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Gedanken
Gemeinde

Lass die Kirche im Dorf

21. Juli 2017

Was löst es in dir aus, wenn du das Wort „Kirche“ hörst?

An was denkst du? Welche Erinnerungen werden da in dir wach? Gehst du überhaupt in eine Kirche? Denkst du an ein Gebäude? An Gemeinschaft? Oder denkst du sogar an Jesus?

Diese Frage beschäftigt mich gerade. Und  meine Gedanken gehen spazieren, was ich mit dem Wort „Kirche“ verbinde.

Zuerst denke ich mal an altes Gebäude. An Kälte, muffigen Geruch, Ruhe, Orgel, Kerzenduft. Das empfängt mich, wenn ich eine Kirche betrete. Dort finden alle möglichen Veranstaltungen statt. Jeder denkt wohl zuerst an  den Gottesdienst. An eine Taufe. An Hochzeit. Beerdigung. Das sind die üblichen Feste, die dort gefeiert werden. Zu bestimmten Zeiten sind Kirchen besonders festlich geschmückt. Gerade an Weihnachten finden sich in ihnen oft Krippen und Weihnachtsbäume. In vielen Kirchen wird die Passionsgeschichte dargestellt. In fast jeder Kirche findet man eine Orgel. Es gibt bunte Fenster und manche Kirchen sind förmlich überladen mit bunten Bildern und goldenen Verzierungen.

Jede Kirche ist anders, doch jeder ist in der Lage, eine Kirche zu erkennen, denn sie hat von außen einen Turm, in dem die Glocken untergebracht sind. Die können übrigens manchmal ziemlich nervig läuten. Je nachdem, wie nah man an solch einem Turm wohnt, kann das wirklich unglaublich laut sein.

Aber macht das „Kirche“ schon aus? Für mich noch lange nicht. Für mich bedeutet Kirche auch Leben. Leider merkt man davon oft wenig in den Kirchen. Meist muss man still sein. Automatisch fängt man an zu flüstern, wenn man ein Kirchengebäude besucht. Doch mir fällt auf, dass es immer weniger Menschen gibt, die in der Kirche sind, um zu beten. Wozu muss ich da so still sein, wenn ich eine Kirche betrete? Klar, Rücksichtnahme ist gut und wichtig, wenn sich jemand dort aufhält und ein Anliegen mit Gott besprechen will. Doch gerade vor und nach dem Gottesdienst finde ich es schön, wenn Leben im Raum ist. Wenn Gespräche entstehen. Wenn die Menschen, die sich dort versammeln, sich freuen einander zu sehen und Beziehungen gepflegt werden. Es ist ein Ort der Begegnung. Ein Ort der Freude, weil wir uns freuen können, dass wir zu Jesus gehören. Zu seiner himmlischen Familie. Und wir haben tatsächlich jeden Sonntag Grund uns zu freuen: weil wir jeden Sonntag feiern, dass Jesus den Tod überwunden hat und uns mit Gott versöhnt hat.

Leider merke ich davon oft wenig, wenn ich in die Kirche gehe. Meist sind die Gottesdienste von älteren Menschen besucht, bei denen ich manchmal das Gefühl habe, dass sie die Tradition über die Lebendigkeit und vor allem auch den Wandel stellen. Daher bleiben oft die jüngeren Leute weg. Kinder werden höchstens noch im Kindergottesdienst willkommen geheißen. Sonst sind sie bitte aus den Kirchen zu entfernen, da es doch sehr störend ist, wenn sie mal was nicht so leise sagen. Daher sind Familien selten anzutreffen. Kaum sieht man in der Kirche Jugendliche oder junge Erwachsene. Die Liturgie und die Orgelmusik aus dem 18. Jahrhundert sind nicht unbedingt dazu angetan, dass sie sich in der Kirche beim Gottesdienst wohl fühlen.

Gott sei Dank gibt es Gemeinden, die anders sind. In denen Gottesdienste so ganz anders verlaufen. In denen auch gelacht werden darf. In denen man sofort spürt, hier sind Menschen unterwegs, keine gottähnlichen Gestalten, die der Gemeinde sagen, wo es langgeht. Dort sind sie dann zu finden, die Familien und auch die jungen Erwachsenen.

