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Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Ich mag dich so!

14. Februar 2018

Das ist also die Aufgabe für die 7. Woche. Jemanden sagen, wie gern ich ihn habe. Einfach so. Aber doch eine passende Challange für den Tag der Verliebten, den „Valentienstag“.

Wie auch in der letzten Woche fand ich die Aufgabe auf den ersten Blick ziemlich einfach. Ich dachte mir: Ich sage doch ständig jemanden, dass ich ihn mag. Meinen Kindern, meinem Mann, meinen… ähm. Da fiel mir dann auf, dass ich damit doch recht sparsam geworden bin. Ich sage nicht mehr einfach so meiner Umgebung, dass ich sie mag.

Das ist doch ganz schön schade, oder? Ich bin von Natur aus ein sehr liebesbedürftiger Mensch. Und ich spare auch nicht mit lieben Worten, wenn ich jemandem mag. Das bekommt er schon häufiger zu hören. Oder zumindest zu lesen. Meinen Kindern sage ich es in der Regel jeden Tag. Zumindest ist das mein Ziel. Meinem Mann möchte ich auch gern täglich sagen, dass ich ihn liebe. Das geht allerdings häufiger unter im Alltagstrubel. Doch gerade hier ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, den Menschen, die einem wichtig sind, das auch zu sagen. Es zu zeigen ist auch schön. Aber es zu hören tut einfach auch gut.

Eine Freundin schrieb mir einmal: „Du sagst immer, dass du mich lieb hast, wenn wir Stress haben miteinander.“ Puh. Das hat mich ziemlich getroffen, denn bis dahin hatte ich den Eindruck, dass ich doch recht großzügig bin mit meinen Liebesbekundungen. Dennoch hat es mich zum Nachdenken gebracht. Ich möchte niemand sein, der emotionalen Druck aufbaut, weil er sagt: „Ich mag dich!“

Doch wie gehen wir damit um, wenn wir das zu jemandem sagen und derjenige erwidert es nicht? Das ist gar nicht so einfach. Nachdem ich diese Aufgabe gelesen habe, habe ich mir vorgenommen, es an jedem Tag der Woche zu unterschiedlichen Menschen zu sagen. Ich muss erst mal schauen, ob ich überhaupt 7 Menschen finde, denen ich das sagen kann… Oh weh! Es ist schlecht bestellt um meine Liebesbekundungen. Denn ich bin vorsichtig geworden. Das letzte Jahr hat mich gelehrt, dass es zu sehr weh tun kann, jemanden sein Herz zu geben. Auch wenn ich vergeben möchte, gerade weil es mich so verletzt hat, ist es dennoch sehr schwer, neue Beziehungen aufzubauen. Das ist nicht einfach, wieder Vertrauen zu gewinnen und jemanden zu sagen: „Ich mag dich! Du bist mir wichtig.“ Das gelingt mir leider immer schlechter. Dabei gibt es schon viele Menschen in meinem Umfeld, die ich mag. Doch ihnen das auch so uneingeschränkt mitzuteilen ist nicht leicht.

Das habe ich die letzten drei Tage auch gemerkt. Nachdem ich so nett war und mal wieder Liebesbekundungen herausgelassen habe, waren die Reaktionen nicht so, wie ich es erhofft habe. Erst mal kamen sie gar nicht. Aber auch damit muss man ja umgehen können.

Die Liebe, die erzwungen wird, ist keine echte Liebe. Liebe soll in Freiheit geschehen. Eines der höchsten Kapitel über die Liebe finden wir wohl im 2. Teil der Bibel, im 1. Brief von Paulus an die Gemeinde in Korinth:

Wenn ich die Sprachen von Menschen und Engeln sprechen könnte, aber keine Liebe hätte, wäre ich ein schepperndes Blech, eine lärmende Klingel. Und wenn ich weissagen könnte und alle Geheimnisse wüsste und jede Erkenntnis besäße; und wenn ich alle Glaubenskraft hätte und Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, wäre ich nichts. Und wenn ich meinen ganzen Besitz zur Armenspeisung verwendete, ja wenn ich  mich selbst aufopferte, um verbrannt zu  werden, aber keine Liebe hätte, nützte es mir nichts.

Liebe hat Geduld. Liebe ist gütig. Sie kennt keinen Neid. Sie macht sich nicht wichtig und bläht sich nicht auf; sie ist nicht taktlos und sucht nicht sich selbst; sie lässt sich nicht reizen und trägt Böses nicht nach; sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, sie freut sich, wenn die Wahrheit siegt.

Sie erträgt alles; sie glaubt und hofft immer. Sie hält allem stand.

Die Liebe wird niemals aufhören.

                                                                                                                                                                                            1. Korinther 13,1-8a

 

Hmmmm. Ich befürchte, dass ich nicht immer astrein liebe. Denn ehrlich gesagt kenne ich Neid. Sogar bei Menschen, die ich lieb habe. Geduldig bin ich meist selten. Und „Taktlos“ könnte mein 2. Vorname sein. Doch ich verstehe, was Paulus mitteilen möchte. Denn gerade heraus gesagt, liebt wohl der am meisten, der Freiheit lässt. Der keine Erwartungen hat. Der Verletzungen verzeihen kann. Der trotz menschlicher Reaktionen immer noch mit dem anderen zu tun haben möchte. Das ist nicht leicht. Aber das ist Liebe.

Und Jesus hat uns diese Art der Liebe vorgelebt. Wir können sie in nahezu jedem Kapitel der Evangelien nachlesen. Das ist schön. Und das macht Mut!

Mut, auf andere zuzugehen und ihnen zu sagen: „Ich mag dich!“ Mut, Verletzungen in Kauf zu nehmen. Mut, zu vergeben. Mut, sich selbst kleiner zu machen und den andern groß. Mut, den anderen anzunehmen, auch wenn er anders ist. Mut, sich zu öffnen und ehrlich zu sein.

Das schafft nur die Liebe. Und davon sollte es definitiv mehr geben in unserer Welt! Denn wir können den Hass nur mit Liebe begegnen. Auch wenn es schwer ist. Doch wir haben jemanden, der es uns vorgelebt hat und auf den wir schauen und vertrauen können. Wir werden nicht untergehen, wenn wir jemandem sagen: „Ich mag dich!“ Nicht mal dann, wenn die Reaktion anders ausfällt als erhofft. Denn Jesus sagt uns immer: „Ich mag dich! Sogar sehr!!!“

Was für Erfahrungen hast du damit gemacht, wenn du jemandem sagst, dass du ihn magst? Fällt es dir leicht? Oder ist es eher schwierig für dich? Gerne kannst du mir einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich darüber.

 

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