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Gedanken
Leben

Die Vergleichsfalle Teil 2

24. März 2018

Wie das so ist, ging mir gestern Abend im Bett noch mal alles durch den Kopf. Schließlich schüttelt man solch ein Erlebnis nicht einfach so ab. Nein, dafür ist das Mutterherz viel zu sensibel. Ich war so froh, dass meine Tochter abends wieder gelacht hat und ihr fröhliches Naturell die Oberhand behalten hat. Das ist es nämlich, was sie aussmacht. Die Freude die sie versprüht. Der Spaß am Leben. Jedes Mal wenn sie lacht, muss ich mitlachen. Ich freue mich über dieses Kind, das soviel Liebe und Freude vermittelt.

Mir fiel ein, dass wir einmal in einer Wissenssendung gesehen hatten, dass sich Vergleichen jedoch lohnt. Denn es gibt manche Angebote, vor allem im Supermarkt, welche die Kunden locken sollen. Neulich hatten wir selbst dann solch ein Erlebnis.

Wir standen vor dem Kühlregal und (auch hier wieder) meine Tochter wollte gern ein zuckersüßes Kinderprodukt haben. Da ich selbst auch so ein Zuckermäulchen bin, sage ich nicht jedes Mal nein. Zumal es noch ein Angebot war! 4 Stück für nur einen Euro! Da kann man doch gar nicht daran vorbeilaufen. Denn das nette Angebotsschild leuchtet so positiv in gelb. Wir hatten es schon in der Hand, da fiel unser Blick auf ein Päckchen des gleichen Produkts. Jedoch gab es hier 8 Stück für 1,99 Euro. Und die hatten kein gelbes Schild daran, es war der reguläre Preis. Wie gut, dass wir doch vorher die Wissenssendung geschaut hatten! Das gelbe Schild hätte mich Mathenull doch glatt davon überzeugt, dass wir da ein Schnäppchen gemacht hätten. Doch so fiel uns beiden auf: da stimmt was nicht. Natürlich wanderten die 8 in den Wagen. (So hatte ich schließlich 4 mehr, die ich essen konnte!)

Im Leben ist es doch auch so. Wir lassen uns von dem schönen Schein blenden. Gestern habe ich es kurz angeschnitten. Wir sehen, wo es perfekt aussieht und das zieht uns an. Doch wenn wir dahinter schauen entdecken wir oft Mogelpackungen. Es verkommt zu einer Selbstdarstellung.

Im Zeitalter des Internets merke ich das ganz besonders. Und ich muss zugeben, dass ich diesem Schein auch gern nach gebe. Auch ich präsentiere gerne nur das beste. Denn meine Produkte sollen ja gekauft werden. Wenn ich eine Tasche genäht habe, dann fotografiere ich sie so, dass man die kleinen Fehler nicht so sieht, sondern zeige das, was gut gelungen ist. Natürlich! Denn sonst würden die Leute ja nicht bei mir bestellen. Auf Instagram oder Facebook zeige ich meine Werke und freue mich über jeden „Like“, den es bekommt. Wenn eins nicht so viel Aufmerksamkeit erhält, frage ich mich: liegt es an mir? Wir sind immer mehr abhängig von den Daumen-hoch-Zeichen oder den Herzen. Die folgende Generation (also meine Kinder) werden das noch viel mehr sein, wenn sie es erst einmal entdecken dürfen. Denn ohne social media geht es doch heute gar nicht mehr.

Meinen Blog vergleiche ich auch gern mit dem der anderen. Jeder Zugriff erfreut mein Herz. Jedes „gefällt mir“ wird mir wichtig. Wichtiger fast als die Botschaft die ich vermitteln will. Ist es das alles wert? Nein! Denn hier soll ein Ort sein, an dem ich meine Gedanken sortieren kann. An dem ich positives mit anderen teilen möchte. An dem ich Hoffnung spenden möchte. Das gelingt mir leider nicht immer besonders gut. Manchmal kommt meine Depression doch zu sehr heraus. Daher habe ich beschlossen, dass ich das ändern möchte. Es soll wieder mehr um die Botschaft gehen, die ich mir zum Ziel gesetzt habe. Die Botschaft, dass es einen gibt, bei dem alles Vergleichen nicht nötig ist. Dass es einen gibt, der eine unglaubliche Außenwirkung hatte und dennoch keine Mogelpackung ist.

Heute habe ich erst wieder gelesen, wie Jesus einen Blinden geheilt hat. Die Juden wollten ihn dafür anklagen, denn er hat, wie kann es anders sein, an einem Sabbat geheilt. Jesus setzt sich bewusst dafür ein, dass es um den Menschen geht. Das hat ihm nicht nur Daumen hoch und Herzen eingebracht. Ganz im Gegenteil! Doch er war absolut authentisch in seinem Tun. Er wusste, dass er sich um den Menschen sorgen möchte und das er bei ihm an erster Stelle steht.

Ich möchte in unserer Gemeinde (die nun leider keine äußerst anziehende Präsenz hat) den Menschen, vor allem den Kindern vermitteln, dass es um sie geht. Dass sie wichtig sind. Dass es nicht darauf ankommt, dass Menschen ihnen sagen, wer sie sind und was sie ausmacht. Sondern dass es darum geht, dass Gott sie wunderbar und einzigartig geschaffen hat. Dass sie sich nicht vergleichen müssen, dass es aber durchaus Sinn macht, nicht alles als super toll anzusehen, was auf den ersten Schein super toll aussieht. Dass sie genau hinsehen, um wen es geht. Um was es geht. Das ist mein Ziel in der Familie und in der Gemeinde.

Außerdem wünsche ich mir, dass ich mich frei machen kann von den „gefällt-mirs“ dieser Welt. Dass ich meine Identität in dem festmachen kann, der mir dauerhaft „Gefällt-mir“ zeigt. Der mich gemacht hat und der mir beisteht, wie niemand sonst es tut.

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