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Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Lebensrezept

14. März 2018

Ein schwieriges Rezept soll ich mir aussuchen und dies nachkochen. Wer meinen Blog ein wenig verfolgt, der weiß, wie gern ich schon backe! Wenn ich dir davon erzähle, wie gern ich auch noch koche, dann wirst du nie zu mir zum Essen kommen. Gestern ist es mir doch tatsächlich passiert, dass ich Käsespätzle machen wollte (also, nicht dass du einen falschen Eindruck von mir bekommst: Ins Kühlregal greifen, Spätzle herausnehmen, an der Kasse bezahlen, zu Hause aufschneiden und die Pfanne geben!) und diese sind mir wirklich und wahrhaftig angebrannt!!!! Das, muss ich zugeben, ist mir auch noch nicht passiert. Schuld war aber natürlich nicht ich! Sowas weise ich gaaaaanz weit von mir! Meine Tochter brauchte Hilfe in Mathe. Warum die Platte auf der höchsten Stufe stand, ist mir ein Rätsel. Das kann ich nicht erklären.

Jedenfalls ist es doch so: Ich kann selbst ein Rezept wie Käsespätzle nicht mal hinbekommen, daher wäre das schon eine großartige Herausforderung. Coq au vin lasse ich dann lieber gleich bleiben. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das aussehen würde, wenn man mich daran lassen würde. Geschweige denn: wer soll das essen??? Das mute ich niemanden zu. Also habe ich mich auf die Suche nach einem Rezept gemacht, was eine Herausforderung ist für mich und welches ich anderen auch tatsächlich noch zumuten kann. Fündig geworden bin ich hier:

Zu allererst nimm Dankbarkeit,
hab Geduld und lass dir Zeit.
Glück, das ist kein Schnellgericht,
pack ein Lächeln in´s Gesicht.
Nimm nur was dein Herz dir rät,
leb´ deine Kreativität.
Gib Disziplin und Fleiß dazu,
doch gönn dir auch genügend Ruh´.
Misch dazu, was Freude macht:
Spaß, damit die Welt mehr lacht.
Toleranz, die Frieden bringt,
Fröhlichkeit, die dich beschwingt.
Akzeptanz, die viel verzeiht,
eine Portion Großzügigkeit.
Humor, er tut der Seele gut,
dazu ein paar Löffel Mut.
Vertrauen, Hoffnung für mehr Licht.
Ja, all das braucht ein „Glücksgericht”.
Doch das Wichtigste zum Glücklich sein:
Rühr deine Liebe mit hinein.
Zum Schluss mit Güte fein garnieren
und einer Brise Charme servieren.

Auszug aus „Genuss für Leib und Seele”, Band 8 der Buchserie „Oups”

Auch dieses Rezept stellt mich vor große Herausforderungen. Fangen wir doch mal am Anfang an.

  • Dankbarkeit

Das ist so eine Sache bei mir. Diese Zutat habe ich nicht immer parat. Die muss ich oftmals lange suchen. Der Dank, der auch in kleinen Dingen liegt, fällt mir oft schwer. Schon Kinder tun sich schwer mit dem Wort „Danke“, wenn sie etwas bekommen. Neulich brachte ich meinem Sohn etwas mit, von dem ich wusste, dass er sich wirklich darüber freuen würde. Dieses „Danke“ von ihm kam aus tiefsten Herzen. Das hatte ich schon lange nicht mehr so von ihm gehört. Und mir geht es auch oft so. Ich sage Danke, weil es sich gehört. Doch es ist eine Lebensaufgabe, diesen Dank auch tatsächlich so zu empfinden! Nicht über alles kann ich mich freuen. Aber ich kann über alles dankbar sein, was mir in meinem Leben geschenkt wird. Mein Mann. Meine Kinder. Mein Zuhause. Mein sorgenfreies Leben. Meine Freunde. Meine Eltern. Meine Schwester. Es gibt unzählige Gründe dafür. Ich muss nur mit offenen Augen und offenen Herzen durch die Welt laufen.

  • Geduld

Tjaaaa. Herr, schenke mir Geduld! Aber sofort!!!! Das ist in der Tat eine ganz große Sache. Noch größer als der Dank. Geduld besitze ich fast gar nicht. Das fällt mir gerade im Umgang mit meinen Kindern sehr oft auf. Gerade da, wo ich sie haben sollte, fehlt sie ganz besonders. Da hilft es nur, tief durchzuatmen, an meine Zutatenschublade zu gehen und eine große Portion dazuzugeben! Jeden Tag neu. Der Vorrat darf niemals ausgehen. Sonst sieht es schlecht aus.

  • Lächeln

Das kann ich. Lächeln tu ich gern. Oder woher kommen die Falten auf meiner Stirn sonst? Meine Freundin nennt sie Zornesfalten. Ich nenne sie… Also gut, ich geh mal an Regal und nehme das Lächeln bewusst heraus, damit ich mich und meine Umgebung damit beglücken kann.

  • Kreativität

Das ist etwas, was mir leicht fällt. Ich bin gern kreativ. Das lebe ich aus, indem ich nähe. Diese Kreativität habe ich zu meinem Job gemacht. Nun nähe ich für andere und stecke dort meine Kreativität hinein. Das macht mir Spaß. Ich liebe es, damit andere zu beglücken. Also, diese Zutat ist zuhauf vorhanden.

  • Disziplin und Fleiß

Hach ja, ich sehe schon, ich muss demnächst einen Großauftrag aufgeben. Disziplin und Fleiß kann ich in die Dinge stecken, die mir Freude bereiten. Wenn es um Pflichterfüllung geht, dann kann ich das sehr gern vor mir herschieben und auf dem letzten Drücker erledigen. Aber wenigstens mache ich es. Und ich gebe zu: die Freude kommt oft dazu.

