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Gedanken
Jesus

Maskenball

9. November 2017

Warm war es. Fröhlich ging Eva durch ihren Garten. An einer besonders schön blühenden gelben Rose hielt sie an, betrachtete sie staunend und hielt ihre Nase darüber. Hmmmm, sie roch so gut! Eine kleine Biene kam vorbei geflogen und setzte sich in die Mitte der Rose. Sie lief mit ihren kleinen Beinchen hin und her. Eva beobachtete interessiert, wie sich kleine Blütenpollen an ihren dünnen Beinchen festsetzten und einen immer dickeren Ball bildeten. Die kleine Biene spreizte ihre Flügel und flog davon zur nächsten duftenden Blume. Eva sah ihr fröhlich nach. Sie schaute in den Himmel. Keine Wolke war dort zu sehen. Summend ging sie weiter und setzte sich unter einen Baum in den Schatten. Sie spürte die rauhe Rinde des Stammes an ihrem Rücken. Auf einmal vernahm sie eine Stimme hinter ihr: „Ah! Hier bist du! Ich habe dich gesucht.“ Adam setzte sich neben sie und sie genossen die Nähe des anderen. Sie unterhielten sich leise über die farbenfrohe Pracht in ihrem Garten und wie froh sie waren, dass sie so ein wunderschönes Fleckchen Erde ihr zu Hause nennen konnten.

Da kam Gott vorbei und setzte sich ebenfalls zu ihnen in den Schatten. Er fragte sie, wie es ihnen gehe und was sie am Tag gemacht hätten. Eine absolut friedvolle und harmonische Szenerie war das. Sie fühlten sich alle drei wohl, zufrieden, angenommen und angekommen.

Eines Tages geschah jedoch etwas, was ihrer Dreier Leben von Grund auf verändern würde. Es war ja nicht so, dass Gott es nicht voraus gesehen hatte. Natürlich war es nicht so. Er kannte seine Kinder gar zu gut und er wusste, dass sie schwach waren. Er hatte gehofft, dass seine Liebe ausreichen würde um sie zu stärken, um sie vor anderen Einflüssen zu schützen. Deswegen hat er sich ja jeden Tag im Garten mit ihnen getroffen und sie haben sich gegenseitig alles erzählt. Doch die Schlange war eben ein listiges Tier. Eins, das den Menschen Sehnsucht in ihr Herz pflanzen konnte. Das Versprechen machen konnte, ohne diese jemals halten zu können. Sie konnte Vorstellungen in die Köpfe der Menschen setzen, die sehr echt und wirklich erschienen. Die Zweifel aufkommen ließen an dem, was sie hatten. Ob das schon alles wäre. Ob es wirklich gut wäre. Ginge es nicht besser? Er hat es gewusst. Er hat es kommen sehen. Aber er hatte den Menschen ihren Willen gegeben, damit sie sich freiwillig für ihn entscheiden konnten. Denn nur so kann es Liebe sein. Unter Druck und Zwang wäre es eine Unterwerfung. Das wollte Gott nicht.

Doch Eva ließ sich von der Schlange betören. Sie glaubte ihren Worten. Zumindest schaffte die Schlange es, Zweifel in Evas Herz zu säen. Ob Gott es denn wirklich gut mit ihnen meinte? Herrje! Da hatte er diesen wunderschönen Garten erschaffen, mit all seinen Pflanzen und Tieren. Und sie durften sich überall frei bewegen. Warum dann nicht von dieser einen Frucht essen? Meine Güte! Einmal probieren. Was schadete es schon? Und Adam? Na, der musste doch auch nur mal abbeißen! Warum zögerte er denn noch? Es schmeckte doch himmlisch!!! Adam, Adam, das musst du unbedingt probieren!!!!

Und er probierte.

Beiden gingen die Augen auf. Hilfe!!! Sie waren nackt! Wie sahen sie denn aus? Das ging doch nicht. Es gibt Bereiche an mir, die darf Adam nicht sehen!, dachte Eva. Und Adam dachte ähnlich, als er ein Feigenblatt nahm und damit seine Scham bedeckte.

Hier wird es interessant. Geht es dir nicht auch manchmal so, dass du deine „Scham“ bedecken willst? Das ist der Moment, an dem ich mir eine Maske aufsetze. So wie Adam und Eva das taten. Sie versteckten sich, weil sie auf einmal Dinge feststellten, die sie nicht zeigen wollten. Zuerst versteckten sie sich voreinander. Danach versteckten sie sich vor Gott.

