butterfly2god

Gedanken
Zweifel

Goodbye

31. August 2017

Heute ist der letzte Sommertag. Zumindest für mich. Denn ab dem 1. September beginnt für mich gefühlt der Herbst. Diese Jahreszeit hat auch ihre guten Seiten. Jede Jahreszeit hat das. Dennoch verbinde ich mit dem Sommer immer sehr viel Lebensfreude, lange Nächte (oder kurz, je nachdem, wie man das sieht…), Sonnenmomente, Freiheit, Wärme. Das sind für mich sehr wichtige Dinge. Im Herbst sind sie noch greifbar, aber sie werden weniger. Und das macht mir manches Mal zu schaffen.

Gestern habe ich in meiner Bibellese etwas (für mich!) sehr herausforderndes gelesen. Und ich bin (mal wieder) ins Nachdenken gekommen über mein Leben, über meinen Charakter, über meine Beziehung zu Gott.

Manchmal bin ich wirklich geneigt, alles hin zu schmeißen. Meine Koffer zu packen und gaaaaaanz weit weg zu fahren. Doch da holt mich mein (wenig aber doch vorhandener) Realitätssinn ein. Woanders ist es auch nicht schöner, besser, einfacher. Auch meinen Glauben könnte ich manches Mal über Bord schmeißen. Ich habe das Gefühl, ich bin einfach nie genug. Ich reiche Gott nicht. Ich hänge so in meinen Verhaltensweisen fest, kann sie nicht abschütteln und loswerden. Mein Ziel war es, mich im Urlaub von Gott lieben zu lassen. Das gelingt mir phasenweise ganz gut. Dann passiert irgendwas und ich lasse mich nicht lieben. Sondern fahre meine Stacheln aus und pickse wild um mich, damit auch alle merken können, wie es mir geht. Das Dumme ist nur: niemand merkt es. Fast ist es zum Lachen, weil ich mit meinem Muster doch nur mir selbst schade und nicht den anderen. Denn sie wenden sich ab und lassen mich weiter rumpicksen. Dann murre ich eben mit mir selbst weiter. Und mit Gott. „Warum machst du es mir so schwer?“, frage ich ihn.

Obendrein lese ich folgende Worte in meiner Auslegung:

Der Geist des Herrn bringt Freiheit in unser Leben. Freiheit von Gesetzlichkeit, Schuld, Scham, Verdammnis, Selbsthass und Selbstablehnung. Freiheit von der Macht der Sünde, von Egoismus, Manipulation und Kontrolle. Freiheit von der Angst vor dem Tod und er Angst, was andere über uns denken. Freiheit uns mit anderen vergleichen zu müssen.

 

Ähm. Also, ich weiß auch nicht so genau. Entweder habe ich das falsch verstanden, oder ich habe den Geist doch nicht? Das sind so genau die Themen, die mich gefangen nehmen. Freiheit ist da mal ganz weit weg. Ich wünsche es mir so sehr, dass ich diese Freiheit erleben darf. Dass ich mir nicht so viele Gedanken um alles machen muss. Dass ich frei sein darf und einfach leben kann. Ich weiß nicht, was ich tun soll, um das zu erleben. Um frei zu werden.

Sicher, ja, ich erlebe in einzelnen Momenten diese Freiheit. Doch dann kommt die Schuld, meine Kinder angemotzt zu haben wieder hervor. Oder der Selbsthass, weil ich mich eben nicht ändern kann und nicht alles einfach einfach nehme. Oder der Egoismus, weil ich lieber die Dinge mache, die ich will, als die, die ich tun sollte. Manipulieren kann ich super! Wenn der andere nicht so funktioniert wie ich das gern hätte, kann ich die richtigen Knöpfe drücken, dass er es doch macht. Wer meinen Mann kennt, kann ihn ja mal fragen. Kontrolle? Kenne ich fast gar nicht. Meine Kinder kontrolliere ich so gut wie…. ok. lassen wir das. Verstehst du, was ich meine? Da ist nicht der Hauch von Freiheit!

Weiter geht der Text (leider) auch noch:

Du bist frei, Gott zu kennen, zu lieben und ihm zu dienen. Frei, mit deinem Leben und deiner Kraft andere zu lieben. Du bist frei, du selbst zu sein. Du kannst voller Zuversicht zu Gott kommen. Du musst dein Gesicht nicht verschleiern.

 

Ja, ich bin frei. Das stimmt natürlich. Ich bin frei, diese Entscheidungen zu treffen. Gott  und andere (und auch mich selbst) zu lieben und ihnen zu dienen. Und es macht mir ja auch Freude. Doch leider passieren mir beim Leben und Lieben immer die oben genannten Fehler. Und dann auch noch zu Gott kommen, ohne mich verstecken zu müssen? Das ist für mich im Moment überhaupt nicht vorstellbar. Er ist so heilig, ich bin so schuldig. Klar, ich habe Jesus, der für meine Schuld gestorben ist, damit ich genau diese Freiheit und diesen Zugang zu Gott habe. Doch das Leben ist mir zu anstrengend geworden. Ich weiß nicht mehr, wie ich die Leichtigkeit und Freiheit bekommen und behalten soll. Theoretisch weiß ich: Jesus ist der Weg, aber praktisch kann ich ihn irgendwie nicht gehen…

Und nun beginnt auch noch der Herbst. Ich vermute, dass es eine Quälerei werden wird für mich. Nein, nicht nur. Ich sollte wieder anfangen, die positiven Dinge aufzuschreiben.

Hier mal eine Liste, was im September (noch) machbar ist und worüber ich mich freuen kann:

  • Spaziergänge
  • Joggingrunden ohne viel Kleidung
  • Schwimmbadbesuche
  • Abende mit Kerzenschein
  • Grillen mit der Familie
  • lesen im Sonnenschein
  • Ausflüge z.B. in den Zoo

 

Worauf freust du dich, wenn der Herbst beginnt? Ist es für dich eine Zeit, in der du langsam zur Ruhe kommst? Oder eher eine Zeit, die dich unruhig auf den nächsten Sommer warten lässt? Hast du ein Ritual, wie du den Herbst begrüßt? Was machst du am liebsten im September?

Ich freue mich über einen Kommentar von dir!

 

  1. Herbst heißt für mich wunderbare Farben in der Natur, Laubduft und Gemütlichkeit. Vor allem ist aber endlich wieder die Zeit für Suppen und Eintöpfe da. Schnell gekocht, aber gut für die Seele 🙂

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