butterfly2god

Gedanken
Jesus

Meine Freunde

20. Februar 2018

Sie kamen zu mir und überschütteten mich mit Sätzen. Zuerst verstand ich überhaupt nicht, was sie sagten. Lediglich einzelne Wörter konnte ich aus der ganzen Flut herausfiltern. Wörter, die mir Hoffnung und gleichzeitig Angst machten. Denn wenn sich Hoffnungen zerschlagen, bleibt am Ende der Frust. Und davor hatte ich Angst. Ich war schon zu lange in meiner Situation. Was oder vor allem wer sollte mir noch helfen können? Doch sie ließen nicht locker. Ich sah das Leuchten in ihren Augen. Sie waren sicher, dass ihr Plan gelingen würde. Nach und nach erkannte ich, was ihr Plan war.

ER war in der Stadt. Der Prediger, der inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt war. Er sollte seltsame Dinge getan haben. Es war von Menschen die Rede, die von Dämonen besessen waren. Dass ER nur ein Wort sagte und die Dämonen verschwanden. ER lehrte die obersten Priester und alle, die in der Synagoge waren. ER sprach von Gott mit Vollmacht. ER heilte Menschen. Selbst Menschen wie mich, die schon lange krank waren. Das konnte einfach nicht verborgen bleiben. Und nun war ER also hier. Bei uns. Und meine Freunde wollten mich zu IHM bringen.

Ob das gut ging? Ich war wirklich unsicher. Ich hatte Angst. Was, wenn seine Heilung nur bei anderen funktionierte, aber nicht bei mir? Wenn ich mir jetzt Hoffnung machen würde und ich würde nicht geheilt werden. Nein. Ich wollte das lieber nicht. Das sagte ich auch meinen Freunden. Doch sie hörten mir überhaupt nicht zu! Sie waren zu viert und ließen sich von ihrem Plan nicht abbringen. Auf einmal schwankte der Boden unter mir. Ich schaute nach unten. Sie trugen mich auf meiner Bahre einfach weg! Ich fühlte mich so unglaublich hilflos! Was sollte denn das? Ich sagte ihnen immer wieder, dass ich nicht zu IHM wollte. Doch sie gingen auf mein „NEIN! HALT! STOPP!“ keine Sekunde ein. Sie lachten und sangen. Sie waren sich sicher, dass ich bald auch wieder mit ihnen durch die Gegend laufen könnte. In mir keimte ein kleiner Hoffnungsschimmer auf. Doch ich versuchte ihn mit logischen Argumenten wegzureden. So viele Behandlungen hatte ich schon probiert! So viele Ärzte besucht. Niemand war in der Lage, mir zu helfen. Warum sollte ER es können?

Als wir an dem recht großen Haus ankamen, in dem ER sich aufhalten sollte, hatte sich bereits eine riesige Menschenmenge versammelt. Drinnen war schon lange kein Platz mehr. Die Leute standen draußen, drängten und schubsten sich gegenseitig, um einen Blick auf IHN zu erhaschen. Um IHN besser hören zu können.

Hatte ich es doch gewusst! Ich hatte zwar nicht so vielen Menschen gerechnet, doch war mir ja schon die ganze Zeit klar gewesen, dass es keinen Sinn machte sich um ein Zusammentreffen mit IHM zu bemühen. Meine Freunde sahen das aber ganz anders. Sie waren so von ihrem Plan überzeugt, dass sie sich kurz beratschlagten. Einer von ihnen hatte die absolut verrückte Idee, aufs Dach hinauf zu steigen und mich von oben abzuseilen. Die anderen fanden den Vorschlag auch noch gut! Himmel!!! Waren sie denn völlig verrückt geworden?!? Doch noch immer kümmerten sie sich nicht um meine Worte. Ein anderer rannte los, um Seile zu besorgen. Als er zurück war, hoben sie mich wieder hoch und stiegen mit mir aufs Dach. Derjenige, der die Idee mit dem Dach hatte, fing an, die Ziegel zu lösen, so dass ein Loch im Dach entstand. Ein Ziegel nach dem anderen folgte und ziemlich schnell wuchs ein Ziegelhaufen auf dem Dach. Währenddessen banden die anderen die Seile um meine Bahre, um mich daran gleich in die Tiefe zu lassen. Zum Glück sprach nun einer mit mir und sagte mir, dass es nun alles gut werden würde. Meine Zweifel waren nicht weniger geworden, doch erkämpfte sich die Hoffnung immer mehr Raum in meinem Inneren. Vielleicht…