  • Ruhe

Ja, die habe ich auch zu Hause! Ganz viel. Die nehme ich mir einfach. Seitdem meine Kinder winzig klein sind, haben wir Mittagspause gemacht. Dieses Ritual hat sich bei den Kindern verselbstständigt und ich genieße es, in dieser Zeit zu lesen, Kaffee zu trinken, manchmal auch ein Schläfchen zu machen. Das klingt manchmal etwas egoistisch und es ist mir sogar ein wenig peinlich, das zuzugeben. Doch diese Pause brauche ich und auch meinen Kindern tut es gut, da sie herunterkommen und Kraft tanken können. Danach haben wir wieder Power zum weitermachen.

  • Spaß

Diese Zutat fehlt mir manchmal. Meist habe ich sie da. Doch manchmal geht sie auch aus. Spaß ist etwas, was ich in den letzten Jahren wieder mehr entdeckt habe. Sie hat meinem Leben gefehlt. Nun passe ich schon auf, dass sie vorrätig ist. Denn ich bin ein lebendiger Mensch, der gern lacht und Dinge unternimmt. Das war ein wenig verschüttet. Und ich bin froh und dankbar, dass es einen Menschen in meinem Leben gab, der mir das wieder vermittelt hat! Nun gibt es ihn wieder und damit ist vieles leichter für mich.

  • Toleranz

Eine liebe Person in meinem Umfeld hat mir zum Geburtstag geschrieben: Bleib wie du bist, an der Toleranz arbeiten wir noch. So oder so ähnlich. Manchmal habe ich durchaus Ansichten, die nicht wirklich tolerant scheinen. Und es ist auch tatsächlich so, dass ich Menschen gern anders hätte, als sie sind. Oder mich. Auch bei mir bin ich wenig tolerant. Ja, diese Zutat nehme ich auf meine Bestellliste dazu!

  • Fröhlichkeit

Noch ein Punkt auf der Bestellliste. In mir drin ist eine tiefe Traurigkeit. Diese verdeckt die Fröhlichkeit. Sie kommt manches Mal heraus und möchte die Oberhand gewinnen. Doch die Traurigkeit greift schnell ein und versteckt die Fröhlichkeit. Also brauche ich definitiv mehr davon!

  • Akzeptanz

Doch, verzeihen kann ich. Oder vergessen. Ist das dasselbe? Wahrscheinlich nicht. Also gut, Akzeptanz wird notiert. Sie fehlt in meinem Vorratsschrank.

  • Großzügigkeit

Doch, ja, wenn ich mal nachsehe, großzügig kann ich schon sein. Ich schenke sehr gerne. Da kann ich auch mal übers Ziel hinausschießen und wundere mich, warum andere weniger geben würden. Diese Zutat habe ich also.

  • Humor

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Ja, ich finde mich schon humorvoll. Gern auch schwarzer Humor. Das mag ich. Denn wie gesagt, ich lache so gern. Und wenn ich mal nichts zu lachen hatte, dann schaue ich mir bewusst etwas an, worüber ich lachen kann. Das tut gut!

  • Mut

Nun, schon alleine, dass ich diesen Kalender durchgehe zeigt doch ein gewisses Maß an Mut, oder nicht? Ich gehe gern an meine Grenzen und auch darüber hinaus. Doch bei Spinnen hört mein Mut auf. Da renne ich davon und meine Männer müssen mich retten! Nicht in allen Dingen muss ich mutig sein.

  • Vertrauen

Oje, dieses Döschen ist komplett leer. Und wenn ich auch noch so sehr alle Regale durchstöbere, ich finde es nicht! Es scheint ausverkauft zu sein. Ich bin sehr gespannt, wann ich es wieder bekommen kann.

  • Hoffnung

Da ist noch ein wenig vorhanden. Hoffnung ist das, was bleibt, wenn nichts mehr übrig ist. Ein kleines Fünkchen zumindest. Es ist auch schwer zu bekommen. Doch eine kleine Prise ist immer irgendwo aufzutreiben. Damit ich nicht vergesse, dass Hoffnung stets vorrätig ist, habe ich mir vor gut einem Jahr ein Tattoo stechen lassen mit der Bedeutung: There is Hope. When oceans rise and mountains fall, he will never fail. Somit habe ich eine perfekte Erinnerung daran.

  • Liebe

Die Liebe! Sie ist schon vorhanden. Doch. Ein klein wenig zumindest. Die Liebe ist jedoch das, was immer mehr wird, je mehr man davon gibt. Das sollte ich noch ein wenig mehr probieren. Heute ist ein guter Tag, meine Liebe zu verschwenden um sie mehr und mehr zu bekommen.

  • Güte

Das ist so ähnlich wie mit der Geduld. Ich sollte mir viel mehr davon gönnen und verschwenderischer damit umgehen.

  • Charme

Davon gibt es einiges in meinem Vorratschrank. Doch ich darf ihn in meinem Lebensrezept durchaus mehr verwenden. Denn ich weiß, dass er da ist.

Das also ist mein ausgefallenstes und schwierigstes Rezept. Du siehst, einige Zutaten fehlen ganz, oder sind nur in kleinen Mengen in meinem Vorrat.

Wie geht es dir? Hast du all diese Zutaten da für ein gelingendes Leben?

Heute will ich mich auf den Weg machen und die Zutaten zusammenmischen und damit meine Umgebung beglücken. Wenn es mir gelingt, dann haben wir alle was davon. Und niemandem wird schlecht oder wird mit einer Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.

Sicher wird es nicht immer leicht. Doch ich möchte es gern lernen, jeden Tag dieses Rezept zu „kochen“.

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