Wir Menschen setzen allzu gern Masken auf. Wir verbergen das, was wir nicht zeigen wollen. Natürlich fängt das schon ganz banal mit unseren äußeren „Mängeln“ an. Es gibt Kleider, die kaschieren die Problemzonen hervorragend, oder heben etwas an, was leicht hängt. Wir Frauen haben das Glück, dass es Kosmetika gibt, die kleine Pickel oder Falten gut versteckt. Wir hübschen uns auf, um uns aufzuwerten. Wir legen eine Maske ins Gesicht, damit das, was uns weniger perfekt erscheint, verborgen wird. Oder auch anders herum: wir betonen das, mit dem wir zufrieden sind. Aber auch das ist eine verdrehte Form von Maskerade. Denn damit übertönen wir wiederum die Stellen, die wir nicht zeigen wollen.

Doch ich denke, das verdecken von Adams „Scham“ ging noch viel tiefer. Er wusste, dass er einen Fehler gemacht hatte. Er steckte in der Bedrängnis. Da war der Auftrag von Gott, dass sie nicht von dieser Frucht essen sollten. Auf der anderen Seite war dort seine Frau, die er über alles liebte. Mit der er alles teilte. Sie versprach, dass nichts dabei sei, einmal davon zu probieren. Er vertraute. Und setzte leider aufs falsche Pferd.

Mir passiert das auch immer wieder. Ich vertraue den Leuten, die scheinbar gute Argumente haben. Ich habe aber auch Gottes Wort und seine Versprechen. Doch Gott ist weit weg. Er muss sich um so vieles kümmern. Er hat doch gar keine Zeit, mich immer im Blick zu haben. Das stimmt aber nicht! Gottes Blick ist immer auf mir! Er sieht mich, ob ich schlafe oder wach bin. Er weiß, was ich als nächstes tu. Er kennt meine Gedanken und Worte. So ist Gott.

Doch Gott ist noch viel größer als das! Er hatte allen Grund sauer zu sein auf Adam und Eva. Klar! Das war er ja auch! Er schickte sie raus aus seinem Garten. Sie durften von nun an keine direkte Gemeinschaft mehr mit ihm haben. Er zog sich von ihnen zurück. Er gab ihnen nur noch das, was sie brauchten. Sie mussten dafür nun arbeiten. Vorbei war es mit der Betrachtung der Bienenflüge. Ab jetzt war arbeiten und Mühe angesagt. Und was noch viel schlimmer war als das: Von nun an war Maskerade angesagt! Dieses vollkommene angenommen sein, das würde es nicht mehr geben. Adam sah nun Dinge in Eva, die er vorher nicht sah und er war genervt von ihr. Eva konnte es Adam nicht mehr nur Recht machen, sie wurde zänkisch und auch manchmal mürrisch. Sie hatten Streit. Das kannten sie nicht. Sie mussten lernen, dass auch Beziehung Arbeit war. Dass sie sich von nun an hinter eine Maske verstecken mussten um zu leben.

Das ist ganz schön anstrengend! Zum Glück ist unser Gott ein gnädiger Gott. Er selbst wollte diesen Zustand so auch nicht lassen. Denn die Trennung von seinen Kindern fiel auch ihm sehr, sehr schwer. Ihr Leid tat ihm im Herzen weh. Also beschloss er einen Rettungsplan. Er schickte das Liebste, das er hatte, seinen eigenen Sohn, auf die Erde, damit er die Versöhnung mit den Menschen und ihm wieder herstellen konnte. Und das gilt noch heute! 2000 Jahre später gilt dieses Versöhnungsangebot noch für dich und mich!

Für uns Menschen brauchen wir die Masken weiterhin. Sie helfen uns, im Umgang miteinander. Wir können (noch) nicht mehr so ehrlich miteinander sein, wie es damals war. Wir müssen uns verstecken. Auch wenn wir eine tiefe Sehnsucht nach vollkommener Annahme haben. Wenn wir im Grunde unseres Seins wahrgenommen, angenommen und geliebt werden wollen. Dafür kam Jesus. Und er ist es, der uns so annehmen kann, will und wird! Bei ihm allein kann ich meine Maske abnehmen und ehrlich sein. Er weiß sowieso, wie es unter der Maske aussieht. Er sieht meine Tränen, die sonst keiner sieht. Er kennt meine Schwäche, die sonst keiner wahrnimmt. Er ist da, wenn ich das Gefühl habe, dass mich sonst alle verlassen haben.

Und dafür bin ich dankbar! Hätte Eva nicht von der Frucht gegessen… Wer weiß. Vielleicht wären wir immer noch im Paradies. Doch hätte, wäre, könnte… Es ist passiert. Und ich finde es einfach total faszinierend, dass Gott uns nicht uns selbst überlassen hat, sondern noch einen draufgesetzt hat: seinen Sohn für mich und dich gegeben!!!! Lass dir das mal im Herzen zergehen….

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