butterfly2god

Gedanken
Glauben

Tu was du willst

2. Juli 2017

Eigentlich wollte ich ja von Elia weiter schreiben. Was ihm passierte, als er vor Isebel floh.

Doch heute habe ich mal wieder einen Gottesdienst besucht und fühle mich eher gedrängt, diese Gedanken, die ich dort mitnehmen durfte, hier aufzuarbeiten. Du hast das Glück, dass du daran teilhaben darfst.

Thema des Gottesdienstes heute war „Paulus“. Dieser besondere Mensch hat einige Briefe im 2. Teil der Bibel verfasst. Nicht nur einige, sondern sogar die meisten, durfte ich heute erfahren. Er hat Briefe an verschiedene Gemeinden geschrieben um die Menschen dort zu ermahnen oder zu ermutigen. Um einen Satz ging es heute besonders. Er steht in Römer 7, 15

Denn ich tue nicht das, was ich tun will, sondern gerade das, was ich hasse.

 

Puuuh. Schon im Vorfeld wusste ich, dass es heute nicht so leicht für mich werden würde. Genau mein Thema, fand ich. Ich tue auch ständig das, was ich hasse. Und „hassen“ ist ein großes Wort! Laut Wikipedia ist es das tiefste Ablehnungsgefühl, das wir haben können. Ja, Paulus selbst sagt also, dass er tut, was er hasst. Obwohl er das nicht will.

Hm. Also, ein großes Thema. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Gehst du immer durch die Welt und tust nur das, was du tun willst? Und damit meine ich nicht rücksichtslos dein Ding durchzusetzen. Sondern das zu tun, was du im tiefsten Inneren tun willst: freundlich zu deinen Mitmenschen sein, geduldig, liebevoll, sanftmütig, vertrauensvoll, vergebungsbereit? Das sind schon hohe Ziele, ich weiß, aber tief im Inneren wünschen wir uns doch, dass diese Welt ein friedlicher Ort ist für uns und unsere Mitmenschen. Und das können wir nur  mit Liebe erreichen. Nicht mit Hass. In Love changes habe ich darüber geschrieben.

Paulus war ein glühender Verfechter des Evangeliums. Egal, in welchen Umständen er sich befand. Er war immer bereit für die gute Nachricht zu leiden und sogar zu sterben. Und dennoch schreibt er hier davon, dass er das, was er tun will nicht tut und sogar das Gegenteil davon macht. Leider kam in der Predigt nicht so wirklich vor, was Paulus geholfen hat, es anders zu machen. Oder ich habe es einfach überhört. Oder ich hatte die Hoffnung, dass der Prediger jetzt die ultimative Idee aus dem Hut zieht. Jedenfalls weiß ich leider nicht, was Paulus getan hat, um das zu ändern. Hat er es akzeptiert, dass es so ist, wie es ist? Oder hat er dagegen angekämpft? Hat er zu Jesus gesagt:“Hier ist mein Mist, kümmer du dich mal darum“? Ich kann es dir leider nicht sagen.

Aber zum Ende kam eine spannende Geschichte, die wenig mit Paulus zu tun hat, sondern mit seinem Kollegen Petrus.

Er hat, als Jesus verraten wurde und zum Verhör gebracht wurde, ihn dreimal verraten. Das krasse ist, dass Jesus ihm schon im Vorfeld gesagt hat:“Noch ehe der Hahn dreimal kräht, wirst du mich verleugnet haben.“ – „Niemals!“ war die Antwort von Petrus. Er war sich vollkommen sicher: was auch passiert, er würde Jesus niemals verraten! Er würde zu ihm stehen und notfalls auch mit in den Tod gehen. Aber Jesus kennt seine Pappenheimer. Er wusste damals genau, wer ihn verrät, wer ihn verleugnet und was jeder denkt. Das weiß er übrigens heute auch noch genau! Er hat es seinen Freunden sogar gesagt, vielleicht in der Hoffnung, dass sie erkennen, wann die Situation kommt und anders handeln würden. Ich weiß es nicht. Aber es kam so, wie Jesus es vorausgesagt hat. Der Hahn krähte dreimal und Petrus sagte dreimal: „Ich kenne den Mann nicht! Ich gehöre nicht dazu!“

