witzigerweise war der erste Tag der schwierigste. Da haben sie ihre Smartphones richtig vermisst. Ein Mädchen sagte: „Normalerweise liege ich jetzt im Bett, chille und chatte noch ein wenig mit Freunden oder checke meine Social Media.“

Nach 5 Tagen saßen sie zusammen, spielten Karten und überlegten, ob das früher immer so war. Dass man mehr zusammen saß und geredet hat. Und sie fanden es sogar toll. Sie hatten Spaß am Austausch miteinander und haben es genossen, zu reden und sich dabei in die Augen zu schauen.

So schade es ist, dass genau das in unserer Zeit immer kürzer kommt, so schön ist es doch aber auch zu sehen, dass es für die Jugend durchaus als Gewinn wahrgenommen wird. Im Gegensatz dazu konnte sich die ältere Generation eher hineinversetzen, was der Jugend am Handy so viel Spaß macht. Kommt es nicht auch darauf an? Einen Blickwechsel zu erleben und aus beiden Seiten den Gewinn zu ziehen?

Genauso ist es auch mit dem Ausschalten des Handys. Es gehört inzwischen zu unserem Leben dazu. Aber nicht wir sollten uns von dem Smartphone bestimmen lassen, sondern wir sollen das Smartphone bestimmen. Dazu gehört durchaus der Ausknopf. Den gibt es nämlich an jedem Gerät. Wirklich! An absolut jedem Gerät! Nachts schalte ich meins eh aus. Und es ist nicht in meinem Schlafzimmer. Doch um 20 Uhr offline zu gehen (es wurde sogar noch früher ausgestellt!) nehme ich durchaus als Gewinn wahr. Ich genieße die ruhigen Abendminuten mit den Kindern intensiver.  Und die Zeit mit meinem Mann ebenso. Wir reden miteinander und ich bin mehr im hier und jetzt. Ich muss nicht mehr kurz nachschauen, ob ich eine Nachricht bekommen habe. Das tut gut. Lässt mich abends ruhiger werden.

Ich weiß nicht, ob ich das nach dieser Woche so weiter handhabe. Jedoch ist es etwas, was ich noch im Hinterkopf behalten möchte. Und wer weiß? Vielleicht heißt es demnächst öfter schon so früh: Gute Nacht, Welt!

 

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