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Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Mühsam leicht gemacht

25. Juli 2018

Autsch. Die Aufgabe diese Woche hört sich so leicht an, aber in ihrer Umsetzung stellen sich tatsächlich ein paar Stolperstellen ein.

Gib dir einen Tag lang besonders viel Mühe, bei allem was du tust.

Sollte das nicht die Regel sein? Sollten wir uns nicht bei allem, was wir tun, Mühe geben? Vielleicht ist mein Anspruch da sehr groß, das kann schon sein. Doch ich denke, dass es sich lohnt, wenn ich mir Mühe gebe.

Tja, so lebte ich mein Leben. Bis ich am Montag den Kalender umdrehte und diesen einfachen Satz sah. Kein Problem, war mein erster Gedanke. Doch wie es so oft im Leben ist: es ist eben doch nicht so einfach, wie es aussieht.

Gestern nahm ich mir also vor, mir einen Tag besonders viel Mühe zu geben. Der Tag fing auch gut an. Mein Sohn war praktischerweise in guter Stimmung am Morgen, so dass ich mir morgens mit dem Frühstück besonders viel Mühe gab. Nein. Es gab kein Brot mit Bildchen darauf, oder ein nettes Stilleben auf dem Teller. Nein, die Dosen waren nicht besonders attraktiv gefüllt mit ausgestanzten Obst- und Gemüsestückchen. Er ist wohl auch in einem Alter, in dem er das eher peinlich als nett findet. Also war es doch Routine. Ja, ich gebe es zu. Schon allein beim Anrichten des Frühstücks stellte ich fest: in der Routine zu etwas zu machen, was besonders viel Mühe beinhalten soll, ist nicht leicht. Doch ich nahm mir die Zeit und setzte mich zu ihm. Redete mit ihm. Das kommt tatsächlich in der morgendlichen Routine sehr kurz. Da zumindest konnte ich mir Mühe geben. Doch diese Mühe war gar keine. Das zählt dann wohl auch nicht, oder?

Der Tag verlief weiter so: Die täglichen Aufgaben wie putzen, Wäsche waschen, bügeln, Wäsche aufhängen oder abnehmen. Staubsaugen. In all dem begann ich mit meiner Schnelligkeit, welche tägliche Aufgaben eben beinhaltet. Man denkt nicht weiter darüber nach. Man macht sie eben. Ich mache sie eben. Doch diesmal hielt ich kurz inne. Und dachte was für ein Privileg es doch ist, dass ich Wäsche habe, die ich waschen darf. Dass wir so viel zum Anziehen haben, dass der Bügelberg wachsen kann. Dass es wunderbar ist eine Familie zu haben, die ich versorgen darf und für die ich mir Mühe geben kann. Dass wir Essen haben und satt werden. Dass ich meine Tochter zur Schule bringen darf und die ersten warmen Sonnenstrahlen spüren kann, vermischt mit noch kühlem Morgenwind. Dass es toll ist, wenn man jemanden hat, zu dem man eingeladen wird. Dass ich Menschen habe, mit denen ich Gemeinschaft haben kann. Dass ich aufräumen darf, weil wir so viele Zimmer haben in die wir was verräumen können. Und die Liste ließe sich beliebig erweitern.

Das alles sind keine Selbstverständlichkeiten! Ich gebe zu: ich nehme das alles viel zu oft als selbstverständlich wahr. Es ist halt Alltag. Nichts besonderes. Doch in diesen alltäglichen Nichtbesonderheiten liegen Schätze begraben. Und die können wir entdecken, wenn wir uns Mühe geben. Wenn wir hinsehen warum wir das machen. Wenn wir uns Zeit nehmen. Zeit zum Danken, Staunen, Entdecken.

Ja, manches bereitet mir tatsächlich auch Mühe. Manches mache ich nicht gern. Und mir dann noch zusätzlich mehr Mühe zu geben, kann mir nur mit einer Sache gelingen: mit Liebe.

Ohne die Liebe ist das alles nichts. Wenn du mal den 1. Korinther 13 lesen willst, dann erfährst du das schon Paulus erkannt hat, dass die Liebe zu all dem der Schlüssel ist.

