butterfly2god

Gedanken
Glauben

Alles geben – und gewinnen!

29. Juli 2017

Heute Morgen war ich mal wieder laufen. Wir sind gerade bei unseren Eltern zu Besuch und haben das große Glück, dass unsere Kinder eine Woche Urlaub hier, in unserem alten zu Hause, machen dürfen.

Daher war meine Laufstrecke eine andere als sonst. Ich habe festgestellt: egal, wo ich laufe, Gedanken kommen mir überall. Aber ich laufe tatsächlich lieber im Wald und nicht auf einer Bahn, auf der ich nur Runden „abgrase“. Das nur als kleinen Exkurs meiner Vorlieben.

Denn egal, wo ich laufe, mit Musik in den Ohren kommen mir immer wieder interessante Gedanken. Ha! Zumindest kommen sie mir interessant vor.

Zur Zeit bin ich einfach eine begeisterte Hörerin der Casting Crowns. Sie begleiten mich bei jedem Lauf und immer ist es ein anderes Lied, welches mir einen Gedankenimpuls schenkt. Diesmal war es dies hier:

For all you are

In dem Lied heißt es:

All of me for all You are

I lay at your feet my broken heart

And I´ll find my healing in Your scars

All of me for all You are.

 

Das klingt doch ganz einfach. Alles, was ich bin gebe ich für dich hin. Es ist so einfach und doch gibt es kaum etwas schwierigeres.

Jesus hat alles am Kreuz für dich und für mich bezahlt. Er hat sich ganz hingegeben für dich und für mich. Er hat die Trennung von Gott auf sich genommen, um dir und mir die Möglichkeit zu geben, dass wir uns ganz Gott, dem Vater, neu zuwenden können. Dies hat ihn einen hohen Preis gekostet. Ich meine, wir haben gut reden. Wir wissen heute, worauf das hinaus lief. Wir wissen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und wieder in den Himmel zu seinem Vater kommen konnte. Aber dieses Wissen darf mir keinen Freifahrtschein geben, dass ich alles verbocken kann. Im Gegenteil. Ich kann durch das, was Jesus getan hat, die Freiheit genießen mich zu Gott zu wenden ohne ständiges schlechtes Gewissen. Jaaa, okeee, so ganz einfach ist das in meinem Fall auch nicht. Ich bewundere alle Christen, die es schaffen, wirklich alle ihre Lasten vor dem Kreuz abzulegen und in Freiheit weiterzugehen. Ich schaffe das nur selten. Aber ich habe diese Freiheit! Durch das, was Jesus für mich und auch für dich getan hat. Und das ist erst mal unbestritten genial!

Dieses Lied hat mir auch wieder deutlich gemacht, dass es in meinem Leben immer noch und auch immer wieder Bereiche gibt,  in die ich Jesus nicht unbedingt hineinlassen möchte. Vielleicht weil ich meine, ich schaffe es auch ohne ihn. Oder weil ich mich schäme, meiner Gedanken und Taten. Oder auch nur ganz einfach: das hat doch nichts mit ihm zu tun.

Doch es ist nicht so. Wenn ich mein ganzes Leben für ihn einsetzen möchte, auch um seinen Segen zu erfahren, dann muss ich ihm die Möglichkeit geben, auch im tiefen dunkel zu wirken. Und so kam es mir heute: ich bitte Jesus in meinem Leben zu wirken, aber im Bereich meiner Beziehungen schaffe ich das schon selbst. Doch in dem Lied heißt es, dass ich mein zerbrochenes Herz zu seinen Füßen ablege und in seinen Wunden Heilung erfahre. Das eine muss zuerst passieren, bevor ich das andre in Empfang nehmen darf. Ich muss mein zerbrochenes Herz ablegen, ihm alles erzählen, was mich bewegt und beschäftigt. Ihm Einlass gewähren in diesem Bereich und dann kann ich die Heilung empfangen, die er mir anbietet.

Schon lange denke ich, dass meine größte Schwachstelle und zugleich  mein größter Schatz, meine emotionalen Bindungen zu Menschen ist. Es ist ein Schatz, weil ich mich gut in Menschen und ihre Emotionen hineinversetzen kann und somit ein empathischer Zuhörer und Ratgeber sein kann. Die Schwachstelle ist aber, dass ich das zugleich von meinem Gegenüber ebenso erwarte und mich gleichzeitig sehr in Beziehungen verlieren kann. Und da wird es gefährlich für mich. Denn nicht immer halten diese Beziehungen. Und dann bricht mir der Boden unter den Füßen weg. Ich habe mich in der Beziehung verloren. Ich habe die Beziehung verloren. Ich habe mich verloren.

Das ist mir nicht zum ersten Mal passiert. Man sollte meinen, dass ich inzwischen ein wenig Erfahrung gesammelt habe und vorsichtiger geworden bin. Oder klüger. Aber nein. Leider nicht. Es passiert mir immer noch und immer wieder. Leider weiß ich, dass ich auch nach meinen letzten Erfahrungen wieder in die gleiche Falle tappen kann, wenn ich nicht ein solides Fundament baue.

Dieses Fundament bietet mir Jesus an. Er will, dass ich zu ihm komme und ihn in allen Bereichen meines Lebens wirken lasse. In allen!  Für ihn gibt es kein zu dunkel oder zu tief. Er hat als Mensch alles erlebt, was wir auch jeden Tag erleben. Er hat die tiefste Dunkelheit, den Tod, kennengelernt. Doch er hat es überwunden und ist als Sieger daraus hervorgegangen. Er hat es geschafft, von der Dunkelheit zurück ins Licht zu kommen. Und dasselbe will er auch für mich. Und für dich!

Meine Aufgabe ist es, ihn einzuladen in meine Dunkelheit. In meine Zerbrochenheit. Die sieht heute so aus, dass ich meine Beziehungen zu ihm bringen möchte. Das kann morgen was ganz anderes sein. Gott möchte an mir arbeiten und mich in meinen Wunden heilen. Ich gehöre schon heute zu ihm. Uneingeschränkt liebt er mich. Aber er möchte, dass ich ihn immer mehr in mein Leben hineinlasse. Er möchte an erster Stelle stehen und von dort aus kann ich alle anderen Beziehungen leben. Denn ich weiß dann einfach, in wem ich gegründet bin und wem ich uneingeschränkt vertrauen kann. Ich weiß, wer immer da ist, um mich aufzufangen und ich weiß, dass ich niemanden gefallen muss, außer einem. Dem muss ich nicht mal gefallen. Aber ich will es! Und wenn ich etwas will, dann ist doch schon wesentlich einfacher als wenn ich etwas muss.

Daher habe ich mal wieder neu beschlossen: ich möchte auch die stinkigen, dunklen Räume aufschließen und Jesus mit seinem Geist die Erlaubnis geben, dort Licht  und frische Luft hineinzubringen. Sie können ausmisten und wenn sie etwas finden, an dem ich allzu gern festhalte, dann werden wir gemeinsam den richtigen Zeitpunkt finden, dass ich es loslassen und weggeben kann. Auch wenn es weh tut. Denn Jesus wird die Lücke ersetzen und meine Wunden heilen! Darauf will ich einfach uneingeschränkt vertrauen!

 

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