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Gedanken
Leben

Sorglos?

27. April 2017

Im Leben eines jeden von uns gibt es etwas, was uns nachts nicht schlafen lässt. Natürlich nicht dauerhaft. Das wäre ja schlimm, wenn es so wäre. Nein, aber es gibt Zeiten im Leben, da schlafen wir schlecht, aus einem Grund: weil wir Sorgen haben. Diese Sorgen können unterschiedlich aussehen. Es können finanzielle Sorgen sein, Krankheiten, der Job, der uns belastet, Beziehungen oder Schuld. Ich denke, das kennst du auch aus deinem Leben.

Meine Nächte verbringe ich momentan oft mit Gedanken über (m)eine Schuld. Ich merke, dass etwas mich umtreibt und mir Probleme in vielen Bereichen beschert. Da stelle ich mir die Frage: was ist der Grund für diese Probleme? Was läuft gerade falsch in meinem Leben? Am deutlichsten spüre ich, dass ich nicht mehr die richtigen Worte für meine Mitmenschen finde. Mein Eindruck ist, dass sie eher vernichten und zerstören, als aufzurichten und Brücken zu bauen. Und heute las ich Psalm 51, 12-19:

Gott, erschaffe in mir ein reines Herz und gib mir einen neuen, aufrichtigen Geist.

Verstoße mich nicht aus deiner Gegenwart und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Lass mich durch deine Hilfe wieder Freude erfahren und mach mich bereit, dir zu gehorchen.

Dann will ich die Gottlosen deine Wege lehren, damit die Sünder zu dir zurückkehren. Vergib mir, dass ich Blut vergossen habe, Gott, mein Retter, dann werde ich singen und jubeln über deine Vergebung. Herr, öffne meine Lippen, dass ich dich lobe.

Mit Schlachtopfern bist du nicht zufrieden, sonst hätte ich sie dir gebracht, und auch Brandopfer würdest du nicht annehmen. Das Opfer, das dir gefällt, ist ein zerbrochener Geist. Ein zerknirschtes, reumütiges Herz wirst du, Gott, nicht ablehnen.

Das hat mir deutlich etwas gezeigt. Nämlich, dass ich wirklich meine Schuld bekennen darf und sie mir dann vergeben wird. Denn ich habe zum Glück denjenigen als Fürsprecher, der alles von mir nimmt, wenn ich ihm meine Schuld hinlege. Dann ist es bereinigt. Der nächste Schritt ist aber die Umkehr. Ich kann jederzeit meine Schuld bekennen und dann ist mir vergeben, aber ich muss auch umkehren und andere Wege gehen. Dazu hatte ich mir in meinem letzten Artikel „Wegweiser“ ja schon Gedanken gemacht.

Leider ist es so, dass ich mit der Umkehr so meine Probleme habe. Ich habe das Gefühl, dass mein Herz nicht allzu zerknirscht und reumütig ist, wie es sein sollte. Dass ich immer noch wenig demütig bin und meine alten Wege weiter gehe.

Doch dann wurde mir klar, dass auch das eine Art Reue ist. Denn ich merke, dass mich noch sehr viel beschäftigt, dass ich über vieles nachdenke. Vom Kopf her weiß ich, dass vieles falsch läuft und ich mir für den Segen selber im Weg stehe. Mein Herz ist noch zu sehr damit beschäftigt, alles zu sortieren und zu reparieren. Wenn es das erst mal geschafft hat, kann es auch zerknirscht und reumütig sein. Oja, ich empfinde Reue darüber, dass ich gar nicht immer umkehren will. Damit habe ich sehr zu kämpfen. Als mir das klar wurde, konnte ich ruhig werden. Ruhig im Sinne von: es ist okay, dass ich noch nicht umkehren will. Es ist erst mal noch dran zu reparieren und darüber traurig zu sein. Und wenn ich erkenne, dass ich nicht umkehren will, aber sollte, um den Segen, den Gott für mich bereit hält, zu empfangen, dann werde ich das auch irgendwann schaffen.

Mein Gebet war dann heute morgen die Jahreslosung: Gott, erschaffe in mir ein neues, reines Herz und gib mir einen neuen, aufrichtigen Geist. Das ist alles, was ich zur Zeit benötige. Ein neues, reines Herz und einen neuen, aufrichtigen Geist. Mein neues Herz, dass von Altlasten befreit wird, und einen neuen Geist, der aufrichtig ist vor Gott, meinem Vater, meinem Beschützer, meinem Befreier, meinem Halt. Aufrichtig bin ich auch dann, wenn ich weiß, dass ich noch nicht umkehren will. Ich kann ihn aber darum bitten, dass er mir dennoch die Kraft dazu gibt. Es muss nicht jetzt sofort sein. Ein anderer Text aus dem ersten Teil der Bibel, beschreibt Josuas Siege über die Städte und Könige im „gelobten Land“. Dazu las ich in einer Beschreibung: „Es hat den Anschein, als ob die Eroberung des Landes Kanaan sehr rasch gegangen ist (wir können sie in einem Zug durchlesen), aber in Wirklichkeit dauerte es sieben Jahre.“ (aus „Begegnungen fürs Leben – die Studienbibel für jeden Tag S.353) So ist es auch mit meinem Leben. Ich erwarte, dass sich in meinem Leben schnell etwas ändern muss, vor allem dann, wenn ich festgestellt habe, dass ich etwas falsch gemacht habe. Aber Veränderung ist ein Prozess. Und ich darf weiterhin geduldig sein, dass Gott in meinem Leben wirkt. Dass er mir ein neues, reines Herz und einen neuen, aufrichtigen Geist geben wird. Das ist mein Lebensweg mit Jesus. Er wird mich nicht verlassen, nicht mal, wenn ich sage: „Ich will aber noch gar nicht umkehren. Ich will an dem festhalten, was ich lieb gewonnen habe!“ Er wird meine Hand nehmen und sagen: „Ich kann dich verstehen. Und wir machen es langsam. In deinem Tempo. Es mag dir vielleicht zu langsam erscheinen, aber ich kenne dein Tempo. Ich weiß, was du brauchst und vor allem weiß ich, wieviel Zeit du brauchst. Ich werde aber an deiner Seite bleiben. Weil ich dich liebe und den Weg mit dir gemeinsam gehen will. Denn alleine wirst du es nur schwer schaffen. Ich bin bei dir. Alle Tage bis ans Ende der Zeit!“

Was für ein Geschenk!!!!

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