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Gedanken
Gemeinde

Gemeinsam glauben

13. Februar 2018

So ihr Lieben! Heute geht es um das Thema #gemeinsamglauben – Was bedeutet mir (m)eine Gemeinde?

Dieses Thema wurde von Martha ins Leben gerufen, eine Bloggerin, deren Blog ich sehr gerne lese und verfolge.

Ich fand es spannend. Also mache ich mich mit euch auf die Reise und wir besuchen gemeinsam an einem Sonntag meine Gemeinde.

Bist du bereit? Dann schnall dich an! Es wird turbulent.

Es ist Sonntag und in unserem Haus herrscht rege Betriebsamkeit. Die Kinder ziehen sich nach dem Frühstück schnell an, denn sie freuen sich schon sehr auf den Kindergottesdienst. Dort gibt es immer coole Themen, ihre Freunde sind dort, mit denen sie sich gern treffen und sie haben Spaß und Action bei den Spielen. Somit müssen sie uns regelmäßig antreiben, dass wir auch früh genug fertig sind, denn wir Großen mögen es schon ganz gern am Sonntag auszuschlafen. Zumindest ein wenig länger liegen zu bleiben.

Doch natürlich freuen auch wir uns auf den Gottesdienst.

Also machen wir uns gemeinsam auf den Weg. Die Kinder laufen los in ihre Gruppenräume und wir betreten den Gottesdienstraum. Dort ist schon vielfältiges Stimmengewirr und wir grüßen rechts und links. Liebe Bekannte und Freunde treffen wir und darauf freue ich mich schon die ganze Woche. Hier und dort wird sich in den Arm genommen, man quatscht noch ein wenig. Dann fängt leise die Lobpreisband an zu spielen, um dazu aufzufordern, die Plätze einzunehmen. Wir starten den Gottesdienst mit einem tollen Lobpreislied und ich kann mich in dieser Zeit ganz auf Gott ausrichten und ihm alles hinlegen, was in der letzten Woche los war und was mich eventuell von ihm trennt.

Die Predigt ist wieder einmal sehr lebenspraktisch. Ich kann viel daraus mitnehmen an Gedanken, die mich in der nächsten Woche begleiten sollen.

Der Gottesdienst endet mit Abkündigungen für die nächste Zeit, in der wirklich jeder etwas mitnehmen kann. Es gibt Programm für Alt und Jung, Mann und Frau, Familien und Singles.

Es war eine rundum schöne Zeit, in der ich wirklich gut auftanken konnte und mich jetzt auf die kommende Woche mit ihren Herausforderungen freue.

Am Ende laufen uns die Kinder glücklich entgegen. Wir reden noch ein wenig hier und dort und gehen dann hinaus auf die Straße.

Und hier endet mein Traum von der Gemeinde.

Wie? Was? Das wars? Das war alles gar nicht echt? Nur ein Traum?

Nein! Nicht alles war ein Traum. Aber manches. Möchtest du nun wissen, wie es tatsächlich abläuft? Ok. Jetzt wieder anschnallen. Sonst fällst du vielleicht vor Langeweile vom Sitz.

Es ist Sonntag und in unserem Haus herrscht rege Betriebsamkeit. Die Kinder müssen daran erinnert werden, dass wir zum Kindergottesdienst gehen, denn sonntags spielen sie auch gern mal morgens, wozu in der Woche ja selten Zeit ist. Doch sie ziehen sich an, denn sie gehen gern in den Kigo. Ich gehe schon mal vor, denn ich bin diejenige, die den Kigo macht. Ja. Meistens jeden Sonntag. Außer in den Ferien oder in ganz seltenen Ausnahmen. Dann besorge ich den Ersatz. Warum? Weil es keine verantwortlichen Mitarbeiter gibt, die auf dem Herzen haben, an der wichtigsten Basis mitzuarbeiten!

Meist bin ich alleine eine halbe Stunde vor der Zeit da, stemme Tische hin und her, stelle Stühle. Ich habe tolle Mitarbeiterassistenten (kurz Masis genannt), die auch echt toll ihre Spiele planen und durchführen. Aber leider nicht besonders pünktlich sind. Wobei ich anfangs schrieb: Meistens!!! Denn es gibt auch Masis, die pünktlich sind. Nun. Warum sind die anderen zu spät? Weil ich dafür zuständig und ich diejenige bin, die sich ganz schlecht tut in Aufträgen erteilen, planen, organisieren, Kritik anbringen. Das mache ich dann lieber hier. Oder bei meinem Mann. Oder bei einer Freundin. Aber direkt was sagen? Nö, lieber nicht. Das könnte ja unangenehm werden. Du siehst, hier fehlt mir eindeutig eine große Leitungskompetenz! Da bräuchte ich jemanden, der mich unterstützt und zur Seite steht.

Dann kommen die Kinder und es sind echt tolle Kids! Ich liebe sie sehr. Ich liebe Kinder sowieso. Doch ich will ehrlich sein. Sie fordern mich auch sehr heraus. Sie sind laut. Und reden dazwischen. Machen nicht so mit, wie ich es geplant habe. Ach so. Oh. Ich vergaß wohl, dass es Kinder sind und keine Erwachsenen. Na, kann ja mal passieren. Jedenfalls bin ich in einer angespannten Situation. Natürlich bringen sie mich auch durch ihre Fragen ins Nachdenken. Ich liebe es sehr, ihren Antworten auf Fragen zu lauschen und die Kinder dadurch besser kennenzulernen, aber auch zu sehen, wo sie stehen in ihrer Beziehung zu Gott. Und ich liebe ihre kindliche Art des Glaubens. Das ist immer wieder so schön, wie einfach und naiv sie glauben können! Übrigens auch die Masis. Sie überraschen mich auch sehr oft! Doch in eine anbetende Haltung komme ich hier selten. Gott begegne ich schon. Aber ich gebe. Ich gebe mich nicht Gott hin, sondern gebe etwas von mir. Und weißt du, was ich in den letzten Monaten immer kritischer wahrnehme: ich gebe und ich habe keinen Raum, wo ich gefüllt werde. Das macht mir etwas Sorge. Auch wenn ich weiß, dass Gott sich kümmert und ich gern auch die Zeit nutze, wo kein Kigo ist um in Gottesdienste zu gehen.

Wenn der Kigo rum ist, räumen wir gemeinsam auf. Meine Gemeinschaft besteht aus kurzen Gesprächen mit den Masis „und wie war es für dich? Was lief gut? Gibt es etwas, was wir verbessern können?“ Und eventuell kurzen Tür- und Angelgesprächen mit den Eltern.

Was im Gottesdienst war, weiß ich nicht. Ich gehöre zur Gemeinde dazu und ich fühle mich ihr auch verbunden, aber Gemeinschaft habe ich nicht sonntags, sondern alle 14 Tage Dienstags mit meinem Hauskreis. Dort treffen wir uns zu fünft und dort finde ich einen Ort, an dem ich ein wenig auftanken kann. Das tut gut und ist mir auch enorm wichtig.

Ich möchte hier nicht schlecht von meiner Gemeinde sprechen! Sie ist ein wertvoller Punkt in meinem Leben. Das ist der Ort, an dem ich mit Gott etwas bauen und erreichen möchte. Wirklichkeit und Traum gehen auseinander, weil wir eben Menschen sind. Mit unterschiedlichen Erwartungen, Träumen, Wünschen, Erfahrungen, Visionen.

Wir haben vor (ich glaube es sind schon) 5 Jahren beschlossen, uns der Landeskirche im Ort anzuschließen. Vorher haben wir eine freie evangelische Gemeinde weiter weg besucht. Wir wollten für unsere Kinder eine Vernetzung von Lebenswelt und geistlicher Gemeinschaft. Wir wollten, dass sie dieselben Kinder in der Schule, im Verein und in der Kirche treffen. Dass sie gemeinsam mit ihren Freunden wachsen können. Wir möchten mit den Eltern dasselbe erleben. Manchmal ist es schwierig und wir schimpfen. Doch ich erlebe auch so viel Segen im Kigo. Ich kann mir nicht vorstellen, damit aufzuhören! Pausieren ja. Aber nicht aufhören. Und ich muss sagen: Meine Vision, die ich habe, zeigt schon erste Wahrheiten. Denn im Kinder- und Jugendbereich ist echt einiges los und wächst. Wir haben vor 4 Jahren eine Kinder- und Jugendreferentin eingestellt, die nun selbst Mama geworden ist. Wir sind jetzt auf der Suche, nach einem Familienreferenten. Und ich weiß, dass mein Traum, den ich oben beschrieben habe, eine Vision ist. Und Gott erfüllt nicht alle meine Wünsche. Aber er erfüllt alle seine Verheißungen. Und er hat verheißen, dass er bei uns ist alle Tage bis ans Ende der Welt! Er wird hier sein denn er ist der Kopf unserer Gemeinde!

Außerdem gibt es von Willow Creek ein ganz tolles Video zu meiner Vision. Wenn du willst, klick es doch einfach an:

  1. Wow,
    dein Beitrag vor allem das Video hat mich sehr angesprochen. Ich kann das mit deinem Traum sehr gut nach vollziehen. Momentan leben wir in einer Gemeinde die sehr offen ist und meiner Meinung nach auch sehr lebendig. Wir werden aber umziehen und zurück in die Heimatgemeinde gehen, die leider momentan am Einschlafen ist und unserer Traum wäre, diese Lebendigkeit von hier mit zunehmen.

    1. Vielen Dank, Tintenschreiber! Ich wünsche dir von Herzen, dass du gute Erfahrungen machen wirst und die Lebendigkeit euch begleitet. Die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt! Und daran glaube ich auch. Auch wenn der Weg manchmal recht steinig ist. Gott segne euch auf euren Weg!
      LG Astrid

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