Und ich bin Gott echt so dankbar, dass er dafür sorgt, dass jeder eine Heimat findet! Ob nun in Kirchengemeinden oder auch in den sogenannten Freien Gemeinden, die meist Gemeindehäuser haben, und oft so sind, wie ihr Name sagt: Freier.

Aber auch Kirchen haben ihre Berechtigung und ihren Sinn.

Denn, wie ich vorhin sagte, erkennt jeder überall auf der Welt Kirchen. Wer Gott sucht, kann ihn dort auch finden. Sie erzählen die Geschichte von Jesus. Dort sehen wir das Kreuz und können oft sehen was es damit eigentlich auf sich hat.

Kinder werden getauft in der Hoffnung, dass sie einmal den Weg zu Jesus finden. Mann und Frau treten vor den Altar um sich für ihren gemeinsamen Lebensweg Gottes Segen zusprechen zu lassen. Beerdigungen werden dort gehalten, in der Erwartung, dass der Verstorbene in Gottes Reich ankommt und man sich dort einmal begegnen wird.

Wir können unterschiedlicher Meinung sein über die Kirche. Und sicher gibt es selbst unter den Pfarrern verschiedene Auffassungen darüber, was in Kirchen passieren soll.  Es gibt unglaublich viele Strömungen und jeder hat ja nun mal seine Meinung und seine Erfahrungen gemacht.

Aber worüber wir uns einig sein können ist, dass Jesus das Haupt der Kirche ist. Wegen ihm gibt es die Kirche. Er ist das Haupt und wir sind seine Glieder. In diesem Sinne überlassen wir ihm das Denken und lassen uns von ihm leiten. Dort, wo er sich wünscht, das wir uns dort einsetzen sollen. Jeder Mensch wurde mit besonderen Gaben von Gott beschenkt, um sie einzusetzen für sein Reich. Er hat die Übersicht über alles. Daher ist Jesus als Kopf eh nicht zu toppen. Auch wenn ich manchmal denke, das ich besser weiß, wie es geht. Nein! Jesus allein weiß es. Und er gibt mir die Aufgabe, mich dort einzubringen, wo ich hingehöre. Das will ich also gern tun. Auch wenn es manchmal zäh und anstrengend ist. Er weiß genau Bescheid. Und ich, als ein Glied am Körper führe aus, was der Kopf mir sagt. Dadurch handle ich nicht kopflos oder gedankenlos. Mein Arm macht auch nicht, was er will, wenn mein Kopf ihm keinen Auftrag gibt. Und Kirchen haben ihre wunderbare und wichtige Geschichte! Geh hin und verändere mit Gottes Hilfe ihre Tradition, wo sie verändert gehört! Ich bete dafür, dass Gott uns zeigt, wie wir Menschen in und durch die Kirche erreichen können, damit sie zu Jesus Christus, deinem Retter, finden!

  1. Ich gehe sehr gern in Kirchen, allerdings äußerst selten sonntags zum Gottesdienst. Der findet in unserer Gemeinde in einem gewöhnlichen Saal statt… Aber wenn wir an einer Kirche vorbeikomme, zum Beispiel im Urlaub, dann gehen wir hinein. Ich stelle mir vor, was das früher für die Menschen bedeutet hat, in schlimmen und schweren Zeiten mit viel Arbeit und Leid. Sie waren noch nicht so reizüberflutet wir wir und haben die bunten Fenster sicher mit ganz anderen Augen angeschaut. Manche Kirchen sind zum Wohlfühlen, einladend, andere dagegen dunkel. Manche sind mir zu prunkvoll. Ich liebe die einfachen Kirchen, auf dem Land zum Beispiel, Holz-, Steinkirchen… Kirchen, die Leben ausstrahlen. So wie du es in deinem Artikel beschreibst: Es ist wohl die Verbindung mit den Menschen, die etwas in und aus dieser Kirche machen… Manchmal hängen Fotos von der Gemeinde irgendwo oder Tauflisten. Manchmal kann man etwas mitnehmen, ich hab zum Beispiel jetzt ein schwedische Psalmbuch. Muss nur noch schwedisch lernen… Liebe Grüße, Martha

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