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Gedanken
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„Wo bitte ist denn die Gerüchteküche?“

16. Januar 2018

– „Gleich hinter dem Geredeschuppen!“

Kannst du dich in diesen „Witz“ hineinversetzen? Er ist spaßig gemeint. Aber es steckt auch sehr viel Wahres in diesen 2 Zeilen.

Wer selber einmal „Opfer“ dieser Gerede und Gerüchte war, der findet es sicherlich nicht besonders komisch. Jedoch gibt es noch einen anderen Satz: „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass der Kragen platzt.“ Und ich würde gern mit ein wenig Humor auf diese Situation schauen. Dennoch ist das in solchen Momenten wirklich nicht einfach!

Geredet wird schnell. Schon gar in dem Ort, in dem ich lebe. Wer meinen Beitrag „Heimat“ gelesen hat, der weiß, dass ich einem kleinen Örtchen wohne. Da kennt jeder jeden und wer zugezogen ist, der wird argwöhnisch betrachtet. Nicht nur das! Nein, er wird auch genau durchleuchtet. Und dann wird er prompt in eine Schublade gesteckt. Schublade zu, Schlüssel weg. Ach je, wo hab ich ihn jetzt hingelegt? Ich weiß es nicht mehr. Macht aber nichts. In der Schublade wird grad noch ein wenig gepoltert. Das hört aber sicherlich gleich auf.

Ja, aus dieser Schublade wieder heraus zu kommen ist nicht besonders leicht. Da braucht es Zeit. Mut. Kraft. Menschen, die zu dir halten und die mit dir gehen.

Mir ist neulich eben wieder aufgefallen, wie schnell wir uns doch ein Urteil über jemanden bilden. Da kommt dann dieser Satz dazu, von einem guten Bekannten, und schon verfestigt sich unser Urteil. Dann hören wir noch mehr, und noch dies, und das Urteil wird zum Gesetz. Dagegen anzugehen ist wirklich nicht mehr einfach. Weder für die Person, über die wir unser Urteil getroffen haben, noch für uns, die wir ja zum Richter geworden sind.

Die Bibel ist voll mit Versen, die uns zeigt, dass es ratsam ist, keine vorschnellen Bemerkungen zu machen, oder einfach ruhig zu sein. Schau mal im Bibleserver nach und gib dort das Suchwort „Zunge“ ein. Es kommen eine ganze Menge Ergebnisse, die mich ein wenig beunruhigt haben.

Ein paar Beispiele:

  • Einer belügt den anderen. Sie reden mit glatter Zunge und spielen ein doppeltes Spiel. (Psalm 12,3)
  • Du lässt deinen Mund zum Bösen los und deine Zunge knüpft Lügengewebe. (Psalm 50, 19)
  • Es macht dir Spaß, mit Worten Verderben zu bringen, du hinterlistige Zunge. (Psalm 52,6)
  • Doch sie betrogen ihn mit ihrem Mund und belogen ihn mit ihrer Zunge. (Psalm 78,36)
  • Aber die Zunge, dieses rastlose Übel voll tödlichen Giftes, kann kein Mensch bändigen. (Jakobus 3,8)
  • Jeder betrügt den anderen, die Wahrheit sagen sie nicht. Sie haben ihre Zunge ans Lügen gewöhnt und können das Böse nicht lassen. (Jeremia, 9,4)

Da finden sich noch recht viele solcher Aussagen. Leider muss ich zugeben, dass ich schnell dabei bin, wenn jemand mir etwas erzählt, das erst einmal so anzunehmen. Vor allem dann, wenn es mit meinen Beobachtungen zusammenpasst. Wie leicht geht das doch! Ein Satz ergibt den anderen, es kommt einem logisch vor und schon hält man es für die Wahrheit!

Doch aufgepasst! Hier liegt ein ganz großer Irrtum vor! Du kennst nämlich nur eine Seite der Medaille. Bekanntlich hat sie aber zwei Seiten. Und hier gibt es noch eine zweite Partei, die betroffen ist und die es wert ist, angehört zu werden!

Was ich wieder einmal neu lernen durfte: Es lohnt sich durchaus, die andere Seite genauer anzuschauen. Natürlich kann auch die Person nur aus ihrer Sicht die Dinge beschreiben. Aber ich denke, die Wahrheit liegt meist in der Mitte. Jede Partei hat ein wenig recht.

Dennoch finde ich es nur richtig und fair, dass wir dem anderen eine Chance geben, zu Wort zu kommen. Dass wir ihm ebenso zuhören, wie wir der ersten Person zugehört haben. Dass wir das, was wir über die Person wissen, als Grundlage nehmen. Nicht das, was wir glauben, oder welche Erfahrungen wir vielleicht auch mit ihr gemacht haben. Das ist ganz und gar nicht leicht! Alles andere als das! Denn es bedeutet, dass ich mich ebenso reflektieren muss, meine Meinung ändern, und den Blick voll und ganz auf die Person richten muss, um die es geht. Das kann nicht jeder. Denn trotz allem: meine Meinung und auch meine Erfahrung spielen immer in Nuancen in jede Situation mit.

Doch gerade wir Christen sind angehalten, miteinander gut auszukommen. Miteinander zu reden und vor allem: am Reich Gottes gemeinsam zu bauen!!! Das geht nicht ohne Konflikte. Das ist klar! Wo Menschen zusammenkommen, da gibt es unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen. Doch wir dürfen nicht auf unserer Meinung beharren! Wir müssen im Dialog miteinander bleiben und dort Wege finden. Wofür hat Gott, der beste Schöpfer allen Lebens, uns die Zunge gegeben? Wir können ohne sie nicht reden.

Ich glaube nicht, dass er uns die Zunge gegeben hat, um uns gegenseitig zu zerstören und schlecht übereinander zu reden. Er hat uns noch zusätzlich einen Verstand gegeben, und mit dem sind wir in der Lage, zu steuern, was aus unserem Mund kommt. Und ich möchte jeden Tag neu lernen sie für folgende Dinge zu nutzen:

  • Löse mir die Zunge, Herr, dass mein Mund dein Lob verkünde! (Psalm 51,17)
  • Und meine Zunge besinge dein Wort, denn deine Gebote sind recht. (Psalm 119, 172)
  • Ein freundliches Wort ist wie ein Lebensbaum, eine falsche Zunge zerbricht den Geist. (Sprüche 15,4)
  • Die Zunge hat Macht über Leben und Tod; wer sie gut nutzt, genießt ihre Frucht. (Sprüche 18, 21)
  • Und jede Zunge wird bekennen: „Jesus Christus ist der Herr!“ So wird Gott, der Vater, geehrt. (Philliper 2,11)
  • Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab, doch wer die Zunge im Zaum hält, ist klug. (Sprüche 10,19)
  • Auch Unanständigkeit, dummes Geschwätz und derbe Späße passen nicht zu euch. Benutzt eure Zunge lieber zum Danken! (Epheser 5,4)

Und zum Schluss möchte ich stets daran denken, dass dies hier über allem steht:

Noch ehe das Wort auf meine Zunge kommt, hast du es schon gehört, Jahwe!

Gott weiß, was ich sagen will, noch ehe ich die Worte tatsächlich gedacht habe. Daher ist es umso notwendiger, dass ich aufpasse, was über meine Zunge kommt!

    1. Hallo Easyfish!
      Das freut mich, dass dich meine Wortspiele erheitern😉
      Das soll es auch!
      Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht.
      Zeig mir jemanden, der seine Zunge immer im Griff hat. Oder lieber doch nicht 😉
      Herzliche Grüße von Astrid

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