Und die perfekte Liebe hat Jesus gezeigt. Spätestens, aller spätestens, als er am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist! Doch ich finde auch, dass Jesus Leben auf Erden gezeigt hat, dass er voller Liebe ist. Durch sein Vorbild im Leben kann ich ihm nachfolgen und mir durchaus Mühe geben. Für die Menschen die ich liebe, aber auch für die, die ich nicht soooo gern mag.

Und ich muss sagen: Diesen Vorsatz möchte ich mir ein paar Tage mehr im Jahr erhalten. Ich möchte mir mehrere Tage im Jahr Mühe, nein, besonders viel Mühe geben bei dem, was ich mache.

 

 

Bildquelle: Pixabay
  1. Danke für diese Erinnerung, liebe Astrid! Mir fiel dabei ein Text ein, den ich schon ein paar mal gelesen habe, hier habe ich ihn in abgewandelter Form gefunden:

    Wenn Du gutes Essen im Kühlschrank hast, Kleidung zum Anziehen, ein Dach über dem Kopf und ein Bett zum Schlafen, dann bist Du reicher als 75 % der Weltbevölkerung.
    Wenn Du Geld auf dem Bankkonto hast und auch noch etwas im Portemonnaie, gehörst Du zu den 8 % der Weltbevölkerung, die die wohlhabende Schicht bilden.
    Wenn Du diesen Morgen mit nur etwas mehr Gesundheit als ein Kranker aufgestanden bist, bist Du mehr gesegnet als Millionen von Menschen, die diese Woche nicht überleben werden.
    Wenn Du noch nie als Soldat im Schützengraben gelegen hast, wenn Du noch nie die Einsamkeit eines zu Unrecht Gefangenen erfahren hast oder noch nie bei einem politischen Verhör gefoltert worden bist, dann bist Du besser dran als 500 Millionen Menschen in diesem Moment.
    Wenn Du eine Bibel besitzt, bist Du außergewöhnlich gesegnet. Der dritte Teil der Welt hat keinen Zugang zu Gottes Wort.
    Wenn Du Gottesdienste besuchen kannst ohne die ständige Angst vor einem Überfall, wenn Du ruhig Gottes Wort hören kannst ohne die Gefahr, festgenommen und abgeführt zu werden und vielleicht Marter und Tod zu erwarten, kannst Du etwas genießen, was Millionen Menschen dieser Erde gern ein einziges Mal erleben würden.
    Wenn Du noch Eltern hast, und diese immer noch glücklich verheiratet sind, dann gehörst Du zu den Ausnahmen in unserem Land.
    Wenn Du jemandem die Hand drücken kannst, jemanden umarmen oder auch nur mal kurz auf die Schulter klopfen kannst, dann ist das etwas Besonderes! Die einfache Berührung kann eine von Gott bewirkte Wohltat für andere sein.
    Wenn Du mit freudigen Augen und einem Lächeln im Gesicht durch das Leben gehst, weil dein Herz mit Dankbarkeit erfüllt ist, bist Du ein gesegneter Mensch. Denn die meisten hätten ebenfalls Grund dazu, aber sie tun es nicht.
    Wenn Du an den Herrn Jesus als Deinen Erlöser glaubst, gehörst Du zu dem gesegnetsten Teil von Menschen in dieser großen Welt.
    Wenn Du gestern für konkrete Dinge gebetet hast, und vielleicht auch heute noch, dann gehörst Du zu einer kleinen, glücklichen Minderheit, die glaubt, dass der Herr Gebete hört und erhört.
    Wenn Du diese Zeilen lesen kannst, bist Du mehr gesegnet als beinahe zwei Milliarden Menschen, die nicht einmal lesen und schreiben können.

    1. Oja, liebe Heide! Du hast so recht! Danke für diese Erinnerung und Ermutigung! Wir brauchen einander um uns daran zu erinnern, dass vermeintliche Selbstverständlichkeiten genau das nicht sind. Sondern Segnungen!

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