butterfly2god

Gedanken
Leben

Eingewickelt

15. Mai 2018

Die Natur ist doch wirklich unglaublich, oder? Wenn ich im Wald unterwegs bin, finde ich immer etwas, worüber ich staunen kann. Heute war es dieser Baum. Er tat mir unglaublich leid, wie er so eingewickelt dastand. Eingewickelt von irgendwelchen fiesen Tieren. Ob es Spinnen oder Raupen waren, entzieht sich meiner Kenntnis. Das ist ja auch nicht wichtig. Tatsache ist einfach, dass er so aussieht und nun damit leben muss. Ja, klar, es ist ein Baum. Aber ich ziehe ja gern Vergleiche zu meinem Leben. Und da kam mir folgendes in den Sinn:

Momentan bin ich so, wie dieser Baum. Ich bin umwickelt mit vielen einzelnen Fäden. Sie nehmen mir den Blick. Sie nehmen mir die Luft zum Atmen. Sie lassen mich anders aussehen, als ich in Wirklichkeit bin. Sie lähmen mich. Meine Fäden bestehen vor allem aus Versprechen, die mir Menschen gemacht haben. Menschen, denen ich geglaubt und vertraut habe. Die mir glaubhaft versichert haben, dass sie meine Freundschaft wollen, wertschätzen, brauchen und diese leben wollen. Ich habe Worte im Ohr, Zeilen vor Augen, Aktionen im Herzen die mich, wie diese Fäden, einwickeln und lähmen. Ich schaffe es nicht, mich davon zu befreien, im Gegenteil, ich werde immer weiter verwickelt. Eingewickelt.

Doch diesen Baum durfte ich von außen betrachten. Ich durfte einen Blick auf ihn erhaschen und sehen, dass, wenn sich einer die Mühe machen würde, diesen Baum zu behandeln, er seine Fäden loswerden würde.

Diese Mühe macht sich Gott bei mir. Denn obwohl ich vor lauter wirren Fäden nicht mehr viel sehe und sehr gelähmt bin, weiß ich doch, dass es Fallstricke des Teufels sind, die mich lähmen wollen und die sich gern vermehren, wenn ich sie lasse.

Gott ist jedoch jemand, der mich von außen sieht und sich immer wieder die Mühe macht, mich von diesen Fäden zu befreien. Er will nicht, dass ich eingewickelt irgendwo herum stehe. Er will, dass ich zu meiner Bestimmung komme.

Diese Fäden, die mich lähmen, haben es geschafft, dass ich wieder ganz unten angekommen bin. Dass ich keine Kraft mehr habe zu kämpfen. Dass ich mich aufgebe. Doch Gott ist einfach genial. Er hilft dort, wo ich nicht mehr damit rechne. Eine Ermutigung heute morgen hat mich in den Wald geführt. Und dort konnte ich wieder vor ihn kommen und merken, wieviel Kraft ER hat!

Mein Gebet war ganz schlicht: Ich kann nicht. Aber du kannst, Herr. Es gab einen Hügel zu bewältigen und ich spürte: ich will diesen Hügel heute schaffen! Ein „Ich will!“ Für dich mag es nichts besonderes sein. Aber für mich, am Boden, ohne Kraft ist dieses „Ich will“ ein Riesengeschenk! Und ich hätte ihn nicht geschafft, wenn dieses Gebet mir keine Kraft gegeben hätte. So habe nicht ich den Hügel bewältigt, sondern ich wurde getragen.

Und wenn dieses Beispiel noch so banal sein mag: es soll ein Zeichen für mich sein. Es soll mir zeigen: in mir gibt es noch Funken, die glühen. Und Gott hat versprochen:

 

Das geknickte Rohr bricht er nicht durch, den glimmenden Docht löscht er nicht aus.

Jesaja 42,3 NBH

 

 

Und diese Funken zeigen sich in einem kleinen „Ich will!“ Ebenso schaffe ich es, kleine Hügel zu erklimmen. Nach und nach. Sie sind ein Zeichen dafür, dass Gott mich trägt. Ich kann nicht mehr. Ich trete von der Bühne und überlasse ihm das Feld! Sein Sieg über mein Leben!

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