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Gedanken
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Wer wir sind

12. Juli 2017

Es ist doch beeindruckend, wie sich Menschen entwickeln, wenn sie selbstbewusst sind. Wie schaffen sie nur, dieses Selbstbewusstsein zu entwickeln?

Gestern habe ich einen Film gesehen, der deutlich gemacht hat: wenn du selbstbewusst genug bist, kannst du alles erreichen. Hidden Figures Trailer

In dem Film ging es um schwarze Frauen, die bei der NASA in den ´60 igern arbeiten. Dort gab es noch starke Rassentrennung. Zudem kam erschwerend hinzu, dass es eben Frauen waren, in einer männerdominierenden Gesellschaft. Jede der Frauen war auf ihrem Gebiet natürlich spitze und hatte außergewöhnliche Begabungen.

Dennoch wurden ihnen Steine in den Weg gelegt, die ganz banal waren: Sie mussten extra Toiletten aufsuchen, die eine Meile entfernt waren, da es ihnen untersagt war, die Toiletten der „Weißen“ zu benutzen. Sie hatten einen extra Kaffeebecher, der sich farblich von den anderen abhob. Nämlich braun. Sie durften nicht einmal die Kaffeemaschine benutzen, sondern hatten einen eigenen Wasserkocher dort stehen.

Was geht es uns heute doch gut! Es gibt nichts mehr, wo uns solche Steine in den Weg gelegt werden. Wir Frauen sind inzwischen in allen Leitungsebenen zu finden. Wir sind die privilegierte Gesellschaft der „Weißen“ und haben mit Diskriminierung nichts zu tun. Wir leben in einem Land, das demokratisch geleitet wird, in dem es sicher auch Armut gibt, aber das Sozialsystem dennoch gut genug funktioniert, dass niemand existenziell bedroht ist.

Dennoch merke ich selbst ja auch, wie ich immer daran arbeite, dass ich mich minderwertig fühle. Worin liegt das begründet?

Ich habe keine endgültige Erklärung. Verschiedene Faktoren spielen sicher eine Rolle dabei. Ein großer Faktor ist die Selbstannahme. Die Frauen in dem Film wussten einfach was sie konnten. Sie waren gut in dem, was sie taten. Sie bekamen keine besondere Anerkennung. Dennoch waren sie sich ihres Wertes, ihres Könnens sicher.

Dieses Wissen, oder Vertrauen, habe ich leider nicht. Alles was ich kann, empfinde ich als eher mittelmäßig. Andere können das besser als ich. Ich bewundere Menschen, die sich ihres Wertes einfach so bewusst sind und auch wenn sie lediglich „mittelmäßig“ sind in dem, was sie machen, dennoch selbstbewusst dazu stehen.

Wie kann ich das lernen?

Ein guter Weg ist sicherlich, mir die Verse der Bibel vorzunehmen, die mich ermutigen und mir zeigen, dass ich so, wie ich bin eben einfach perfekt bin. So hat Gott mich geschaffen und nur so wollte er mich.

In den Psalmen steht zum Beispiel etwas sehr wunderbares.

Psalm 139 ist einer meiner Lieblingsspalmen für diese Frage:


Du hast alles an mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt. Ich danke dir, dass du mich so herrlich und so ausgezeichnet gemacht hast! Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl. Du hast zugesehen, wie ich im Verborgenen gestaltet wurde, wie ich gebildet wurde im Dunkel des Mutterleibes. Du hast mich gesehen, bevor ich geboren war. Jeder Tag meines Lebens war in deinem Buch geschrieben. Jeder Augenblick stand fest, noch bevor der erste Tag begann. Wie kostbar sind deine Gedanken über mich, Gott! Es sind unendlich viele.


Es sind also unendlich viele Gedanken über mich, die Gott hat. Und ich bin mir sicher, da er mich geschaffen hat, sind es nur die besten!

Wenn ich z.B. an das Kind denke, welches ich betreue, dann weiß ich, dass es in vielen Bereichen vernachlässigt ist. Aber dennoch weiß ich genauso, dass die Eltern dennoch nur das beste für es wollen! Es ist vielleicht nicht das, was ich denke, was das beste ist.

Aber ist es bei Gott nicht genauso? Auch er denkt nur das beste von mir und über mich. Auch wenn ich denke, dass es vielleicht noch besser gehen müsste. Doch Gott ist Gott. Er war und er ist und bleibt der, der er ist. Er ändert sich nicht. Im Gegensatz zu mir, die immer neue Ideen hat. Gott bleibt! Verlässlich! Und daher kann ich mir sicher sein, dass auch seine Gedanken über mich immer gut bleiben. Die ändern sich genauso wenig wie Gottes Wesen.

Warum aber fällt er es mir so schwer, darauf zu vertrauen und nur darauf zu schauen?

Wahrscheinlich weil ich zu wenig in der Bibel lese und zu viel Zeit mit Menschen verbringe. Menschen haben nämlich die hervorragende Gabe, andere mit nur einem Wort oder einem Blick zu zerstören. Wenn ich den Menschen in meiner Umgebung mehr Wert beimesse als Gott, dann ist doch klar, wohin das führt. Es macht mich kaputt.

Was macht es, dass ich mir die Mühe gemacht habe, ein tolles Geschenk zu überlegen und herzustellen und es nicht entsprechend gewürdigt wird? Was macht es, wenn ich mir viel Mühe mache mit dem Essen und die Kinder motzen dennoch? Was ist, wenn ich einem Menschen all meine Liebe entgegenbringe und er tritt sie mit Füßen? Ich kann die Anerkennung von anderen nicht erwarten. Wenn ich das tue, dann macht es mich kaputt. Denn sie werden sie niemals erfüllen.

Bei Gott dagegen ist es so, dass er mich liebt, einzig weil er mich erschaffen hat. So einfach ist das. Ich muss nichts tun, ich kann nichts tun, um mir diese Liebe zu verdienen. Das ist echt eine krasse Vorstellung. Aber sind wir Menschen nicht auch so gestrickt, dass einfach manchmal zu einfach ist? Dass wir es gern ein wenig komplizierter haben wollen?

Ich will neu lernen, mir diese Worte des Psalmisten anzunehmen und zu wissen: ich bin geliebt! Unabhängig davon, was andere über mich denken. Wie genervt sie von mir sind. Ob ich etwas „nur“ mittelmäßig mache.

Wie sieht es bei dir aus? Machst du mit?

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