butterfly2god

Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Sonntagsausflüge

22. März 2018

Müde… Ich bin einfach dauerhaft müde! Liegt das an dem ausbleibenden Frühling? Oder sind es die Reste des Winterschlafs, den ich noch nicht abgeschüttelt habe? Keine Ahnung. Jedenfalls habe ich doch glatt die Wednesday Challenge verpasst und bin statt dessen ins Bett gefallen. Nun. Dann hole ich das eben an einem Thursday nach.

Die Aufgabe diese Woche bezieht sich eh auf einen Sonntag. Nicht auf diesen, sondern auf irgendeinen Sonntag. Ein unbeachtetes Museum darf ich durchschlendern. Weißt du: ich mag Museen. Sogar ziemlich. Leider habe ich eine Familie, die diese Leidenschaft nicht besonders teilt. Das ist eine lahme Ausrede, ich weiß. Doch es macht irgendwie wenig Spaß wenn ich nicht in Ruhe dort verweilen darf, wo ich es interessant finde. Oder wenn ich die Schilder nicht lesen darf weil ich weitergezogen werde.

Doch zu meinem Geburtstag habe ich mir ein kulturelles Wochenende gewünscht. Da haben wir das Schloss Neuschwanstein besucht. Wir sind nicht nur auf den Berg hoch gelaufen, sondern wir waren sogar im Schloss! Wir haben eine Führung mitgemacht und haben uns erzählen lassen, wie Ludwig der II. alles in Auftrag gegeben hat. Dass an seinem Zimmer (welches viel kleiner war, als die Zimmer der Kinder) 14 Schnitzer 4 Jahre lang gearbeitet haben. Und dass der Kronleuchter im Thronsaal 950 kg wiegt und für 95 Kerzen Platz hat. (Wenn du meinen Blog verfolgst, weißt du, dass ich mit Zahlen nichts am Hut habe. Also, falls es Abweichungen meiner Erinnerungen gibt, darfst du mich korrigieren oder geflissentlich darüber hinwegsehen.)

Sonntags waren wir dann noch in München im deutschen Museum. Dort hatten wir keine Führung und sind so ziemlich flugs durch die Räumlichkeiten gehuscht. An einigen Exponaten standen wir tatsächlich etwas länger. Vornehmlich an denen, die sich bewegen, drehen, messen, verändern konnten. Eindeutig haben die Kinder hier die Geschwindigkeit angegeben.

Wir hatten also Kultur genug. Als wir heim kamen, waren wir sehr geschafft und müde, aber auch sehr erfüllt von allem, was wir gesehen haben. Es war ein schönes Erlebnis für uns alle.

Museen haben eindeutig ihren Charme. Auch wenn ich ein absolutes Kind der Neuzeit bin, finde ich es überaus spannend, in die Vergangenheit einzutauchen und festzustellen, wie gut wir es heute haben.

Sicher war es wunderschön, durch das Schloss Neuschwanstein zu schlendern mit all seinem Prunk und mir vorzustellen, ich wäre die Prinzessin. Doch das Ganze hat 2 Kehrseiten:

  1. Als Prinzessin hatte man es nicht nur gut. Sie wurden in Korsetts eingeschnürt und bekamen kaum Luft. Sie mussten sich benehmen und durften sich kein Fehlverhalten in der Etikette leisten. Sie sahen ihre Eltern (oder auch Kinder) so gut wie nie. Sie hatten wenig von ihrem Ehemann und Privatleben gab es so gut wie keins. Sie durften ihre Gefühle nicht offen zeigen. Egal, ob sie traurig, fröhlich, wütend waren. Contenance halten war die Devise.
  2. Sehr viel wahrscheinlicher wäre doch gewesen, dass ich zum Personal oder zu den Dorfbewohnern gehört hätte. Denn wieviele Prinzessinnen gab es im Gegensatz zu gewöhnlichen Bürgern? Definitiv weniger! Und die hatten kein so gutes Leben wie die königlichen Hoheiten. Sie lebten in dunklen, engen Hütten. Dort war es kalt, bzw hatten sie ihr Feuer in der Hütte und wurden eingeräuchert. Sie mussten hart arbeiten, um die Steuern an den König, Lehnsherrn oder wen auch immer abzugeben. Sie wurden oft schlecht behandelt, hatten Angst vor dem Adel. So sah ihr Leben aus.

 

So möchte ich dann doch nicht leben. Wie gesagt, ich bin absolut ein Kind der Neuzeit. In jeder Epoche gibt es Dinge, die schön sind. Und es gibt Dinge, die bedrohlich sind. Sicher ist es auch heute nicht leicht zu bestehen und sein Leben gut leben. Doch ist uns sehr viel abgenommen, was früher schwierig oder sogar unmöglich war.

Eine entfernte Bekannte ist schwanger. Ihr Baby liegt quer im Bauch. Sie geht zum Arzt und der versucht das Baby in die richtige Lage zu drehen. Diese Behandlung kann die Geburt auslösen. Heutzutage ist das zum Glück kein Problem mehr. Weder die Querlage, noch eine zu frühe Geburt. Früher sind die Mütter, die Kinder oder auch beide oftmals dabei gestorben. Welch ein Grund zur Dankbarkeit, dass es heute viel seltener der Fall ist.

Ja. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Das weiß ich. Aber ich bin froh, dass es Museen gibt, die mir diese Realität vor Augen hält! Daher werde ich mir sicher noch mal eines aussuchen und wer weiß? Vielleicht schlendere ich mal alleine hindurch und nehme mir soviel Zeit, wie ich möchte!?!?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere