butterfly2god

Gedanken
Jesus

Was war denn da los?

8. Februar 2018

Seit Jahresbeginn beschäftige ich mich ja mit dem Wort „Vergebung“. Eine spannende Reise. Denn mal fällt es mir leicht, mal ist mein Herz so hart, dass ich gar nicht mal vergeben will. Heute las ich für mich in der Beziehung eine herausfordernde Geschichte in der Bibel.

In Matthäus 26 steht so ungefähr folgendes: Es wurde von den führenden Priestern und Ältesten eine Zusammenkunft gehalten, in der sie darüber berieten, wie Jesus am besten beizukommen wäre. Sie wollten ihm etwas anhängen und somit für seine Hinrichtung sorgen. Vielleicht ungefähr zur gleichen Zeit (es steht nicht genauer beschrieben, aber es würde super passen!) ist Jesus bei einem Menschen zu Gast, der Aussatz hatte. Das war ja damals nicht so konform, sich zu jemandem zu begeben, der nicht rein war. Doch Jesus war das zum Glück egal, er gab den Menschen somit das Gefühl, wertvoll zu sein. Jedenfalls kam eine Frau dazu, die kostbares Salböl über Jesu Kopf vergoss. Die Jünger regten sich entsetzlich auf: „Was soll das denn??? Das kostbare Öl! Solch eine Verschwendung! Was hätten wir doch damit alles für die Armen und Bedürftigen kaufen können.“ Was war denn da los?

Doch Jesus reagierte irgendwie angemessen, wie ich finde. Er sagte:“Ich bin nicht mehr lange bei euch. Sie bereitet meinen Körper schon einmal auf meinen Tod vor.“ Ich meine, er hat damit vollkommen recht. Aber ich habe ja auch gut reden. Denn ich weiß ja schon, was noch passiert. Jesus sagt es seinen Jüngern zwar immer wieder, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass es ihnen so geht wie mir, wenn meine Kinder mir etwas erzählen, während ich nebenher beschäftigt bin: Es geht ins eine Ohr rein und aus dem anderem wieder hinaus. Im Gedächtnis bleibt es jedenfalls nicht.

Tja. Nun. Auch Judas Iskariot war wohl dabei, als dieses kostbare Öl über seinem Freund, Führer, Meister, Messias, Retter, Freund ausgegossen wurde. Und wir wissen ja schon, welch ein geldgieriger Mensch er war. Sicher war er am lautesten in der Reihe derer, die sich über diesen Unsinn ausgelassen haben. Er sah wahrscheinlich schon die vielen Münzen, die solch ein Öl einbringen würde und wo es nicht weiter auffiele, wenn er ein paar für sich einstecken würde. Doch diese Chance war jetzt vertan.

Stattdessen lief er nun zu den Priestern und Ältesten. Anscheinend hatte er die Nase gestrichen voll von diesem Menschen, der einerseits wollte, dass man den Armen half und dann einfach zuließ, dass solch eine Geldverschwendung stattfand. Da musste er sich seinen „Lohn“ nun woanders holen. In diesem Gremium angekommen fragte er sofort:“Was bekomme ich, wenn ich euch Jesus ausliefere?“ Und er ging mit der Gewissheit auf 30 Silberstücke Lohn wieder fort. Was war denn da los?

Ich habe keine Ahnung, wieviel 30 Silberstücke tatsächlich wert waren. In manchen Berichten liest man, dass es nicht viel war, in anderen Berichten ist schon ein Groschen viel, den die Witwe verloren hat. Ich glaube auch nicht, dass es um den materiellen Wert ging. Sondern einzig um das, was dahinter stand. Egal, wieviel man angeboten bekommt: Ein Menschenleben ist unendlich viel mehr wert. Und das Leben eines „Freundes“ verdoppelt sich eventuell im Wert.

Danach sitzt Judas dann ganz selbstverständlich wieder mit Jesus und den anderen zusammen um zu essen. Jesus bringt jetzt ein ziemlich unangenehmes Thema zur Sprache: „Einer von euch wird mich verraten.“ Alle schauen sich entsetzt, verlegen, erstaunt, verdutzt an und jeder denkt ´sollte er es sein, der unseren Freund verrät?` Nur einer weiß es ganz genau! Und er hat gute schauspielerische Fähigkeiten. Denn er fragt: „Wer? Meinst du etwa mich?“ – „Du sagst es“, ist die Antwort. Ups! Wenn ich Judas gewesen wäre: ich wäre aufgestanden und hinausgelaufen. Oder ich hätte mich umgesehen, ob es ein Erdloch gibt, in dem ich verschwinden kann. Was war denn da los?!

Hier bin ich ins Nachdenken gekommen. Weiter geht es nämlich mit Jesus, der seinen Jüngern sagt, dass er für ihre Sünden und ihre Schuld sein Blut vergießen wird. Tja. Was ist denn jetzt mit Judas? Er war mit Jesus unterwegs. Jesus wusste von Anfang an, dass er es sein würde, der ihn verraten wird. Warum hat er ihn dennoch in sein Team geholt? Warum hat sich überhaupt die Mühe gemacht, Zeit mit ihm zu verbringen, in ihn zu investieren? Was war denn da los?

Die Antwort ist wohl ziemlich klar: Weil er ihn liebt. Er liebt ihn, obwohl er sein Herz kennt. Er liebt auch dich und mich, obwohl er unser Herz kennt. Er investiert gern.

Jesus hat Judas wohl ziemlich viele Chancen gegeben. Immerhin wäre beim Essen eine Gelegenheit gewesen, seine Schuld einzugestehen und alles abzubrechen. Noch war es nicht zu spät. Vielleicht hat Jesus doch noch darauf gehofft? Ich weiß es nicht.

Wie wir wissen, hat Judas nichts aufgegeben von seinem Plan. Seine Gier auf das Geld, vielleicht auch Neid auf Jesus haben sein Herz hart gemacht und er konnte das Richtige nicht mehr erkennen.

Jesus gibt uns Chancen. Er möchte, dass wir zu ihm gehören. Er möchte, dass wir uns ändern. Er möchte das jeden Tag neu und er lässt uns in all seiner Liebe nicht los. Aber wir müssen auch diese Chancen ergreifen. Wir müssen unsere Schuld bekennen und dann die Gelegenheit nutzen, uns zu verändern, oder verändern zu lassen. Judas hat das nicht getan. Er ist den Weg weiter gegangen, der ihn in die Verlassenheit gebracht hat. Hätte er mal das alte Testament, also quasi die Schrift damals, besser gekannt. Denn dort steht geschrieben:

Der Weg der Gottesfürchtigen ist wie der erste Sonnenstrahl am Morgen, der immer heller leuchtet, bis das volle Licht des Tages erstrahlt. Der Weg der Gottlosen aber ist vollkommene Finsternis. Die ihn gehen, erkennen nicht, worüber sie stolpern.

Sprüche, 4,18-19

Ich bin sicher, dass Jesus Judas vergeben hätte, wenn er ihn darum gebeten hätte. Und das macht mich wiederum froh! Denn wenn ich mir auch noch so unversöhnlich vorkomme, gegen mich oder andere, dann weiß ich, dass Gott mir vergeben kann. Durch das, was Jesus am Kreuz getan hat.

Jesus sagt zu seinen Jüngern:

Das ist mein Blut des Bundes, das für viele zur Vergebung der Sünden vergossen wird.

Matthäus 26,28

Lasst uns mit dafür sorgen, dass es sehr viele werden! Lasst uns dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen von der größten Vergebung überhaupt erfahren können. Lasst uns dafür sorgen, dass wir dank Jesus Menschen vergeben können. Lasst uns dafür sorgen, dass wir durch Jesus Veränderung erleben dürfen. An unseren Herzen und auch an den Herzen der Menschen, die um uns herum sind!

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