Ich bin mir absolut sicher, dass es eins der Dinge ist, von denen Paulus meint: „Das was ich hasse, das tue ich.“ Denn es steht weiter geschrieben, dass Petrus sehr traurig wurde, als er den Hahn hörte. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass er sich selbst die größten Vorwürfe machte. Warum habe ich Jesus verleugnet? Warum habe ich nicht zugegeben, dass ich zu ihm gehöre? Warum bin ich so feige? Warum hat Jesus mir schon vorher gesagt, dass ich versage und ich habe es nicht besser gemacht?

Ok. Ich bin eine Frau und Frauen denken in der Regel mehr als Männer. Aber warum sollte er anfangen zu weinen, wenn er sich nicht mit den Vorwürfen befasst hätte, dass er etwas getan hat, was er nicht wollte. Was er sogar hasste?

Nach seiner Verleugnung starb Jesus. Keine Chance, es wieder gut zu machen. Keine Chance hinzugehen und um Vergebung zu bitten. Aus. Vorbei. Chance vertan.

Aber die Geschichte ist zum Glück nicht zu Ende! Denn Jesus ist auferstanden! Und er ist Petrus begegnet. Dieser war fischen doch leider hat er nichts gefangen. Jesus sorgte jedoch dafür, dass sie Fische fingen und ihre hungrige Mägen stillen konnten. Danach fragte er Petrus einfach: „Liebst du mich?“ Wow! Was für eine Frage nach dieser Verleugnung! Einfach ein „Liebst du mich?“ Keine Vorwürfe, kein warum, keine Worte zuviel. Einfach nur die Frage, ob Petrus Jesus liebt. „Ja, Herr“, war seine Antwort. Und ich bin mir fast sicher, dass es etwas zaghaft kam. Dass ein Ja, aber… dahinter steht. …aber ich habe versagt. …aber ich habe einen unverzeihlichen Fehler gemacht. …aber du liebst mich vielleicht nicht mehr.

Doch Jesus fragt noch einmal: „Liebst du mich?“ Und Petrus wird schon ein wenig mutiger mit seinem „Ja, Herr.“

Und als er ein drittes Mal fragt, kann Petrus glauben, dass einzig die Liebe das ist, was zählt. Was das wichtigste im Versagen ist. Versagen kann jeder! Oder noch krasser gesagt: Jeder versagt! Immer und immer wieder. Auch wenn wir das nicht wollen. Aber es steht einer hinter uns, der uns auffängt und einzig fragt: Liebst du mich? Und wenn wir dann mit „Ja, Herr“ antworten, hören wir weiter: „Dann weide meine Schafe. Kümmere dich um meine Kinder. Tu das, was ich dir zum Auftrag gegeben habe. Steh auf und mach dort weiter, wo du aufgehört hast. Lass dich nicht von diesem Fehler bestimmen, sondern geh in meiner Liebe und mache weiter!“

Das ist das, was Jesus heute zu mir gesagt hat.

Denn als ich mir die Frage gestellt habe: Liebe ich Jesus? Da konnte ich mit frohem Herzen „JA!“ sagen. Ich liebe ihn. Ich weiß, was er für mich getan hat. Und auch wenn die Scham über meine Fehler mich aufzufressen droht, nimmt er mich einfach an und fragt: Liebst du mich?

Das ist am Ende alles, was zählt! Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Liebe aber ist die Größte unter ihnen. Und Jesus liebt mich! Dessen darf ich mir gewiss sein. Dessen darfst du dir gewiss sein. Und wenn du auch, so wie Petrus und ich sagen kannst, dass du Jesus liebst, dann sagt er zu dir: dann mach weiter. Mach dort weiter, wo ich dich haben will und du aufgehört hast. Denn ich liebe dich und du liebst mich. Das ist alles, was zählt.

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