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Gedanken
Zweifel

Lügen glauben?!?

2. November 2017

Läuft man im sogenannten „Altweibersommer“ durch den Wald, fällt es immer wieder auf, dass einem feine Spinnenfäden im Gesicht landen können. Der Altweibersommer ist ja eigentlich schon vorbei, aber durch den wunderschönen Novemberanfang (zumindest bei uns) ist er gefühlt noch da. So ging es mir gestern, als ich durch den Wald lief, dass ich mir hin und wieder diese Fäden aus dem Gesicht wischen musste. Sie sind so fein, dass sie nicht zu sehen sind, außer wenn die Sonne direkt auf sie fällt. Aber sie sind zu spüren, wenn sie im Gesicht landen. Ganz fein und kitzelig.

So ist das auch mit den Fallstricken des Teufels. Er ist ein Meister darin, sie so zu spannen, dass sie kaum zu sehen sind. Manchmal erkennen wir sie doch, dann können wir ausweichen. Doch genauso oft, oder vielleicht noch öfter? landen wir in ihnen und wenn es sich dann nur leicht und kitzelig anfühlen würde, hach, was wäre das doch schön!

Leider geht es mir immer wieder so, dass der Teufel sehr erfolgreich seine Fallstricke auslegt und ich darüber stolpere. Er kennt jeden Menschen ziemlich genau und legt diese Stricke so aus, dass wir auch wirklich darüber fallen. Meine Fallstricke heißen Selbstzweifel, Selbstanklage und Minderwertigkeit. Damit falle ich aber auch jedes Mal wieder auf die Nase.

Letztens durfte ich das an einer, an und für sich, schönen Situation merken:

Ich hatte einen Auftrag bekommen und diesen nach bestem Wissen und Gewissen und viel Liebe ausgeführt. Als ich meine Produkte überreichte, freute sich die Person so sehr darüber und staunte, wie ich es gemacht habe. Zusätzlich habe ich ihr ein kleines, wirklich winziges, Geschenk überreicht, als Dankeschön für den Auftrag an mich. Sie war völlig aus dem Häuschen und meinte:“Ach, ist das schön! Ich muss dich mal drücken, weil du das so schön gemacht hast!“ Und sie nahm mich in den Arm. Ich war völlig von den Socken.

Denn erstens: Es ist meine Arbeit gewesen, die ich ausgeführt habe. Auch wenn ich es mit Liebe und Freude getan habe. Nichts besonderes also.

Zweitens: Das was ich da geschaffen habe, kann jeder tun. Wirklich jeder, der daran Interesse hat, kann es sich aneignen. Nichts besonderes also.

Drittens: Ich habe es gemacht. Nichts besonderes also.

Ich war also so überrascht davon, dass sie sich so freute und es herum zeigte und andere an ihrer Freude darüber teilhaben lassen wollte. Das hat mich bewegt. Und mir gezeigt, dass ich mal wieder ziemlich in den Fallstricken des Teufels festsitze.

Es war mir ein Rätsel, wie sie sich so über Dinge freuen konnte, die ich gemacht habe.

Der Teufel flüstert mir beinahe täglich ins Ohr: „Du bist so wertlos! Was kannst du denn besonderes? Was macht dich denn zu einem geliebten Menschen? Ich sage es dir: nichts! Aboslut nichts! Du bist nichts, du kannst nichts und niemand kann dich lieben.“

Weißt du, wie anstrengend es ist, sich aus diesen Lügen zu befreien? Denn nichts anderes sind seine Worte. Sie sind Lügen! Ich bin nicht besser als andere. Ich kann nichts besser als andere. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist der, dass es jemanden gibt, der anderes zu mir sagt.

Der sagt:“Du bist geliebt! Von mir! Ich habe dich mit Königswürde gekrönt, als ich dich zu meinem Kind machte. Du bist für mich was ganz besonderes und in meinen Augen absolut einzigartig und perfekt! So, wie du bist. Denn dadurch bist du die, die du bist.“

Jetzt ist die Frage: Warum glaube ich dem Teufel mit seinen Lügen so oft und nicht dem, der mich  mit Liebe ansieht?

Ich kann dir diese Frage beantworten: Weil wir immer wieder auf Menschen treffen, die sich mit dem Teufel verbünden, sei es bewusst oder unbewusst, und die mir zeigen, wie falsch ich bin.

Menschen sind nun mal nicht perfekt. Jeder hat seine Sicht auf Wahrheit und Wirklichkeit. Diese sind subjektiv und müssen nicht stimmen. Genauso wenig, wie meine Sicht stimmt! Denn auch bin geprägt durch die Erziehung und Erfahrungen, die ich gemacht habe.

Und so geht es jedem, wirklich jedem!

Gott hat uns niemals versprochen, dass ein Leben mit ihm einfach sein wird. Eher im Gegenteil, hat er gesagt, dass es ziemlich schwierig sein wird und wir einen Kampf ausfechten werden. Woher er das weiß? Erstens ist er der Schöpfer der Menschen. Absolut jedes Menschen! Auch wenn du dich nicht als Kind Gottes bezeichnest: du bist es! Zweitens: er kam selbst als Mensch auf die Erde und kannte sich mit den Fallstricken des Teufels aus. Er ist ihm direkt begegnet, aber er hat auch seine Erfahrungen mit Menschen gemacht, die sich als seine Werkzeuge gebrauchen ließen.

Diese Vorstellung, dass der Teufel mich als Werkzeug benutzt ist ziemlich beunruhigend. Doch sicher passiert es mir. Denn ich kann durchaus sehr destruktive Worte für andere finden. Ich kann sehr dumme Dinge tun. Das sind die Momente, wo ich gebraucht werde, um Gott im Weg zu stehen.

In einem Lied der Casting Crowns heißt es: Maybe the best thing we can do, is just to go out of the way. (vielleicht ist es das beste, was wir tun können, einfach aus dem Weg zu gehen.)

Aber Gott sei dank ist Gott um so viel größer als ich es bin! Er findet immer wieder Wege, wie er doch zum Ziel kommt. Mit mir, oder ohne mich.

Was für mich wichtig ist in diesem Kontext: Ich möchte mehr und mehr auf seine Worte vertrauen. Denn Jesus sagt nicht umsonst in Johannes 16, 33: „Ich habe euch das alles gesagt, damit ihr Frieden habt. In der Welt werdet ihr hart bedrängt. Doch ihr braucht euch nicht zu fürchten: Ich habe die Welt besiegt.“ Und in Matthäus 28,20 sagt er zu seinen Jüngern (und zu dir und mir): „Und seid gewiss: ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.“

Das sind die Aussagen, die tragen. Denn Jesus hat am Kreuz den Teufel besiegt. Insofern, dass dieser keine Macht mehr hat in dieser Welt. Er versucht durchaus sie wieder zu bekommen. Aber wie Jesus sagt, er hat die Welt besiegt. Und damit die Macht des Teufels gebrochen. Das macht ihn natürlich wütend und er legt seine Fallstricke weiter aus. Er wird nicht damit aufhören, bis das Ende der Welt gekommen ist. Doch bis dahin ist Jesus da und hilft uns immer und immer wieder auf. So wie er es uns in seinem unvergänglichen Wort versprochen hat!

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