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Gedanken
Jesus

Weihnachten – mehr als nur ein netter Trend

21. Dezember 2017

Vorhin war ich mit meiner Tochter in der Stadt, weil wir warten mussten, bis unsere Jungs in der Musikschule fertig waren. Vor Weihnachten in der Stadt unterwegs zu sein, ist ja nicht so super amüsant. (Wobei das Wort „Stadt“ hier mächtig hoch gegriffen ist! Es handelt sich wohl eher um ein Städtchen, was sich im Weihnachtsstress vor allem in der Parkplatzsuche zeigt.) So haben wir (wie jedes Jahr!) noch ein paar last-minute-Geschenke besorgt. Das ging recht gut, denn die Läden waren nicht allzu voll und wir konnten ohne Gedränge und Geschubse durch die Reihen schlendern. Dabei fiel mir eine Leuchttafel in die Augen, die ich in letzter Zeit schon öfter auf diversen Fotos bewundern durfte. Jaja, ich bin ein Einkaufs-suchti. An manchen Dinge komme ich schlecht vorbei. Dieses Exemplar war jedoch für Kinder. Für Jungs mit Autos und für Mädchen mit der kalten Prinzessin darauf. Hmmm. So eine Tafel hätte ich ja schon ganz gern… Finde ich extrem cool… Aber mit Autos? Ähm… Nein, das dann doch nicht. Im Notfall die blauen Buchstaben, die wären ja ganz nett. Doch wenn es sowas für Kinder gibt, dann doch sicher auch für große Kinder wie mich? Etwas schlichter? Bestimmt! Und natürlich hatte ich Glück! Da war sie! Eine Leuchttafel für solche Trendmitläufer wie mich! Also wanderte sie mit mir an die Kasse, um einem neuen Zuhause zu folgen.

Zu Hause bestückte ich sie sogleich mit Buchstaben, die gerade zur Jahreszeit passen. Seitdem leuchtet sie hier vor sich hin und erinnert mich daran, welches Fest wir in drei Tagen feiern. So schön!

Doch regte mich das auch zu der Frage an, ob ich denn jeden Trend mitmachen müsse? Und ob Weihnachten überhaupt ein Trend ist?

Für viele Menschen ist das bestimmt so. Wenn man Umfragen auf der Straße glaubt, wissen viele Leute nicht einmal, was wir an Weihnachten feiern. Das ist doch erschreckend! Passen sie denn in der Schule nicht auf? Wird das nicht mal mehr im Kindergarten besprochen? Ich kann das nicht verstehen. Ich bin zwar nicht unbedingt in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, aber was an Weihnachten gefeiert wird, war mir schon als kleiner Knirps klar. Meine Mutter hatte damals eine Krippe aus echten Bienenwachsfiguren selbst gemacht. 

Diese Figuren waren sehr wertvoll für mich und ich habe sie als unheimlich schön und pompös in Erinnerung. Außerdem habe ich so gern an ihnen gerochen. Man sagt ja, dass sich Gerüche aus der Kindheit besonders einprägen. Bei diesem Bienenwachsduft ist das ganz sicher der Fall! Was ich eigentlich sagen wollte: das Zentrum der Krippe bildete ein kleiner, nackter Bienenwachs-Jesus. Der duftete mal ganz besonders gut. Außerdem durfte ich ihn nicht anfassen (obwohl ich das immer wieder heimlich und ganz vorsichtig tat…), da seine Arme und Beine leicht abbrechen konnten. Wie oft habe ich ihn aus seiner Heukrippe gehoben und an meine Nase gehalten. Er gehört also zu meiner Kindheit so klar dazu, wie der Weihnachtsbaum auch. Meine Eltern erzählten die Weihnachtsgeschichte und wir gingen auch in die Kirche. Also gut. Die Kirche gehört eben für viele nicht mehr dringend dazu. Auch wenn ich nur jedem dazu raten kann. Es ist so schön dort an Weihnachten, wenn die Kerzen brennen, die Weihnachtsbäume dort aufgestellt sind, die Krippe zum verweilen einlädt. Aber all das ist eben doch nur eins: ein Trend!

