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Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Lächeln tut gut

25. April 2018

Kennst du das auch? Es wird eine Aufgabe an dich heran getragen und sie erscheint dir auf den ersten Blick total easy zu sein. Dann machst du dich daran, diese Aufgabe zu erledigen und je mehr du in die Arbeit eintauchst, desto mehr stellst du fest, dass es doch nicht so einfach ist, wie auf den ersten Blick angenommen.

So geht es mir in dieser Woche. Die Challenge jeden anzulächeln der mir über den Weg läuft, schien so einfach zu sein! Schließlich bin ich doch ein aufgeschlossener und meist freundlicher Mensch. Wieso sollte es mir da nicht gelingen?!?!

Doch erstaunlicherweise bin auf diverse Schwierigkeiten gestossen…

 

1. Ich bin total in Gedanken versunken

Wenn ich zum Beispiel einkaufen gehe, konzentriere ich mich auf meine Einkaufsliste. Und darauf, was ich noch vergessen habe könnte. Wenn ich spazieren gehe, dann nutze ich die Zeit gern zum Beten und schaue dabei zu Boden. Somit bin ich schon schwerlich in der Lage, ein Gegenüber überhaupt wahrzumehmen. Wenn ich koche, dann vergesse ich gern dabei zu lächeln, selbst wenn meine Kinder mir etwas erzählen. Wenn ich nähe und jemand etwas von mir möchte, fällt es mir schwer lächelnd aufzusehen und meine Aufmerksamkeit dem Gegenüber zuzuwenden. Ja, ich bin so beschäftigt mit den Dingen, die in meinem Kopf herumschwirren, dass es mir dann entweder gar nicht auffällt, wie griesgrämig ich tatsächlich aus der Wäsche schaue. Oder ich bin so konzentriert, dass ich es als Störung empfinde, wenn ich herausgerissen werde. Mir fällt zwar auf wie ärgerlich ich gucke, jedoch bin ich nicht in der Lage bin, es zu verändern.

Challenge failed.

 

2. Ich habe schlechte Laune

Tatsächlich (darf ich das hier überhaupt erwähnen???) kann ich durchaus schlecht gelaunt sein. Gestern kam meine Tochter nach Hause und sie sollte ein wenig Mathe üben, da sie eine Arbeit schreibt. Das macht ihr per se schon schlechte Laune.  Also, das üben. Die Mathearbeit sicherlich auch. Doch auch ich war nicht besonders glücklich, da ich in der Küche stehen und kochen sollte. (Wenn ich jemals Glücksgefühle in der Küche haben sollte, dann kommt das einem Wunder gleich! Also, ich bin gespannt…) Wir waren also beide etwas gereizt. Da fällt es mir sehr schwer zu lächeln. Wie kann man gut gelaunt bleiben, wenn zwei negative Komponenten aufeinander prallen? Ein schlecht gelauntes 8-jähriges und eine ungeliebte Aufgabe??? Schaffst du das? Ich nicht. Da  knallte es leider. Vom Lächeln fehlte jede Spur.

Challenge failed.

 

3. Ich möchte gar nicht jeden anlächeln

Ups, habe ich das wirklich gerade geschrieben? Das ist ja allerhand! Wie gehe ich als Christ mit diesem Gefühl um? Auf der anderen Seite: Wie gehe ich als Frau mit diesem Gefühl um?

Ersteres ist völlig klar: Ich soll meinen Nächsten lieben, wie mich selbst. Egal, wer mein Nächster ist. Ob es jemand ist, der mir nahe steht oder den ich überhaupt nicht kenne.

Zweiteres fiel mir dann beim spazieren gehen auf (als mein Gebet beendet war und ich mich wieder an meine Aufgabe erinnerte…). Mir kam ein Mann entgegen und ich fragte mich, wie es bei ihm ankommt, wenn ich ihn freundlich anlächel und grüße. Kommt es einfach nur nett rüber, oder sieht er mehr darin? Wie ist das dann noch, wenn es ein ausländischer Mann ist? Blöde Vorurteile! Doch in mir steckt leider so ein kleines „Hab-acht-Weibchen“, das mich vorsichtig sein lässt. Immer noch. Als Jugendliche war das sicher noch mehr ausgereift. Doch auch als erwachsene Frau habe ich immer noch diese Unsicherheit den Männern gegenüber. Ist das nicht schade, dass ich mich mit solchen Gedanken trage, bzw tragen muss? Dass ich nicht unbeschwert jedem gleich begegnen kann? Egal, ob es ein Mann ist oder eine Frau. Egal ob es jemand ist mit der selben Kultur wie meine oder einer völlig anderen?

Challenge failed.

 

4. Wie du mir, so ich dir

Leider ist das auch etwas, an dem ich sehr zu arbeiten habe. Wenn ich in Konflikten stecke, kann ich schnell auf ein sehr unfreundliches Level geraten. Der Konflikt muss dazu nicht einmal besonders groß sein. Es reicht, wenn ich an der Kasse im Supermarkt unfreundlich behandelt werde, weil ich vergessen habe, mein Obst oder Gemüse zu wiegen. Oder wenn ich mit einem Handwerker reden muss und er mir vorjammert, wie stressig alles ist und dass er leider nicht in der Lage ist unser Projekt, welches schon seit einem Jahr läuft, zu beenden. Oder wenn mein Mann gestresst von der Arbeit heim kommt und mir dann vorwirft, dass etwas nicht nach seinen Vorstellungen läuft. Ja, dann kann ich mein Lächeln so weit verschwinden lassen, dass die Zornesfalten zwischen meinen Augen sich vertiefen, die Stimmlage eine Oktave höher wird und ich außerdem auf der Stelle um mich herum alles zu Eis gefrieren lassen kann.

Challenge failed.

 


Nun bin ich erst einmal froh, dass ich noch ein wenig Zeit habe, an dieser Aufgabe zu üben. Des weiteren bin ich auch sehr froh darüber, dass ich diese Stolperstellen erkannt habe. Denn nur so bin ich in der Lage, anders zu reagieren. Zum Beispiel hebt es die Stimmung, wenn man lächelt. Es ist bewiesen, dass dabei Hormone ausgeschüttet werden. Sind es nicht sogar die selben wie bei einem Stück Schokolade? Der übermäßige Genuss von Schokolade hat manch ungewollte Nebenwirkungen. Lächeln verbraucht nebenbei Kalorien und ist Gymnastik der Extraklasse fürs Gesicht! Beim Lächeln werden 43 Muskeln aktiviert. Ist das nicht ein Grund mehr zu lächeln und freundlich zu schauen?

Und ja. Es ist mir durchaus schon an manchen Stellen gelungen, jemanden anzulächeln. Sogar bewusst. Das ist doch auch was, oder?

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