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Einsamkeit Teil 2

13. September 2018

Es gibt unterschiedliche Arten von Einsamkeit. Wenn ich in einen neuen Ort ziehe, wo ich niemanden kenne, fühle ich mich einsam. Manche Menschen fühlen sich einsam, wenn sie keinen Freund vor Ort haben, mit dem sie sich über alles austauschen können. Man kann sich in einer Gruppe einsam fühlen, wenn alle über ein Thema sprechen, bei dem ich nicht mitreden kann. Ich kann mich sogar in einer Beziehung einsam fühlen, wenn die Interessen zu unterschiedlich sind.

Doch aller Einsamkeit liegt eine wichtige Sache zugrunde: meine eigene Einstellung dazu. Sicher gibt es das auch, dass Menschen zurückgewiesen, abgelehnt, verstoßen werden. Doch es liegt an mir, dieses „Trauma“ zu verarbeiten  und einen neuen Weg zu gehen. Sicher, ich kann auf dem Boden liegen bleiben, wie ein trotziges Kleinkind mit den Füßen trampeln und der ganzen Welt daran die Schuld geben, dass ich in dieser Situation bin. Das ist eine Art des Umgangs. Nur eins ist klar: die Welt bewegt sich nicht einen Zentimeter auf mich zu. Ich selbst muss in Bewegung kommen und  mir überlegen, wie ich aus dieser Einsamkeitsspirale heraus kommen kann.

Allein sein und einsam sein sind 2 verschiedene Dinge. Allein sein kann man aushalten. Es ist eine Zeit, die vorüber geht. Allein bin ich zu hause, wenn die Kinder in der Schule sind. Allein gehe ich in den Wald zum joggen. Allein gehe ich einkaufen. Das alles sind zeitlich begrenzte Aktivitäten.

Einsam bin ich erst einmal zeitlich unbegrenzt. Natürlich fühle ich mich nicht immer einsam. Es gibt auch Zeiten, in denen die Einsamkeit nicht vorherrscht. Doch die Einsamkeit geht tiefer. Sie lässt sich nicht leicht vertreiben. Es ein tiefes Gefühl von etwas Fehlendem. Es ist ein Bedürfnis, welches nicht befriedigt wird. Das Bedürfnis nach Anerkennung, Annahme, Verständnis, Gleichklang.

Ich gebe zu: das lässt sich wirklich nicht so einfach ersetzen oder auffüllen. Wir Menschen sehnen uns nach einem Gegenüber, welches uns annimmt mit all unseren Schwächen, Macken, Fehlern, Gaben, Emotionen. Ja, diese Sehnsucht ist tief in ins angelegt. Wir sind auf der Suche nach jemanden, der uns diese Annahme schenkt. Und wenn wir sie (noch) nicht gefunden haben, fühlen wir uns leicht einsam.

Dennoch bin ich dazu aufgefordert, auf Menschen zuzugehen. In ihnen die göttliche Beschaffenheit mit all ihren bunten und unbegrenzten Facetten zu erkennen. Nicht nur das. Sondern sie auch anzuerkennen. Wenn ich in der Lage bin, den anderen anzunehmen, wie er ist (und das ist nicht einfach!!!), kann auch er mich annehmen.

Noch wichtiger allerdings ist, dass ich lerne mich selbst anzunehmen! Das kann manchmal noch viel schwieriger sein. Wenn ich erkenne, warum ich mich einsam fühle, bin ich in der Lage, daran zu arbeiten. Ist es das Vertrauen zu anderen, das mir fehlt? Ist es das Vertrauen in mein eigenes Sein? Sind es mangelnde Begegnungsmöglichkeiten? Oder sind meine Ansprüche zu groß?

Das alles können Gründe sein für die innere Einsamkeit. Keiner der Gründe ist falsch. Sie alle haben ihre Berechtigung. Doch bleib nicht stehen. Mach dich auf den Weg, damit du aus der Einsamkeit ausbrechen kannst. Vertrau dich einer guten Freundin an oder geh zu einem Seelsorger. Dort können die Gründe erforscht werden und du musst nicht alleine überlegen, was du ändern solltest, um aus der Spirale auszubrechen. Alleine ist das nämlich nur schwer zu schaffen. Ich weiß, wovon ich rede.

 

 

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