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Gedanken
Glauben

„You give and take away“

29. Juni 2017

Gerade ist es recht still hier. Warum weiß ich auch nicht so genau. Die Tage plätschern so dahin und ich habe viel zu tun. Die Vormittage sind ruckzuck vorbei und die Abende voller Termine. Das ist einerseits gut, andererseits wünsche ich mir ein wenig mehr Ruhe.

Ich habe viel darüber nachgedacht, was ich mir mal für ein Thema vornehmen kann. Und vorhin kam mir eine Liedzeile in den Sinn: „You give and take away, you give and take away, my heart will choose to say, Lord, blessed be your name.“

Ich merke, dass meine Rebellion mich sehr weit weg bringt von Gott. Und das ist ziemlich kontraproduktiv, wenn du im Leben Segen erfahren willst. Das weiß zumindest mal mein Kopf. Mein Bauch und mein Herz sind noch nicht so weit.

Ich denke zurück an die Zeit vor ca 6 Jahren, als ich mich sehr gesegnet gefühlt habe. Ich hatte das Gefühl, dass ich so richtig in dem Ort angekommen bin, an den wir gezogen waren. Es entstanden Freundschaften und auch in geistlicher Hinsicht habe ich einen Aufschwung erlebt. Ich fühlte mich total beschenkt von Gott. „You give!“  Er führte mich den Weg, den ich gehen sollte. Und ich fragte danach, wohin ich gehen sollte. Was er mit uns vorhatte. Die Frage, welcher Gemeinde wir uns anschließen sollten fand eine Antwort. Und irgendwie lief alles wunderbar.

Vielleicht verkläre ich so manches. Das kann sein, denn rückblickend sieht vieles leichter aus als es wohl tatsächlich war. Dennoch bin ich jetzt an einem Punkt, wo ich kein „You give“ mehr erlebe. Sondern nur noch ein „you take away“. Ich habe das Gefühl, dass mir alles genommen wurde, was mir wichtig war. Einschließlich meiner innigen Gottesbeziehung.

Letztendlich bin ich wohl selbst schuld an der Trennung von Gott. Denn ich finde den Weg zu ihm nicht mehr. Ich weiß nicht mehr, wohin ich mich wenden soll, dass ich ihn wiederfinde.

Meine Bibellese absolviere ich weiterhin täglich. Danach sitze ich auf meinem Sessel und wünsche mir sehnlichst, dass ich im Gebet vor Jesus treten darf. Dass ich ihm alles abladen darf. Aber ich finde den Weg nicht. Ich weiß nicht mehr, wie ich beten soll. Was ich beten soll. Wenn ich an die Zeit denke, wo ich wirklich täglich eine ganze Weile still da saß, gedankt und gebeten, gelobt und gehört habe, frage ich mich: War das wirklich ich? War das ein anderes Leben? Warum ist der Segen auf einmal verschwunden und ich erlebe nur noch dieses „and you take away“?

Das macht mich sehr traurig. Ich möchte aus dieser Jammerwüste wieder heraus kommen. Kennst du die Geschichte vom Volk Israel, das durch die Wüste zieht? Die ist wahnsinnig spannend. Und interessant. Und sehr lebensnah. Zumindest ist sie das für mein Leben. Ich erkenne mich darin wieder. Wenn Gott ein Wunder tut, dann nehme ich das dankbar an und freue mich daran. Genau einen Tag lang. Dann finde ich wieder einen Grund zum Murren. Die Füße tun mir weh, ich habe Durst, ich will nicht immer nur Manna essen, in Ägypten ging es mir doch viel besser! Dabei zog Gott damals sichtbar (!) in einer Feuer- und Wolkensäule Tag und Nacht mit seinem Volk durch die Wüste. Da waren „You give and take away“ so dicht beisammen. Er gab ihnen Grundversorgung: Nahrung und Sicherheit. Schutz. Mehr geht doch gar nicht, oder? Aber er nahm ihnen auch immer wieder etwas. Den baldigen Einzug ins gelobte Land zum Beispiel. Die Wüstenwanderung musste noch ein wenig anhalten. Dennoch nahm er es nicht komplett von ihnen. Er zögerte es noch hinaus. Weil das Volk noch nicht so weit war.