Es ist ein nettes Bild, was entsteht, wenn ich an Weihnachten denke. Doch das ist nicht das, was real geschehen ist. Es gab ganz sicher kein Kerzenlicht damals in Bethlehem. Von Weihnachtsbäumen hatte sie keine Ahnung. Es war nicht gemütlich im Stall und sicher war es nicht sauber, ordentlich, roch gut oder nur im entferntesten, wie sich Maria und Josef das so vorgestellt hatten. Nach heutigen Maßstäben alles andere als ein Trend! Das würde unter Garantie niemand nachmachen wollen.

Heute wächst sich vieles zu Konsum und Stress aus. Wenn man sich die Läden (vor allem wohl die Lebensmittelläden) anschaut, sie laufen über mit Menschen, die meinen, dass sie zu wenig Essen daheim haben. Die Geschenke werden wohl meist im Internet bestellt, so dass die Paketmenschen unter der Last der vielen Pakete stöhnen. Wir reiben uns auf in dem Versuch, alles ordentlich und gemütlich zu haben und vergessen dabei die Menschen, die um uns herum sind. Keine Zeit, keine Zeit! Ich muss noch schnell… warte mal kurz.

Maria und Josef haben sich nur kurz Stress gemacht. Als sie keine Herberge gefunden haben. Ich bin mir fast sicher, dass es Josef da ganz anders geworden ist. Seine Frau seufzt und stöhnt, hat Schmerzen und drängt ihn sicher, doch endlich einen Platz irgendwo zu finden. In der Zeit, wo er nachfragt in den Herbergen, beschwert sie sich bestimmt beim Esel über ihren Mann, der es nicht schafft, ihr einen Platz zu schaffen, wo sie ihr erstes Kind bekommen kann. Doch dann: aufatmen: Es gibt einen Stall. Na toll, wird Maria gedacht haben. Doch die nächste Wehe hat sie davon abgehalten, ihre Meinung kundzutun. Und immerhin war es in dem Stall nicht so windig. Naja, besser als das Baby auf dem Esel zur Welt zu bringen.

In dem Moment, wo sie aktiv mit der Geburt beschäftigt war, hatte Josef entweder alle Hände voll zu tun, seiner Frau beizustehen. Oder er hat sich vor den Stall gestellt, in den Nachthimmel geschaut und mit Gott gesprochen, und ihm all den Frust, den Stress und seine ganzen Sorgen hinzulegen. Da war der Stress vorbei und sie haben sich wieder auf das konzentriert, was wirklich wichtig war: Gott! Sie waren die Menschen, die live dabei waren, als Gott auf die Erde kam. Als kleines, schreiendes, runzeliges, hungriges Baby. Absolut kein Trend!

Und wenn ich dann noch bedenke, wem zuerst gesagt wurde, dass Gott selbst auf die Erde kam, dann hat das mit Trend überhaupt nichts zu tun! Zuerst wurde es den Menschen verkündet, die am Rand der Gesellschaft standen. Die in den Augen vieler nichts wert waren. Die nichts hatten. Die Tag und Nacht draußen waren, und ständigen Gefahren ausgesetzt waren.

Wenn ich heute so manche Berichte lese, wie mit anderen Menschen umgegangen wird, so kurz vor Weihnachten, kommen mir die Tränen. Die Menschen, die heute am Rande der Gesellschaft stehen werden von Menschen verspottet und sogar mißhandelt. Doch wir müssen uns nicht wundern, wenn sie diejenigen sein werden, die wieder als erste erfahren, dass Jesus zurück kommt. Nicht wir, die wir uns für was besseres halten, weil wir einen Trend mitmachen. Sondern die, die am Rande stehen. Die Trends nicht mitmachen können, weil sie gar keine Möglichkeit dazu haben.

Weihnachten, das ist wirklich viel mehr als ein Trend! Und ich bin froh darüber, dass ich darum weiß und mich immer wieder daran erinnern kann. Dass ich meinen Kindern davon erzählen kann und sie auch erfahren dürfen, dass es kein Trend ist, den man mitmachen muss oder kann, sondern dass es viel, viel mehr ist!

Euch ist heute der Retter geboren!

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