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Gedanken
Leben

Wort des Jahres 2018

1. Januar 2018

Das Jahr geht zu Ende, die Kerzen verglühen. Zeit, das Alte Revue passieren zu lassen und sich auf Neues auszurichten.

Ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt und etwas Neues beginnt, dann fange ich an, Bilanz zu ziehen. Ich denke darüber nach, was im letzten Jahr für Höhen und Tiefen hinter mir liegen und was Neues vor mir liegt. Wie ich das, was gut war, noch besser machen kann und das schlechte verbessern kann.

Das neue Jahr wird oft mit guten Vorsätzen gespickt. Vor allem mit Vorsätzen der Veränderung. Im neuen Jahr, da mache ich regelmäßig 3x die Woche Sport! Ich werde weniger Süßigkeiten essen. Nicht mehr soviel Alkohol trinken. Endlich rauchfrei! Yeah! 2 Dinge kann ich dann getrost von der Liste abhaken. Rauchen und Trinken gehören nicht zu meinen Lastern. Na, immerhin!

Irgendwann versuchte ich es auch mal nicht mit Verzicht, sondern etwas Positives dazu zuzunehmen. Netter zu meinen Mitmenschen zu sein. Geduld mit meinen Kindern zu haben. Einen Abend pro Woche, der nur meinem Mann und mir gehört. Auch das erwies sich als schwierig. Denn Veränderung, vielleicht weißt du auch um diese Tücke, ist nicht so leicht, wie sie sich anhört.

Eine Gewohnheit über Bord zu werfen ist alles andere als leicht. Denn geben wir es doch mal zu: Wir verändern uns immer schwerer, je älter wir werden. Das heißt, manche Wesenszüge verfestigen sich sogar noch! Hilfe!!!!

Vor 4 Jahren las ich einen Artikel über die Vorsätze und Veränderungen, die wir für das neue Jahr fassen. Und es erschien mir äußerst logisch: ich solle mir zukünftig ein Wort vornehmen! Ein Wort, welches ich mir über das Jahr immer wieder anschaue, mir dafür passende Bibelverse aussuche und sie dort hinhänge, wo ich sie sehen kann. Ein Wort, das in einem Lied vorkommt und das ich mir immer wieder anhöre. Denn eine lange Liste der guten Vorsätze wird meist schon nach wenigen Tagen, im besten Fall nach drei Wochen, in die Ecke geschoben, weil es einfach zu viel auf einmal ist. Doch ein Wort, das ist machbar! Vor allem kann ich es mir im Laufe des Jahres immer wieder ansehen, oder auch neu starten.

Das fand ich so einfach wie genial und probierte es aus. Es ist allerdings doch nicht so einfach, nur ein Wort zu finden. Wörter gibt es wie Sand am Meer. Es soll sowohl tiefsinnig sein, als auch zu mir passen, dass ich daran wachsen kann. Es soll mich in meinem Leben voran bringen und auch in meinem geistlichen Leben stärken.

Also ist das nicht so einfach das Wort zu finden, was mich für ein Jahr begleiten soll. Zumal ich rückblickend sagen muss, dass ich oftmals an genau dem Wort scheitere. Erstaunlicherweise blüht es aber dann im folgenden Jahr auf, in dem ich doch ein neues Wort habe. Ich finde das sehr interessant. Gut. 4 Jahre sind keine lange Zeit um solche Dinge zu evaluieren. Doch zeigt sich schon durchaus eine Tendenz in die Richtung. Daher bin ich sehr gespannt, wie mein letztes Wort „Leben“ sich dieses Jahr noch bemerkbar machen wird.

