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Gedanken
Leben

Wegweiser

20. April 2017

Momentan habe ich den Eindruck, ich sitze in fest in einer Sackgasse. Ich würde gern weiter gehen, aber der Weg ist nicht klar. Woran das liegt, kann ich nur erahnen. Wahrscheinlich will ich den Weg, den ich eingeschlagen habe, um jeden Preis weiter gehen. Ob dahinter ein Abgrund lauert oder ein steiler Anstieg, der nicht zu bewältigen ist, ist mir relativ egal. Ich will diesen Weg weiter gehen! So bin ich. Wenn ich von was überzeugt bin, dann bin ich eben überzeugt und nicht Willens, einen anderen Weg zu gehen. Aber nun sieht es so aus, als würde es nur 2 Möglichkeiten geben.

  1. Möglichkeit: weiter am Ende der Sackgasse stehen und darüber maulen, dass der Weg nicht weitergeht.
  2. Möglichkeit: Umkehren und einen anderen Weg nehmen.

Auf dem ersten Blick erscheinen mir beide Wege nicht sonderlich attraktiv. Irgendwo am Ende zu stehen und zu maulen ist blöd. Das sehe selbst ich ein, die sonst so gerne mit dem Kopf durch die Wand gehen will. Aber was nutzt es mir zu maulen? Geht es dadurch weiter? Eröffnen sich so neue Möglichkeiten und ich kann weitergehen? Das wage ich doch wirklich stark zu bezweifeln. Der andere Weg ist aber auch nicht besonders toll. Dazu muss ich umkehren. Einen Umweg in Kauf nehmen. Ich verliere Zeit, mein bisheriger Einsatz war zwar nicht umsonst, aber es hat Kraft gekostet bis hierher zu kommen. Umkehren bedeutet noch mehr Kraftaufwand. Zumindest im ersten Eindruck. Denn wenn dann der neue Weg wieder leichter ist, könnte es sich ja lohnen. Aber da ist das Wort, das mich stört. Wenn… Und was ist, wenn er das nicht ist? Was ist, wenn er genauso in einer Sackgasse endet? Dann muss ich wieder einen neuen Weg suchen und wieder weiter vorn anfangen, wo ich schon so weit gekommen war. Auf der anderen Seite ist aber doch so, dass sich der Weg auch als gut erweisen kann. Die Möglichkeit besteht durchaus. Und wenn er wieder in einer Sackgasse endet, kann er doch eine lange Zeit gut begehbar gewesen sein. Ich weiß es nicht. Keiner weiß es. Niemand kann mir einen Rat geben, was ich tun soll. Oder doch. Klar. Jeder kann mir einen Rat geben. Und das tun die Leute ja gern. Sie ratschlagen, was ich machen kann. Oder soll. Aber Ratschläge sind manchmal auch das: Schläge. Sie können noch so gut gemeint sein. Noch so wohlwollend formuliert. Sie zeigen oft auf: hier hast du versagt, versuch es doch mal auf die Art, wo ich denke, dass es funktionieren könnte. Natürlich bin ich auch schnell mit Ratschlägen bei der Hand. Ich habe eine ganze Menge davon auf Lager. Heute habe ich eine Mutter beobachtet. Ihr Kind nahm einen Schneeball und warf ihn in einen See. Danach rief es: „Mama, schau mal!“ Die Mama tat folgendes: Sie stellte sich an den Rand und strich mit ihrer Schuhspitze durch den Schnee. Ihr Blick war auf dieses Bild gerichtet. Die Schuhspitze und der Schnee. Dabei sagte sie, leise zwar, aber ich konnte sie hören:“Ja, ich schau. Und wie ich schau. Was ich hier alles zu schauen habe.“ Aber der Blick war nicht auf ihr Kind gerichtet. Sie schaute zu Boden. Was denkst du, hatte ich da an Ratschlägen für die Mutter parat! Ich war, und bin, immer noch ein wenig irritiert über diese Situation. Als ich weiterging kam mir aber der Gedanke: „Was erhebst du dich über diese Frau? Kennst du ihre Situation? Weißt du um die Zusammenhänge zwischen Mutter und Kind? Kannst du erahnen, was in ihr vorging, als sie sich nicht ihrem Kind zuwandte, sondern bei sich blieb? Und zuletzt: Machst du es immer besser???“ Oje. Nein. Ich mache es nicht besser. Das musste ich erkennen und wurde eins: demütig. Das fehlt mir oft. Ich halte mich selbst für jemanden, der nun mal was schaffen muss, um mich durch die Leistung zu bestätigen und ja, auch ein wenig zu profilieren. Wenn etwas gut läuft, dann stehe ich gern zu meinem Werk, das ich geschaffen habe. Aber ich will lernen, dass nicht ich es bin, die das Werk schafft. Sondern ich habe jemanden, der mich dahin führt, dass ich es schaffen kann.

Wenn ich jedoch nun in dieser Sackgasse stehe, dann bin ich auch schnell dazu geneigt, Jesus anzuklagen: „Wieso bin ich hier gelandet? Warum hast du mich nicht gewarnt, dass der Weg nicht weiter geht und mich vorher umgelenkt? Und warum stehe ich jetzt hier alleine und muss mich selbst herausmanövrieren?“ So, oder so ähnlich sind dann meine Anklagepunkte. Klingt das demütig? Nein. Kein Stück! Das klingt selbstgerecht. Egoistisch. Stur. Und ich bekomme eine Ahnung, dass ich selbst es war, die sich in die Sackgasse gebracht hat. Weil ich vermutlich nicht auf die Stimme gehört habe, die mich gewarnt hat. Weil ich dachte, das passt schon, irgendwie wird es weitergehen. Vielleicht habe ich mich aber auch auf dem Weg blenden lassen von lauter schönen Dingen und daher auf nichts anderes geachtet.

Wenn ich mir dann folgenden Vers aus Johannes 14, 6 nochmal anschaue

Ich bin der Weg, die Wahrheit und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.

dann wird es mir ein wenig mulmig und ich spüre, dass ich diesen Weg wohl nicht genommen habe. Jesus ist der Weg und der Vater, Gott, ist das Ziel. Ich weiß dadurch immer noch nicht, wohin der Weg mich führen wird. Aber ich weiß, dass es die beste Option ist, die ich habe, wenn ich Jesus vertraue und mit ihm den Weg gehe.

Was bedeutet das nun konkret für mich? Die folgenden Schritte sind wohl nicht ganz einfach. Also, zumindest sind sie es nicht für mich. Ich muss nun erkennen, wo ich den Weg mit Jesus verlassen habe und mich auf mich selbst verlassen habe. Das zu erkennen ist nicht so leicht, denn oft passiert es ja, dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe. Ich kann hier zu einer Person meines Vertauens gehen. Gemeinsam schauen wir uns die Situation an und überlegen, wie ich wieder auf den Weg kommen kann. Ich bete, dass Jesus wieder die Führung in meinem Leben übernimmt. Und dann tue ich es: Ich mache den ersten Schritt in die andere Richtung. Dann noch einen, einen zweiten, dritten und noch viele weitere, die ich gehen kann, um auf einen neuen Weg zu kommen. Keiner sagt, dass es einfach ist. Auch nicht mit Jesus auf meinem Weg. Und dennoch weiß ich, dass nicht, absolut gar nichts so schlimm werden kann, wenn ich ihn an meiner Seite habe und mit ihm gemeinsam den Weg gehe. Immer mit dem Ziel vor Augen: Zum himmlischen Vater.

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