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Gedanken
Glauben

Hoffnung in den (Lebens-)Stürmen

5. August 2017

Das Leben besteht aus Stürmen. Und aus Glücksmomenten. Dann kommen neue Stürme und wieder Glücksmomente und immer so weiter. Die Kunst ist es, die Glücksmomente zu erkennen, festzuhalten und in den Stürmen fest zu stehen. Vielleicht sogar mit Hilfe der Glücksmomente.

Zur Zeit empfinde ich die Stürme sehr heftig und überdimensioniert. Natürlich gibt es auch in meinem Leben die kleinen Freuden. Und manchmal sogar große. So ist es ja nicht. Ich sehe sie, aber ich kann sie nicht halten. Sie sind flüchtig wie ein Windhauch. Schwupps, kaum habe ich sie gespürt, sind sie schon wieder vorbei.

Manchmal frage ich mich, was mit mir nicht stimmt. Gestern bekam ich eine kleine Antwort auf diese Frage: Mir fällt es schwer, die Stürme auszuhalten. Auch wenn sie eben länger gehen, als es mir recht ist. Am liebsten möchte ich in der Sonne tanzen, lachen, mit Menschen zusammen sein, die ebenfalls fröhlich sind und Spaß haben. Aber so funktioniert das Leben leider nicht. Es passieren Dinge, die nicht vorgesehen waren. Menschen werden krank. Oder haben einen Unfall. Verlieren ihre Arbeit. Oder einen geliebten Menschen. Verschulden sich. Das alles kann passieren. Und meist trifft es uns unerwartet. Dann ist es gut, wenn wir wissen, wo wir unsere Wurzeln haben.

Ich hatte ja schon längst vor, weiter über Elia zu schreiben. Wenn du „You give and take away“ gelesen hast, dann hast du schon einiges über Elia gelesen.  Sonst nimm dir eine Bibel, oder gehe zum Bibleserver und lies es im 1. Könige 18 nach. Es ist es wirklich eine spannende Geschichte!

Also, Elia erlebt einen Sieg, wie er buchstäblich im Buche steht! Er siegt über etliche Baalspriester und erlebt Gott so intensiv, wie ich es mir nur wünschen kann. Ich bin mir sicher, dass er fast trunken war vor Glück von diesem Erlebnis!

Der König fand nicht wirklich toll, was Elia gemacht hat. Beleidigt ging er nach Hause und erzählte seiner Frau alles haarklein. Mir ist nicht so ganz klar, wer eigentlich die Hosen an hat. Zur damaligen Zeit war das sicherlich der Mann und doch erst recht der König. Hier sieht es ganz so aus, als sei der König seiner Frau Isebel hörig. Wahrscheinlich ist sie die stärkere Persönlichkeit. Was aber nicht gleichbedeutend ist, dass sie auch Führungsqualitäten hat. Denn sie reagiert ziemlich impulsiv und, ähm, ja, weiblich. Sie wird zu einer Furie und lässt Elia ausrichten: „Hör mal, was du da gemacht hast, passt mir überhaupt nicht! Und die Götter sollen mich töten, wenn ich dich bis morgen nicht selbst getötet habe!“ (frei übersetzt)

Natürlich bekommt Elia es mit der Angst zu tun. Schließlich kennt er Isebel und ihren impulsiven, bösartigen Jähzorn. Er nimmt sie vollkommen ernst und zweifelt nicht eine Sekunde daran, dass sie es nicht so meinen könnte. Also nimmt er die Beine in die Hand und läuft so weit er nur kann. Zuerst hat er noch eine Begleitung, dann zieht er aber alleine weiter. Er geht in die Wüste.

Ich finde diese Entscheidung nicht sonderlich klug. Wenn jemand Angst hat, dann sollte er

  1. nicht alleine sein und
  2. nicht unbedingt einen Ort aufsuchen, der so unwirtlich und schwierig ist, wie die Wüste.

Aber hier zeigt sich, dass Elia durch diesen Sieg, diesen Triumph, leer gelaufen ist. Die Erinnerungen sind sicherlich noch da, aber sie überwiegen nicht. Die Angst ist größer und lässt ihn Entscheidungen treffen, die nicht rational und weise sind.

Er legt sich also unter einen Ginsterstrauch und will einfach sterben. Eigentlich ist das eine interessante Situation. Gerade eben ist er geflohen vor dem Tod. Nun ist er völlig erschöpft und einsam und fragt sich vielleicht sogar, ob er nicht besser an Ort und Stelle hätte bleiben sollen.

Ich kenne das aus meinem Leben. Ich erlebe auch Höhenflüge mit Gott und denke: „Wow! Das ist mal so genial, dass ich einen Gott habe, der mich so beschenkt und segnet.“ Und im nächsten Moment passiert etwas, was nicht viel mit einem Höhenflug gemein hat und ich frage mich, warum ich nicht einfach sterben kann.

