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Gedanken
Leben

H.O.P.E.

15. April 2017

Solche Tage gibt es leider immer wieder. Solche wie gestern. Wo alles düster, schwierig und sinnlos erscheint. Wo sich die Probleme vor mir sammeln und sich wie ein unbezwingbarer Berg vor mir auftürmen. Am besten noch mit schwarzem, unwetterverkündendem Himmel über dem Berg. Die Sonne ist verdeckt, der Weg ist steil und steinig. Ein paar Steine fallen noch herab. Treffen mich am Fuß, Rücken, sogar am Kopf. Oja, diese Tage gibt es.

Wie passend war es doch, dass gestern Karfreitag war. Da passte meine Stimmung zu dem Tag und ich machte mir darüber Gedanken, was an dem Tag vor gut 2000 Jahren passierte. Da wurde jemand, der absolut unschuldig war, zum Tode verurteilt. Die Versuche, sein Leben zu retten wurden abgeschmettert von einer zornigen und aufgewühlten Menschenmenge. Sie wollten lieber einen Mörder frei sehen, als einen, der ihr König sein wollte. Ich meine, wenn ich mir das vorstelle, was die Menschen für eine Angst hatten vor Jesus. Vor was fürchteten sie sich eigentlich? Vor der Rettung? Vor der bedingungslosen Liebe? Was hat Jesus getan, als er unter den Menschen unterwegs war? Geheilt. Von Gottes Liebe erzählt. Den Menschen klar gemacht, dass sie Gott brauchen um ihr Leben zu bewältigen. Aber natürlich hat er auch deutliche Worte gebraucht, die selbst mir heute noch manchmal ins Mark gehen, um die ich mich sorge, ob ich sie erfüllen kann. Kein Wunder, dass die Menschen das damals nicht hören wollten. Umkehren? Für andere da sein? Das war anscheinend damals nicht viel anders als heute. Heute wollen wir doch auch unser Leben leben, ohne uns herein reden zu lassen. Wir wollen uns an die erste Stelle setzen, uns soll es gut gehen. Was in unserer Nachbarschaft passiert, das geht uns doch nichts an. Jeder ist schließlich für sich selbst verantwortlich. Wenn ich mir klar mache, dass es damals einfach überhaupt nicht anders war, als heute, dann wird mir klar, dass die Bibel noch immer brandaktuell ist. Sie hat nichts von ihrer Aktualität verloren.

Aber darauf wollte ich ja nicht hinaus. Ich wollte auf die schlechten Tage hinaus.

Als ich so vor meinem Berg saß und ihn anschaute und mich fragte, wie ich da hinauf kommen soll, kam mir auch in den Sinn, dass sich das sicher viele von Jesus Freunden gefragt haben. Sie standen fassungslos vor dem Kreuz und sahen, wie er dort hing. Rechts und links hingen Verbrecher und er in ihrer Mitte, wie einer von ihnen. Ich bin mir sicher, dass es ihnen auch nicht besonders gut ging in dem Moment. Sie waren bestimmt hin und her gerissen zwischen Verzweiflung, Trauer, Fassungslosigkeit, Unverständnis. Was sie in dem Moment ganz bestimmt nicht hatten war Hoffnung. Dabei waren sie live dabei, als Jesus unterwegs war. Sie waren die ersten in den Reihen, wenn er gepredigt hat. Sie haben mehr als einmal zu hören bekommen, dass der Menschensohn genau das durchleiden muss, aber nach drei Tagen wieder auferstehen wird.

Tja. Und nun standen sie also vor dem Kreuz. Ob sich wohl einer an die Worte erinnern konnte? Vielleicht. Aber ob sie daran glauben konnten? Ob sie darauf vertraut haben? Ich bin mir nicht sicher, ob sie es konnten. Denn wir können viel glauben, solange alles seinen gewohnten Gang geht. Aber wenn dann etwas passiert, wovon wir zwar wussten, dass es passieren kann, wir es jedoch entweder nicht wahrhaben wollen oder auch nicht recht daran geglaubt haben, kann uns das ziemlich aus der Spur bringen. Oder geht es da nur mir so?

Jedenfalls ging mir durch den Kopf, was Jesus seinen Jüngern immer und immer wieder gesagt hat. Dass sich alles so erfüllen muss, wie es in der Schrift vorausgesagt wurde. Zum Beispiel bei Jesaja 53, 2-7:

Er wuchs vor ihm auf wie ein Spross; er entsprang wie eine Wurzel aus trockenem, unfruchtbarem Land. Sein Äußeres war weder schön noch majestätisch, er hatte nichts Gewinnendes, was uns gefallen hätte. Er wurde verachtet und von den Menschen abgelehnt – ein Mann der Schmerzen, mit Krankheit vertraut, jemand, vor dem man sein Gesicht verbirgt. Er war verachtet und bedeutete uns nichts. Dennoch: er nahm unsere Krankheiten auf sich und trug unsere Schmerzen. Und wir dachten, er wäre von Gott geächtet, geschlagen und erniedrigt! Doch wegen unserer Vergehen wurde er durchbohrt, wegen unserer Übertretungen zerschlagen. Er wurde gestraft, damit wir Frieden haben. Durch seine Wunden wurden wir geheilt! Wir alle gingen in die Irre, wie Schafe. Jeder ging seinen eigenen Weg. Doch ihn ließ der Herr die Schuld von uns allen treffen. Er wurde mißhandelt und niedergedrückt und gab keinen Laut von sich….

Und dass sie aber nicht traurig sein sollen, denn er wird wiederkommen. Und ihnen seinen Geist geben zur Unterstützung auf Erden. So z.B. in Lukas 24, 49:

Und nun werde ich euch den heiligen Geist senden, wie mein Vater es versprochen hat.

Ja, das alles wussten die Jünger. Sie hatten es gehört und kannten die Texte seit Geburt an. Dennoch waren sie vor dem Kreuz erschüttert, ungläubig, klein. Sie trennten sich vor Trauer und gingen ihre Wege.

Genauso ging es mir gestern. Kleingläubig, hoffnungslos, ängstlich. Und dann hörte ich, was Jesus seinen Jüngern immer wieder sagte. Dass er wiederkommen würde. Dass alles Leid ein Ende haben wird. Dass sie gehen sollen und allen Menschen die gute Nachricht weiter sagen sollten. Sie hatten ihre Probleme und Schwierigkeiten. Aber sie hatten den Geist Gottes und sie hatten einander.

Und ich wusste, es kommt ein neuer Tag. Heute bin ich hoffnungslos und klein. Aber es kommt ein neuer Tag. Jesus wird auferstehen und leben. Er bezwingt den Tod. Und ich darf durch ihn leben. Mit seinem Geist. Gestern durfte ich das, obwohl ich kleingläubig und wirklich hoffnungslos war. Heute darf ich es noch mehr, weil ich weiß, dass morgen das Leben aufbricht und dass Jesus der Sieger ist. Über das Leben. Über mein Leben. Und er will es auch über dein Leben sein! Er ist für uns alle in das Totenreich hinabgestiegen. Und hat dort die Sünden und das Leid gelassen. Er ist wiedergekommen um uns Leben und Hoffnung zu bringen. Ich sah letztens ein nettes Bild:

H.O.P.E.

Hold On. Pain Ends.

Ja, daran will ich festhalten. Dass die Schmerzen und das Leid einmal ein Ende haben. Weil Jesus alles besiegt. Auch wenn es Tage gibt, die hoffnungslos, leer und einsam erscheinen.

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