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Gedanken
Wednesday Challenge 2018

Heimat

10. Januar 2018

Heute kam in meiner Bibellese die Stelle vor, in der Jesus von einem Gesetzeslehrer angesprochen wird: „Meister, ich bin bereit, dir zu folgen, ganz gleich, wohin du gehst!“

Und Jesus antwortet:“Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.“ (Matthäus 8,19-20)

Das hat irgendwie mit meiner Challenge von heute zu tun. Jesus sagt quasi, dass er kein zu Hause hat. Er muss mit dem Vorlieb nehmen, was ihm angeboten wird.

Meine Aufgabe diese Woche lautet: Mache eine Stadtrundfahrt in deiner eigenen Stadt.

Irgendwie lustig, so eine Aufgabe. Wann nimmt sich denn die Zeit dazu, seine eigene Stadt zu erkunden und sie mit anderen Augen zu sehen? Wir hetzen durch die Straßen, im besten Falle zu Fuß, meist jedoch im Auto und sehen gar nicht die Schönheit unserer Umgebung.

Die „Stadt“ in der ich lebe ist nicht besonders groß. Knapp 2.000 Einwohner gibt es hier. Dennoch hatten wir tatsächlich einmal Stadtrechte! Wir wurden jedoch in die größere Kreisstadt eingemeindet. Daher haben wir vor Ort nur eine Mini-Infrastruktur. Doch es ist immerhin eine vorhanden.

Also habe ich mich auf den Weg gemacht und habe eine Stadtrundfahrtgang gemacht. Das erschien mir doch passender in unserem Mini-Ortskern. Es war wirklich bereichernd, ohne Ziel durch die Straßen zu schlendern. Damit ich euch ein wenig mitnehmen kann in meine Heimat, habe ich ein paar Fotos gemacht. Ok. Ehrlich…. ein paar viele!

Ich glaube, das ist wohl der einzigste Kaugummiautomat weit und breit! In meiner Kindheit war dieses Gerät überaus beliebt. Meinen Kindern würde ich nicht erlauben, dass sie Geld hineinstecken… Ich weiß nämlich nicht, wann der Automat das letzte Mal befüllt wurde….

In unserem Ort gibt es 12 Stationen, die etwas über seine Geschichte erzählen. Die erste Station ist die Amtskellerei. Na, ohne würde es ja wohl auch nicht gehen, oder? Der Wappenstein folgt:

Könnt ihr ihn erkennen? Rechts unten ziert er die Verwaltungsstelle. Sehr praktisch sowas vor Ort zu haben! Also, die Verwaltungsstelle, nicht den Stein.

Das alte Schulhaus. Heute teilen wir uns eine Grundschule mit dem Nachbarort. Im alten Schulhaus sind nicht nur Wohngebäude untergebracht, auch der Heimatverein ist immer wieder mit seinen Ausstellungen dort präsent.

Braucht es noch mehr Worte dazu? Ich denke, dass braucht wohl jede Stadt. Heute probt dort der Musikverein.

Leider ist es nun kein Gemeindehaus mehr. Wir konnten es im letzten Jahr verkaufen und es wurde Privatbesitz. Nun hoffen wir, dass wir als Gemeinde bald neue Räumlichkeiten bekommen werden, in denen wir uns treffen, feiern und Gemeinschaft haben können!

Schon damals war es selbstverständlich, dass mein seinen „Zehnten“ abgab. Heute kennen wir das als Steuern. Aus der Bibel ist uns der Begriff des „Zehnten“ noch vertraut. Die Zehntscheune dient heute als Hotel. Und ich muss sagen: sie haben eine fantastische Aussicht!!!

Hier kann man ganz deutlich sehen, dass wir mal eine Stadt waren. Sogar Reste einer Stadtmauer haben wir noch vorzuweisen.

Oh! Wir haben Winter! Sonst bietet sich die Linde, die immer noch gewaltige Ausmaße hat, als wunderbarer Ort an zum rasten. Im Schatten der ausladenden Äste zu sitzen ist schon etwas besonderes.

Es gab anscheinend sogar ein Judenviertel. Sehr groß kann es nicht gewesen sein, gemessen an der Größe des ganzen Städtchens. Aber malerisch sehen die Häuser auf jeden Fall aus!

Unsere evangelische Kirche. Hier ist meine geistliche Heimat… Manchmal fühle ich mich dort wie Jesus, der keinen Platz hat zum ausruhen. Denn zur Zeit habe ich das Gefühl, dass ich mehr schaffe, als mich auszuruhen und aufzutanken. Doch wenn mein Vorbild schon keinen Platz zu hat: Was soll ich mich dann beklagen. Der Herr ist das Haupt der Gemeinde und wir sind seine Glieder.

Ein wenig Wissen, auf das die Welt mit Sicherheit gewartet hat. Die Speyerer Elle! Nun wisst ihr Bescheid. Und weil das so wenig spannend ist, werdet ihr mit einem tollen Blick vom Kirchplatz belohnt:

Und weiter geht es!

Mir fällt auf, dass es hier sehr kirchlich zu geht. Na, das ist doch eigentlich eine schöne Erkenntnis, dass unser Ort so eine Kirchengeschichte schreibt! Herr, ich bitte dich sehr, dass du deine Geschichte nicht nur in der Vergangenheit hier geschrieben hast, sondern es auch in der Zukunft noch tun wirst!!!

So, dass war der „geführte“ Stadtrundgang. Ein paar Kuriositäten habe ich aber noch in petto:

 

Was ich aus der Aufgabe mitgenommen habe? Ich habe meinen Ort ein wenig besser kennengelernt. Und ich habe festgestellt, dass es schön ist hier. Obwohl an diesem Tag die Sonne gefehlt hat, hat es total viel Spaß gemacht mich auf diese Challenge einzulassen. Ich habe einiges entdeckt, was ich nicht kannte. Oder auch wieder entdeckt, was mir nicht bewusst war. Zum Beispiel die Tatsache, dass wir unglaublich viele Stufen haben. Die ich hoch und runter gelaufen bin. Denn dem aufmerksamen Leser ist etwas aufgefallen… Na?!? Wer es weiß, darf es hier kommentieren.

Ich kann dir nur empfehlen, dich ebenso auf die Reise in deinem Ort oder Stadt zu machen zu machen. Ob der Ort, an dem du gerade wohnst, deine Heimat ist oder nicht, das bestimmt doch letztlich nicht der Eintrag in deinem Personalausweis. Um den Bogen zu Jesus vom Anfang zu schlagen: Er hatte keinen Platz, an dem er sich hinlegen konnte. Aber er hatte eine Heimat! Und der war er sich immer und jederzeit bewusst. Sie war nicht hier auf Erden. Daher ziehen wir mitunter rastlos von einem Ort zum anderen. Denn unsere wahre Heimat ist im Himmel! Wir sind Himmelsbürger. Das ist die einzig wahre Heimat. Und danach möchte ich mich täglich neu ausstrecken. Solange bin ich dankbar, dass ich an einem schönen Fleck Erde gelandet bin.

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