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Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Blau machen

28. Februar 2018

Einen Tag blau machen, ohne wirklich krank zu sein.

Also gut. Das geht eigentlich nicht wirklich. Eine Hausfrau und Mutter kann erstens nicht krank werden. Und wenn ich doch mal krank werde, habe ich das Privileg, dass ich mich morgens wirklich ausruhen kann. Denn da sind meine Kinder in der Schule.

Dennoch habe ich im Laufe der Jahre gelernt, mir Ruhepausen zu schaffen. Manchmal ist es gar nicht so gut, weil es schnell in Faulheit umschlagen kann. Dann sitze ich ein wenig länger im Sessel und lese. Oder, ja, ich gestehe es: schaue eine Serie. Das geht dank A… prime ja wirklich ganz einfach und leider, leider bleibe ich manches Mal daran hängen.

Doch auf der anderen Seite: Wer sagt denn, das ich das nicht darf? An 365 Tagen im Jahr mache ich meinen Job und das auch ohne wirklich Urlaub zu haben. Denn Urlaub, auch wenn man da einiges entspannter angehen kann, ist es nicht wirklich. Mein Mann hat eine Doppelbelastung: Job und Kinder. Den Haushalt halte ich weitestgehend von ihm fern, auch wenn ich mich durchaus freue, wenn er mal die Spülmaschine ausräumt oder die Wäsche nach oben trägt. Doch putzen, staubsaugen, Wäsche waschen muss er nicht. Das ist mein Job und meistens mache ich auch ihn auch ganz gern. Doch im Urlaub habe ich das eben auch. Da fällt für meinen Mann der Job weg, er hat nur noch die Kinder. Während ich weiter aufräume, wasche und putze. Und die Kinder habe. Das fühlt sich oft nicht wirklich erholsam an.

Daher versuche ich mir vormittags die Zeit zu gönnen. Wenn es denn geht. Natürlich fallen in die Zeit alle Aktionen, die sich ohne Kinder leichter erledigen lassen: einkaufen, Arztbesuche, Vorbereitungen für Kigo, meine Aufträge, mein Blog ebenso wie das putzen und aufräumen.

Manchmal denke ich schon: Für eine „nur“ Hausfrau und Mama könnte es hier wesentlich ordentlicher sein. Da könnten die Ecken besser geputzt sein. Der Fußabtreter dürfte keine Schmutzstellen aufzeigen, das Bad sollte blitzen, die Küche sowieso.

Doch ich lerne nach und nach: das hier ist ein Haus, in dem leben wir. Es werden Tische, Waschbecken und Teppiche benutzt. Mit Kindern fallen auch einfach Dreck und Krümel an. Das ist so und das darf auch mal so zu sehen sein.

Dennoch entschuldige ich mich oft, wenn es spontan klingelt. Ist der Besuch vorher angekündigt, räume ich das Gröbste auf, so dass ich mich nicht in Grund und Boden schämen muss.

Denn natürlich spiegelt das ein wenig mein Leben wieder: Ich verzettel mich gern in Dingen, die weniger wichtig sind. Ich lebe oft nach dem Lustprinzip. Wenn ich Lust habe, die Fenster zu putzen, dann mache ich das, obwohl der Boden dringender gewischt werden muss.

So lebe ich auch leider oft mein Glaubensleben. Wenn es mir mehr Spaß macht zu beten, dann bete ich eben mehr, anstatt die Bibel zu lesen.

Es sollte jedoch ein ausgeglichenes Bild sein. Alles hat seine Zeit und seinen Platz. Daran arbeite ich noch. Struktur und ich sind keine Freunde. Man könnte sogar sagen, dass wir eine ausgesprochen unharmonische Beziehung führen. Alles was nach Organisation und Struktur aussieht, ist mir fast zuwider. Da gibt es oft Reibungen mit meinem Mann, der Struktur, Ordnung und Organisation braucht und liebt. Wie heißt es so schön: Gegensätze ziehen sich an? Da wir lernen voneinander. Er lernt, dass es sich auch im Chaos einigermaßen leben lässt, während ich schaue, dass ich das Chaos ein wenig in Grenzen halte, so dass er sich noch wohl fühlen kann.

„Blaumachen“ ist daher ein Begriff, den ich nicht umsetzen kann. Doch jeden Tag halte ich mir ein wenig Zeit für mich frei, in der ich wirklich machen kann, was mir gut tut! Und das mit dem schlechten Gewissen: Das werde ich auch noch lernen. Ich habe ja noch Zeit dazu.

 

Wie ist es bei dir? Nimmst du dir regelmäßig für dich? Das ist als Mutter nicht immer einfach. Hast du dabei ein schlechtes Gewissen? Oder lebst du ganz und gar für deine Familie und macht es dir nichts aus, dass deine eigene Freiheit manchmal so beschnitten ist?

Lass doch gerne einen Kommentar da!

 

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