Schon länger begleitet mich also die Frage: welches Wort wird denn 2018 mein Wort. Das, was mich ein Jahr lang begleiten wird, was mich wachsen lassen soll. Und es gibt ja unzählig viele! Schon lange spukt mir ein Wort durch den Kopf. Und ich weiß auch, dass es eines Jahres dran sein wird. Doch so ganz überzeugt war ich eben noch nicht. Heute bekam ich Zeit geschenkt. Und ich machte einen ausgedehnten Spaziergang. Beim spazieren gehen kann ich immer besonders gut beten und mit Gott ins Gespräch kommen. So auch heute. Ich legte ihm meine Gedanken dar, brachte auch das Wort vor ihn und fragte, was er davon halte. Er war wohl meiner Ansicht, auch er fand, dass ich noch nicht „reif“ sei für das Wort. Denn er ließ mich weiter nachdenken und ich kam auf ein Wort, das vorher noch nie in meinen Gedanken war. Dennoch begleitet es mich schon länger und ich wusste, dass es unglaublich wichtig ist für mein Leben mit Gott und auch für mein weiteres Leben mit Menschen.

Bist du jetzt gespannt, um welches Wort es sich handelt?

Es fiel mir auch sogleich eine Gebetspassage aus dem ältesten Gebet der christlichen Gemeinschaft ein. Als ich Lobpreis hörte, fiel mir die Liedzeile eines meiner Lieblingslieder wie ein Leuchtfeuer auf!

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Everyone needs forgiveness, the kidness of a Savior […]

Das waren die beiden Stellen, die mir deutlich gemacht haben: DAS ist mein Wort!

Vergebung!

Im letzten Jahr ist soviel geschehen, was Vergebung braucht. Sowohl anderen gegenüber als auch mir. Aber vor allem: Gott gegenüber. Ich habe viel Schuld auf mich geladen und habe mit Konsequenzen zu leben, die mir echt zu schaffen machen. Ich kann es mir selbst kaum vergeben. Auch bin ich nachtragend und immer noch tief verletzt. Ich merke aber auch, wie mich meine Schuld von Gott trennt. Hauptsächlich natürlich, weil ich mich so schuldig fühle und abwende von ihm. Daher ist es genau das Wort, das ich brauche. Es wird mich nämlich weiter durch mein Leben begleiten. Ich bin ein Mensch und mache Fehler. Menschen begleiten mich und werden an mir schuldig. Ich muss und will lernen zu vergeben. Echte Vergebung! Die Vergebung, die nichts nachträgt. Weil die Schuld nämlich wirklich ins Meer geworden wurde und ich frei weiter gehen kann. Die finden wir sicher nur bei Gott! Und ich möchte sie finden. Für mich und meine Schuldiger. Denn ich möchte frei sei von Groll und Mißtrauen. Ich bin sehr gespannt, wie es mich begleiten wird, mein Wort. Sicher werde ich darüber noch einmal schreiben, um einen Zwischenbericht zu liefern.

Aber hey: ist es nicht absolut genial, wie Gott führt? Wie er spricht und lenkt, wenn wir nach seinem Willen und Weg für unser Leben fragen? Ist es nicht absolut erstaunlich, wie wir Antworten bekommen? Ich bin wieder einmal total dankbar und erstaunt, wie Gott zu mir geredet hat. Wie er da ist, auch wenn ich ihn sooft außen vor lasse. Doch auf ihn ist Verlass! Selbst wenn ich untreu bin, ist er noch treu. Und ich bin dankbar. Gerührt. Fühle mich geliebt, geleitet und beschützt. Auch wenn ich jetzt schon weiß, dass dieses Wort alles andere als leicht wird für mich, weiß ich aber eins: ich habe den Retter an der Seite, den jeder Mensch braucht! Und er lässt mich im Kleinen nicht im Stich und wird es im Großen noch viel weniger tun!!!

Auf ein gutes, gesegnetes und vergebungsbereites Jahr 2018!

  1. Das hört sich sehr stimmig an mit „Vergebung“… Ich hab mein neues Wort auch erst ganz am Ende des letzten Jahres gefunden, es ist „Vertrauen“. Ich wünsche Dir viele bereichernde Erlebnisse in diesem Jahr mit deinem Wort, liebe Grüße, Martha

    1. Liebe Martha!
      Vielen Dank für deinen Zuspruch. „Vertrauen“ war auch schon mein Wort. Und dabei merke ich, dass es mich nach wie vor begleitet. Manche Wörter werden das wohl mein Leben lang tun.
      Und ich wünsche dir ein Jahr, in dem du viele gute und segensreiche Erfahrungen im Vertrauensbereich sammeln wirst!
      Liebe Grüße, Astrid

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