Aber Gott ist eben ein Gott, der versorgt! Er verlässt niemals seine Kinder! Er geht ihnen hinterher und richtet sie wieder auf. Ihm liegt daran, dass wir weiter machen und nicht, dass wir depressiv unter einem Ginsterbusch liegen. Er lässt uns auch leerlaufen, aber er ist immer an unserer Seite.

So auch bei Elia! Er schickt einen Engel zu Elia, der ihm Essen und Trinken hinstellt. Elia isst und trinkt und legt sich wieder hin. Doch der Engel weckt ihn ein zweites Mal. Denn er weiß genau: Elia musste sich erst stärken um die nächste Aufgabe anzugehen.

Elia soll essen und trinken und sich dann auf eine 40-tägige Wanderung machen. (Zum Glück keine 40 Jahre! Immerhin ist er ja in der Wüste…)

Und dann zeigt sich Gott Elia in einer sensationellen Art und Weise, über die ich jedesmal staune, wenn ich es lese! Gott hat sich den Baalspriestern sehr deutlich gezeigt. Es war eindrucksvoll und einprägsam. So wünsche ich mir auch, dass Gott sich zeigt. Denn daran kann niemand vorbei sehen! Wer will in solch einer Aktion behaupten, dass es nicht Gott war? Das kann niemand. Eben. Gott zeigt sich in den lauten, eindrucksvollen und beeindruckenden Situationen. Oder etwa nicht?

Elia setzt sich vor die Höhle und wartet, dass Gott sich ihm zeigt. Und ein Sturm zieht auf. Ein heftiger Sturm, der an Elia rüttelt und ihm die Kleider und Haare durcheinander weht. Er ist so heftig, dass er Berge teilt und Felsen zerschlägt. Sicher muss Elia sich auch die Hände über den Kopf halten, um nicht von Steinen getroffen zu werden. Oder sogar an einem Baum festhalten, um nicht davon geweht zu werden. Da muss Gott doch zu finden sein?! Immerhin ist es doch heftig, laut und wild. Aber nein, Gott ist nicht in dem Sturm.

Dann bebt die Erde. Auch das ist wohl nicht ganz ohne. Elia wird sich weiter festhalten müssen, um nicht umgeworfen zu werden. Auch das ist sehr eindrücklich! Sicher ist hier Gott zu finden. Aber weit gefehlt. Gott ist auch nicht im Erdbeben.

Jetzt kommt noch ein Feuer! Ein heißes, alles verzehrendes Feuer! Ja, das muss Gott sein! Denn schließlich hat er Feuer vom Himmel geschickt, damit die Baalspriester dumm dastehen. Doch wieder ist es nicht Gott, der im Feuer steckt.

Elia hört ein leises Säuseln. Was ist das? Er muss nach dem ganzen Getöse erst mal genau hinhören. Er nimmt den Mantel vor sein Gesicht denn er weiß auf einmal ganz genau, dass es diesmal Gott sein muss. Und er hat Recht. Es ist Gott und nun klagt er ihm sein (gefühltes) Leid. Er sagt, er habe Gott gedient, während die Israeliten ihren Bund gebrochen, Gottes Altäre niedergerissen und die Propheten getötet haben. Nun wäre er allein übrig. Doch Gott zeigt Elia, dass er einen Fehler im Denken begeht.

Oha. Auch das kommt mir durchaus bekannt vor! Ich sehe eine Situation und beurteile sie sogleich. Dann mache ich mir Gedanken, die überhaupt nicht stimmen. Doch halte ich sie für die Wahrheit. In dem Moment ist meine Wahrheit. Aber es ist nicht Gottes Wahrheit! Er sieht weiter als ich es jemals könnte.

So auch bei Elia. Er zeigt, dass Elias Wahrheit nicht Gottes Wahrheit ist. Er korrigiert sein Denken und das ändert Elias Handeln.

Ist das nicht spektakulär? Dass Gott kein lauter, wilder Gott ist, sondern leise und sanft? Dass er uns sacht an der Schulter berührt und uns auf unseren Denkfehler aufmerksam macht? Dass er kein Feuer und Erdbeben schickt um uns zu korrigieren? Sondern einfach sanft sagt: Du bist nicht allein! Ich kümmere mich um dich, denn ich sehe, was du tust. Ich versorge dich mit allem, was du brauchst.

Das ist Gott!!!! Und dafür bin ich ihm so dankbar! Ich muss nur aufmerksam bleiben, damit ich das Säuseln nicht verpasse in all dem Erdbeben, Feuer und Stürmen.

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