Der Boden bewegte sich wieder. Sie hoben mich durch das Loch und ließen mich an den Seilen langsam, Stück für Stück, hinab. Die Menschen, die in dem großen Raum waren, sahen voller Verwunderung nach oben und hörten auf zu sprechen. Ich sah IHN! ER stand mitten im Raum und schaute auf mich und dann auf meine Freunde. Sie lachten und riefen IHM zu, dass ER mich bitte heilen soll. ER lächelte sie an und sah dann auf mich, der am Boden vor seinen Füßen lag. Im Raum war es heiß. Stickig. Und man hätte einen Nagel fallen hören können. Alle sahen sich verwundert an, oder auf mich. Oder auf IHN. Was hatte er für einen gütigen Gesichtsausdruck! Wie warm sahen SEINE Augen auf mich! Auf mich, an dem die Leute sonst vorbei rennen und mich nicht wahrnehmen. Abgesehen von meinen Freunden, die ja aber auch nicht auf mich hören wollten.

Ich konnte nur IHN anschauen. Ich nahm nichts anderes mehr wahr. Als ER mich ansprach, klang seine Stimme so sanft und doch zu hoffnungsspendend, dass die Hoffnung in mir weiter wuchs. ER sagte: „Mein Freund, deine Sünden sind dir vergeben!“ Ein Raunen ging durch den Raum. Doch in mir breitete sich eine Wärme aus, wie ich es noch nie erlebt hatte. Ich spürte eine Freiheit und Leichtigkeit, dass ich das Gefühl hatte, ich könne jetzt aufspringen und umhertanzen. Ich war durchflutet von Frieden, Liebe und Ruhe. Am Rande spürte ich die wütenden Sätze, die an meinem Ohr vorbeiflogen. Anscheinend waren die Pharisäer wütend, weil mir meine Sünden vergeben wurden. Sie meinten, dass niemand außer Gott Sünden vergeben könnte. Doch woher kam dieses Gefühl in mir, wenn es nicht alle Schuld war, die von mir abfiel. All meine negativen Gedanken, all mein Zorn über die Ungerechtigkeit meiner Krankheit, all meine Wut auf die Menschen, die mich nicht beachteten: sie waren weg! Einfach weg. Und ich war so dankbar, dass meine Freunde nicht auf mich hörten, als ich protestierte, dass ich nicht zu IHM möchte. Sie waren einfach unglaublich, meine Freunde, oder?

Doch es kam noch besser. ER sagte: „Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen? Was ist leichter – zu sagen: deine Sünden sind dir vergeben, oder: steh auf und geh umher?“ ER drehte sich zu mir um, sah mich mit diesem liebenden Blick an und sprach zu mir: „Ich befehle dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!“

ER befahl es mir. Nicht eine Sekunde kam es mir in den Sinn, dass ich diesem Befehl nicht folgen konnte. Denn durch diese Leichtigkeit und Freiheit in mir schien das Aufstehen die logische Konsequenz zu sein. So stand ich auf. Meine Beine, die mich seit Jahren nicht mehr hatten tragen können, trugen mich nun ohne Probleme. Ich konnte laufen, als hätte ich es nie anders gemacht. Ich sah JESUS dankbar an, nahm meine Trage und lief hinaus. Dort warteten meine Freunde und wir fielen uns lachend und weinend in die Arme!

JESUS kann!!!!!!

Dies war meine Fastenaufgabe: Die Geschichte des Gelähmten aus seiner Perspektive zu schreiben. Nachlesen kannst du es in Lukas 5,17-26

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