Auf der anderen Seite wurde das Volk leider nie so, wie es sich Gott wohl gewünscht hat. Immer und immer wieder, selbst nachdem sie das gelobte Land in Besitz genommen hatten und endlich sesshaft werden konnten, haben sie sich daneben benommen. Das alles steht im ersten Teil der Bibel. Dem alten Testament. Eine ebenso ermüdende wie auch faszinierende Geschichte. Denn immer gab es jemanden, für den Gott alles war. Der ihm gehorsam war. Selbst gegen die schlimmsten Umstände. Der Prophet Elia zum Beispiel musste gegen 450 Baalsprophten antreten in einer Challenge (wie wir heute neudeutsch zu sagen pflegen). Welch krasse Geschichte das doch war! Ich erzähle sie kurz, nachlesen kannst du sie in 1. Könige 18, 21-40.

Elia wollte nun beweisen, dass es nur einen Gott gibt. Dass die Baalspropheten nur dumme Jungs waren. Und das gelang ihm einmalig! Er ließ sie alle antreten und sagte, dass sie einen Altar bauen sollten um einen Stier zu opfern. Feuer solle ihnen Baal persönlich geben. Der Gott, den sie anbeteten, der gräßliche Opfer forderte und grausame Rituale hatte. Sie standen nun alle da, schrien zu Baal, er möge Feuer kommen lassen, aber natürlich passierte gar nichts. Sie wurden immer ekstasischer. Dennoch kam kein Feuer. Elia war wirklich mutig, er spottete noch über ihren Gott, dass er wohl gerade ein Schläfchen halten würde. Ich meine: Da sind 450 Leute in Ekstase! Und die können einen kleinen Menschen ziemlich schnell erledigen.

Nun, es kam also kein Feuer. Dann ging Elia ans Werk. Er baute den Altar aus 12 Steinen. Für jeden Stamm Israels einen. Er ließ einen Graben ausheben und über alles Wasser schütten. Über Holz, Stier, Steine, Graben. Alles war nun nass. Das wiederholte er dreimal. Im Graben stand das Wasser. Und ich meine, du und ich wissen, dass Wasser und Feuer nun nicht die besten Freunde sind. Aber er rief Gott an. Er rief ihn als einzig wahren Gott Israels an, als denjenigen, der alles geschaffen hat und einzig in der Lage ist, die Menschen zurück auf den Weg zu bringen.

Da kam Feuer vom Himmel. Aber nicht irgendein Feuer. Das Feuer des Herrn kam herab und verzehrte das Brandopfer, das Holz, die Steine und die Erde. Es leckte sogar das Wasser im Graben auf.

Was glaubst du, taten die Menschen, die das sahen? Natürlich fielen sie zu Boden und sagten: „Nur Gott ist der wahre Gott! Wir wollen ihm gehorchen!“

„You give“!

Elia war der Gewinner dieser Challenge. Aber so absolut und glasklar, wie es deutlicher nicht geht! Doch das Lied geht weiter: „and you take away.“

Elia musste fliehen, weil Isebel, der Frau des Königs, gar nicht gefiel, was er da getan hat. Sie wollte ihn umbringen. Auf einmal war es vorbei mit der Sicherheit von Elia. „and you take away“ kam sofort hinterher.

Das kommt mir doch sehr bekannt vor. Aber es gibt die Wahlmöglichkeit: Will ich Gott weiter loben und seinen Namen ehren? Oder will ich mich grämen, weil er mir nicht nur nicht gibt, was ich mir wünsche, sondern sogar wegnimmt, was ich hatte. Natürlich ist das nicht einfach, weiter zu loben und zu danken. Ich kämpfe jeden einzelnen Tag damit! Aber es ist es wert! Wenn du nämlich wissen willst, wie es mit Elia weiter geht, dann schnapp dir eine Bibel, oder lies im www.bibleserver.de nach. Es ist echt spannend. Und so ermutigend, was er noch erlebt hat! Vielleicht schreibe ich auch noch weiter darüber.

Aber jetzt bin ich müde. Dennoch gehe ich auf einmal mit viel leichterem Herzen ins Bett. Weil ich wieder einmal verstanden habe: Ja, er nimmt weg. Aber er gibt auch immer wieder neu!!!!

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